Ihr seid so intolerant!

 

Wer es wagt, andere Menschen für den Konsum tierlicher ‚Lebensmittel‘ zu kritisieren und auf das Leid hinzuweisen, das in diesen ‚Produkten‘ steckt, macht sich bei seinen Mitmenschen oftmals nicht sonderlich beliebt.

Wer es darüber hinaus wagt, auch noch der trotzigen Ansage „Das ist ja wohl meine Privatsache“ zu widersprechen, erntet mit großer Wahrscheinlichkeit den Vorwurf: „Du bist so intolerant.“

Ist dieser Vorwurf gerechtfertigt? Sollten Veganer*innen einfach akzeptieren, dass die Menschen in ihrer Umgebung keine Lust haben, über ihre Konsumentscheidungen und deren Folgen nachzudenken? Sollten sie ihre Gedanken einfach besser für sich behalten?

Hierzu ein aktualisierter Artikel aus dem Veganswer-Archiv.

http://veganswer.de/ihr-seid-so-intolerant/

Ihr seid so intolerant! – Veganswer

Sind Veganer*innen intolerant? Woher nehmen sie das Recht, Konsument*innen tierlicher Produkte für ihr Verhalten zu kritisieren? Spurensuche.veganswer.de

Toleranz

 

 

Das ist es, was von Veganern gerne gefordert wird. Sie sollen zusehen, wie andere Menschen Fleisch, Milch und Eier essen. Dabei ist es für die Mitmenschen natürlich das angenehmste, wenn sie still respektierend dasitzen oder nett lächelnd einen guten Appetit wünschen. Doch so einfach ist das nicht. Denn wenn man einmal begriffen hat, was hinter diesen „Lebensmitteln“ steckt, ja WER hinter diesen Lebensmitteln steckt, kann man nicht mehr zurück.

Man wird kein Schnitzel mehr sehen. Anstatt dessen sieht man eine Schweinemutter, die in einen Kastenstand gesperrt ist und sich wochenlang nicht ein einziges Mal umdrehen kann, damit wir ihre Kinder später unbetäubt kastrieren, ihre Schwänze abschneiden, sie in winzigen Ställen ohne Tageslicht mästen und schließlich umbringen können, um 5 Minuten Gaumenkitzel zu erleben.

Man wird Sahne nicht mehr als Zutat für eine Soße oder einen Kuchen betrachten, sondern als Produkt, das dafür verantwortlich ist, dass Millionen von Kühe jahrelang zwangsgeschwängert und von ihren Kälbchen getrennt werden, damit man ihre Milch stehlen kann. Das Märchen von der grünen Almwiese, auf dem fröhlich grasend Kühe und Kuhkinder stehen, hat sich schon lange in ein Bild aus dreckigen Ställen mit Anbindehaltung, Kälberiglus und Kälbern verwandelt, deren einziger Lebensinhalt es ist, darauf zu warten, mit nur wenigen Wochen einen Bolzenschuss in den Kopf bekommen (ES SIND BABY`S ,VERDAMMT!), weil es Menschen gibt, die ihr Fleisch wollen.

Man wird guten Gewissens nie wieder ein Ei anrühren können, weil auch dort Bilder aufblitzen. Bilder von männlichen Küken, die direkt nach dem schlüpfen lebendig in einen Schredder geworfen werden, weil man sie nicht brauchen kann. Bilder von Hennen, denen die empfindlichen, nervendurchzogenen Schnäbel abgeschnitten werden, weil sie sich in den engen Ställen sonst gegenseitig verletzen würden. Auch hier ist die Illusion vom „Bauern nebenan“, der sich an so etwas nie beteiligen würde, längst erloschen.

Man wird bei den Worten „Fleisch von glücklichen Tieren“ nur noch müde und traurig lächeln können. Nur weil ein Lebewesen 2-3 Quadratmeter mehr Fläche zum stehen hat und ein paar Monate älter werden darf, hat das noch lange nichts mit Glück zu tun. Außerdem gibt es niemanden, der gerne stirbt. Niemanden! Das „Glück“ ist spätestens dann vorbei, wenn das Tier den blutverschmierten Schlachtgang entlang geführt wird, begleitet von den Todesschreien der Artgenossen.

Ist es nicht blanker Hohn, für all dies Toleranz zu verlangen? Für etwas, was so viel Leid und Qual und Tod verursacht?
Und ist es nicht paradox, Toleranz einzufordern, aber selbst für andere Lebewesen keinen Respekt übrig zu haben?

Was wir wirklich brauchen, sind Menschen, die ihre Augen und Herzen aufmachen und echte Toleranz zeigen.
Und zwar für ALLE Lebewesen dieser Erde.

„Wer das Böse ohne Widerspruch hinnimmt, arbeitet in Wirklichkeit mit ihm zusammen!“

 

„Wer das Böse ohne Widerspruch hinnimmt, arbeitet in Wirklichkeit mit ihm zusammen!“
~Dr. Martin Luther King~ Friedensnobelpreisträger

Wie zeigt sich das bei veganen Tierrechtlern? In welchen Äusserungen wird die alltägliche Feigheit, die Ignoranz und/oder Toleranz gegenüber den Tätern sichtbar? Einige Beispiele:

Wir sollten „keinen missionieren“, denn jeder muss ja „selbst wissen was er isst“. (Ist es wirklich Privatsache, Tiere auszubeuten, zu quälen und hinrichten zu lassen, hungernde Kinder umzubringen und die Umwelt zu ruinieren?)

Wir sollten Verständnis zeigen, wenn die Fleisch- und Milchkonsumenten sagen, dass sie „noch nicht so weit sind“, ganz auf den Käse zu verzichten. (Nur ein dekadenter Wohlstandsbürger kommt überhaupt auf die Idee zu äussern, dass er noch nicht so weit sei, auf Verbrechen zu verzichten!)

Wir sollten nicht sagen, dass sie ein Verbrechen begehen. Damit würden wir den Fleisch- und Eierkonsumenten als zu „extrem“ und zu „radikal“ erscheinen und sie verärgern. (Wie sollen die Täter denn verstehen, dass sie Verbrechen begehen, wenn man ihnen es nicht klar und deutlich sagt?)

Wir sollten sie „loben“, wenn sie sagen, dass sie bereits „weniger Fleisch essen“ bzw. wenn sie „langsam Schritt für Schritt weniger essen“. (Lobt man auch den Hausherrn bei häuslicher Gewalt, wenn er Frau und Kinder weniger bzw. nur noch einmal in der Woche schlägt?)

Wir sollten sie „loben“, wenn sie nur noch „bewusst“ ermordete Biotiere essen, von denen sie „wissen, wo sie herkommen“. (Wenn ein Mensch ein vermeintlich besseres Leben hatte und man weiss wo er herkommt, rechtfertigt dies ein Verbrechen an ihm? Wie absurd ist das denn?)

Und wir sollten einen „fleischfreien Montag“ einführen und die Flexitarier für diese Grosstat loben! (6 Tage Verbrechen und ein Tag normales Verhalten sollen eine Grosstat darstellen?)

Wenn man nicht den Mut hat, etwas gegen die Verbrechen zu sagen, so sollte man besser ganz still sein, als die Verbrechen zu loben! Denn auch weniger Verbrechen und schön verpackte Verbrechen bleiben Verbrechen. Und wenn man diese mit den obigen Argumenten toleriert oder sogar lobt, wird man schuldig. „Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.“ – Thomas Mann (Literatur-Nobelpreisträger)

Fleischesser fühlen sich von Veganern notorisch diskriminiert und fordern deshalb gerne, oft und lautstark mehr Toleranz.

 

Armin Rohm

Fleischesser fühlen sich von Veganern notorisch diskriminiert und fordern deshalb gerne, oft und lautstark mehr Toleranz. Schließlich ist es Fleischessern ja auch völlig Wurst, was Veganer essen. Sie hätten deshalb kein Recht, ihnen ständig ‚ihr‘ wohlverdientes Fleisch madig zu machen. Klare Ansage.

Dazu ein paar Gedanken …

1.)
Es ist leider nicht EUER Fleisch, worüber wir hier reden, sondern das Fleisch wehrloser, sinnlos ermordeter LEBEwesen. Es ist das Fleisch von Tierkindern, die leben, lieben, Spaß haben und glücklich sein wollten. Genau wie ihr. Mit demselben Recht.

2.)
Toleranz würde bedeuten ‚dulden‘ oder ‚gewähren lassen‘. Das ist schon verdammt viel verlangt angesichts des größten Massenmordes in der Geschichte der Menschheit. Jeder, der gegenüber eurem Gemetzel ‚Toleranz‘ zeigt, stellt sich automatisch auf die Seite des Unrechts, macht sich selbst schuldig und beschmutzt die eigene Seele mit Blut.

3.)
Es gibt da neben euch Fleischessern und uns Veganern eben noch eine dritte Partei, die berechtigte Erwartungen an unser Verhalten hat. Die Art ‚Toleranz‘, die ihr euch von den Veganern wünscht, würde diese dritte Partei aus ihrer Perspektive zurecht Zynismus und Verrat nennen. Es müsste doch eigentlich klar sein, dass das keine akzeptable Option für uns sein kann.

4.)
Bevor ihr eure eigene Toleranz feiert, dürft ihr gerne erstmal den Unterschied zwischen Toleranz und Gleichgültigkeit recherchieren. Dass euch das Leben und Leiden anderer schlicht EGAL ist, hat nichts Edles, sondern ist vielmehr das tragische Resultat massiver emotionaler Verarmung.

5.)
Toleranz ist meist eine selbstbewusste Geste der gesellschaftlichen Mehrheit gegenüber Minderheiten. Sie entspringt einer Position innerer Stärke. Toleranz ist Ausdruck von Gelassenheit und der Gewissheit, selbst in Übereinstimmung mit den kollektiv dominanten, akzeptierten Werten zu handeln. Wenn ihr bei einem Bevökerungsanteil von gerade mal einem Prozent Veganern derart beunruhigt seid, dass IHR glaubt, Toleranz gegenüber eurer gesellschaftliche ‚Norm‘ einfordern zu müssen, dann könnt ihr mal prüfen, wie sicher ihr euch eigentlich SELBST noch seid, das Richtige zu tun. Es könnte sein, dass ihr längst ahnt, dass bald eine ganz neue Geschichte geschrieben wird, in der Ignoranz und Gewalt keinen Platz mehr haben werden.


 

Wie zeigt sich das bei veganen Tierrechtlern? In welchen Äusserungen wird die alltägliche Feigheit, die Ignoranz und / oder Toleranz gegenüber den Tätern sichtbar? Einige Beispiele:

Wir sollten „keinen missionieren“, denn jeder muss ja „selbst wissen was er isst“. (Ist es wirklich Privatsache, Tiere auszubeuten, zu quälen und hinrichten zu lassen, hungernde Kinder umzubringen und die Umwelt zu ruinieren?)

Wir sollten Verständnis zeigen, wenn die Fleisch- und Milchkonsumenten sagen, dass sie „noch nicht so weit sind“, ganz auf den Käse zu verzichten. (Nur ein dekadenter Wohlstandsbürger kommt überhaupt auf die Idee zu äussern, dass er noch nicht so weit sei, auf Verbrechen zu verzichten!)

Wir sollten nicht sagen, dass sie ein Verbrechen begehen. Damit würden wir den Fleisch- und Eierkonsumenten als zu „extrem“ und zu „radikal“ erscheinen und sie verärgern. (Wie sollen die Täter denn verstehen, dass sie Verbrechen begehen, wenn man ihnen es nicht klar und deutlich sagt?)

Wir sollten sie „loben“, wenn sie sagen, dass sie bereits „weniger Fleisch essen“ bzw. wenn sie „langsam Schritt für Schritt weniger essen“. (Lobt man auch den Hausherrn bei häuslicher Gewalt, wenn er Frau und Kinder weniger bzw. nur noch einmal in der Woche schlägt?)

Wir sollten sie „loben“, wenn sie nur noch „bewusst“ ermordete Biotiere essen, von denen sie „wissen, wo sie herkommen“. (Wenn ein Mensch ein vermeintlich besseres Leben hatte und man weiss wo er herkommt, rechtfertigt dies ein Verbrechen an ihm? Wie absurd ist das denn?)

Und wir sollten einen „fleischfreien Montag“ einführen und die Flexitarier für diese Grosstat loben! (6 Tage Verbrechen und ein Tag normales Verhalten sollen eine Grosstat darstellen?)

Wenn man nicht den Mut hat, etwas gegen die Verbrechen zu sagen, so sollte man besser ganz still sein, als die Verbrechen zu loben! Denn auch weniger Verbrechen und schön verpackte Verbrechen bleiben Verbrechen. Und wenn man diese mit den obigen Argumenten toleriert oder sogar lobt, werden wird man schuldig. „Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.“ – Thomas Mann (Literatur-Nobelpreisträger)

„Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.“

 

Toleranz für Tierquäler und Menschenquäler? – Die Bedeutung von Toleranz und die Grenzen der Toleranz (für Veganer, Menschenrechtler und Tierrechtler)

Viele Menschen scheinen über Toleranz und deren wahre Bedeutung gar nicht weiter nachzudenken. Ist Toleranz ein Wert an sich, der immer und überall zu gelten hat, gleichgültig um was es geht? Oftmals hört man die seltsamsten Argumente, wenn Toleranz gegenüber Fleisch-, Milch- und Eierkonsumenten eingefordert wird. Jeder habe ja schliesslich selbst einmal Fleisch gegessen und man sei nicht als Veganer zur Welt gekommen, vernimmt man dann erstaunt. Ein wahrhaft seltsames Argument. Wenn es denn tatsächlich eine ernst zu nehmende Argumentation wäre, dürfte kein Mensch mehr auf Fehler anderer hinweisen, weil selbstverständlich jeder Mensch in seiner Vergangenheit schon einmal mehr oder weniger grosse Fehler gemacht hat.

Auch hört man immer wieder die Forderung, Menschen für jeden positiven Schritt zu loben, also zum Beispiel für angeblich „weniger Fleischkonsum“ oder einen „fleischfreien Tag in der Woche“. Wenn dieser Unsinn richtig wäre, dann müssten z. B. auch bei häuslicher Gewalt gegenüber Frauen und Kindern die Täter gelobt werden, wenn sie gnädigerweise „weniger zuschlagen“ oder einen „gewaltfreien Tag ohne Prügel“ einlegen.

In Wahrheit sind solche Aussagen bzw. Forderungen nichts weiter als der Ausdruck von Bequemlichkeit, Feigheit oder mangelndem Vermögen, sich mit den Konsumenten von Tierqualprodukten als Täter auseinanderzusetzen. Auseinandersetzen bedeutet in diesem Fall natürlich nicht Aggression oder Beschimpfung, sondern die Konsumenten über die Folgen ihrer Taten sachlich zu informieren und seinen ethischen Standpunkt klar zu vertreten. Nur wenn die Konsumenten ausreichend gute Informationen erhalten, erst dann haben sie die Chance, aufgrund dieses neuen Wissens auch gute Entscheidungen zu treffen. Wenn wir die Konsumenten nicht klar und gut informieren, wie können sie dann eine gute Entscheidung gegen Tierqualprodukte treffen? Wenn wir nicht den Mut haben, unseren Standpunkt klar und unmissverständlich zu vertreten, wie können unsere Mitmenschen dann erkennen, wie wichtig diese Angelegenheit für hungernde Menschen, leidende Tiere, die Umwelt und für uns selbst ist?

Toleranz ist ein hoher Wert im friedlichen Zusammenleben der Menschen. Aber Toleranz muss da aufhören, wo Mensch, Tier und Umwelt Schaden nehmen. Es liegt ein Missbrauch des Wortes Toleranz vor, wenn man Toleranz für Unrecht und Verbrechen an Menschen, Tieren und der Umwelt fordert. Ja, man kann durch falsch verstandene Toleranz selbst zum Täter werden. Denn die Toleranz für Unrecht und Verbrechen bestärkt die Täter. Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann brachte es auf den Punkt:

„Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.“

Mit anderen Worten: Wir werden selbst Teil des Unrechts und Teil der Verbrechen und damit auch Täter, wenn wir nicht klar und eindeutig gegen Unrecht und Verbrechen Stellung beziehen und sie als das benennen, was sie sind: Unrecht und Verbrechen! Eine kluge Aussage zur Toleranz stammt von dem Schriftsteller Umberto Eco:

„Um tolerant zu sein, muss man die Grenzen dessen, was nicht tolerierbar ist, festlegen“.

Ganz sicher ist nicht tolerierbar, dass der Konsum von Fleisch, Milch und Eiern für mindestens 51% der weltweiten von Menschen ausgelösten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist und somit den Klimawandel bzw. die Klimakatastrophe auslöst und damit die Existenzgrundlagen nachfolgender Generationen zerstört.

Ganz sicher ist nicht tolerierbar, dass jeder Tod eines Tieres und die systemimmanente Tierquälerei in der Tierhaltung und Schlachtung wegen eines banalen ungesunden Geschmackerlebnisses ein unerträgliches und zum Himmel schreiendes Unrecht darstellt.

Ganz sicher ist nicht tolerierbar, dass täglich ca. 40.000 Kinder an Hunger sterben, während ca. 40% der weltweit gefangenen Fische, ca. 50 % der weltweiten Getreideernte und ca. 90 % der weltweiten Sojaernte an die „Nutztiere“ der Fleisch- und Milchindustrie verfüttert werden, was zum grossen Teil sogar aus den „Hungerländern“ stammt. (80% der hungernden Kinder leben in Ländern, die einen Nahrungsüberschuss produzieren, doch die Kinder bleiben hungrig und verhungern, weil der Getreideüberschuss an Tiere verfüttert bzw. exportiert wird.)

Ganz sicher ist nicht tolerierbar, dass sich die Menschen durch den Konsum von Fleisch, Milch, Milchprodukten, Eiern und Fisch die schwersten und tödlichen Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall, Diabetes, Alzheimer, Demenz, Adipositas usw. an(fr)essen, weil sie von korrupten „Experten“ vorsätzlich über den Zusammenhang von Ernährung und Krankheit irreführend informiert werden.

Wenn sich jemand gegen die eigene Gesundheit entscheidet, mag das noch okay sein, auch wenn es über die Krankenkassen alle Versicherten belastet und ein eher unsoziales Verhalten auf Kosten aller darstellt. Wenn aber jemand dabei mitmacht, den Hungertod von Kindern und Erwachsenen zu verursachen, Tiere zu quälen und zu töten, die Erde für die nächsten Generationen unbewohnbar zu machen, dann ist das ein Unrecht, für das es keine Toleranz geben darf.

Was bedeutet das für unser Verhalten im Alltag?

Man sollte sich über die ethischen und gesundheitlichen Hintergründe des Veganismus gründlich informieren, um selbst informieren zu können. Dafür wurde z. B. die ProVegan-Website erstellt (www.ProVegan.info). Andernfalls kann man nicht erwarten, dass man von seinem Gesprächspartner ernst genommen wird und er auf das hört, was man zu sagen hat. Es hilft ganz sicher nicht, wenn man den Fleischesser direkt anpöbelt und mit Vorwürfen überhäuft, denn vielen ist das Unrecht, was sie begehen, zunächst überhaupt nicht bewusst. Deshalb ist es wichtig, fachlich kompetent zu informieren und die Fakten klar und wahrheitsgetreu zu benennen. Dafür wurde u. a. die Vegan-Broschüre von ProVegan geschaffen (http://www.provegan.info/fileadmin/img/pdf/broschuere-vegan.pdf). Danach liegt es an den Mitmenschen, diese Informationen zu nutzen oder in voller Kenntnis um die Folgen ihres Konsums vorsätzlich weiterhin Unrecht zu begehen.

Wie geht man mit Freunden und einem Lebenspartner um, die in voller Kenntnis der Folgen trotzdem die Tierqualprodukte konsumieren?

Ganz sicherlich eines der schwierigsten persönlichen Probleme überhaupt. Hier kann man nur als Denkanstoss die folgenden Fragen aufwerfen:

Was ist von einem Freund oder Partner zu halten, der sieht, wie wichtig Ihnen die ethischen Fragen rund um leidende Tiere, verhungernde Kinder und einer zunehmend zerstörten Umwelt sind, der auch sieht, wie sehr Sie darunter leiden, und der trotzdem weiter vorsätzlich das tut, was Ihren wertvollsten Moralvorstellungen widerspricht?

Was ist von einem Freund zu halten, der sich nicht um die Dinge schert, die Ihnen ganz wichtig sind?

Was ist von einem Partner zu halten, der sich vorsätzlich durch den Tierproduktekonsum in die erhebliche Gefahr begibt, durch Krebs, Alzheimer oder ein anderes schweres ernährungsbedingtes chronisches Leiden verfrüht und massiv Leid in die Partnerschaft einzubringen?

Fazit: Auch wenn wir kein Unrecht begehen, haben wir aber trotzdem die Verantwortung für das Unrecht, was um uns herum geschieht. Erich Kästner schrieb:

„An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch der, der es nicht verhindert.“

Toleranz gegenüber Unrecht wäre aber genau das Gegenteil, man würde das Unrecht unterstützen und fördern. Für moralisch denkende Menschen reicht es nicht aus, selbst kein Unrecht zu begehen, sondern mutig und entschlossen gegen Unrecht vorzugehen, also Unrecht nicht zu tolerieren, selbst dann oder gerade dann, wenn moralisches Unrecht (noch) durch Gesetze gedeckt ist. Ganz im Sinne von Berthold Brecht:

„Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“