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Das hier ist Karl.

6 Monate alt.
Licht durchströmt seine gereizten Augen, als er das erste mal in seinem Leben Sonnenlicht erfährt.

Frische Luft!
Wie herrlich, ein wunderbares Gefühl!

Dicht gedrängt mit anderen Artgenossen steht er nun in einem Transporter. Karl weiß nicht, was auf ihn zukommt. Er ahnt jedoch nichts gutes. Das Leben wäre zu schön, um nach sechs Monaten Gefangenschaft einfach besser zu werden.

Oder vielleicht doch?

Alles ist besser als die endlose Monotonie seit seiner Geburt.
Nicht nur seine Gelenke tun weh, auch seine Abszesse am ganzen Körper bereiten ihm wahnsinnige Schmerzen. Doch Karl hält es tapfer aus.

Nach einer gefühlten Ewigkeit stoppt der Truck. Menschen blicken durch die Gitterstäbe.
Was passiert nun? Hat mein Leiden ein Ende?

Die Ladeklappe öffnet sich. Karl bekommt Angst. Doch es gibt kein zurück mehr. Mit Treibern wird er aus dem LKW gescheucht. Während eine wohltuende Panflötenmusik ertönt, merkt Karl die Not seiner Lage, denn Schweine sind nicht dumm.
Zusammen mit einer kleineren Gruppe von Schweinen geht er nun einen leichten Anstieg bergauf, bis er von einer Gondel in die Tiefe gestürzt wird. CO2 durchströmt Karls schwachen Körper. Er beginnt zu husten und zu schreien. Doch es hilft ihm niemand. Sein Körper fällt in eine Tiefenbetäubung. Im nächsten Augenblick hat er schon das Messer in der Halsschlagader. Blut strömt. Fabrikgeräusche erklingen. Das Leiden hat ein Ende…

Karl wurde gestern im Schlachtbetrieb Tönnies getötet. Seine anonymen Leichenteile finden wir nun bereits heute oder morgen in den Supermarktregalen.

Bitte denkt daran: Jedes Produkt im Supermarkt hatte eine Vergangenheit.

Jedes Tier hat es verdient, ein Leben in Sicherheit verbringen zu dürfen. Die Zugehörigkeit zu einer Spezies ist dabei völlig egal.

Es gibt kein Nutztier!

Alle Tiere wollen leben!