Brauchen Tiere Rechte?

 

Brauchen Tiere Rechte?

Dürfen wir das Wohl und Leben der Tiere unseren Zwecken unterordnen? Tiere sind wesentlich intelligenter und empfindsamer als angenommen. Dennoch töten wir Tiere für Fleisch oder akzeptieren, dass Versuche an ihnen durchgeführt werden. Tierschutzorganisationen und Verhaltensforscher fordern nun neue Rechte für Tiere.

Wissenschaftliche Forschungen zeigen, dass Tiere sehr viel intelligentere, kommunikativere und empfindsamere Wesen sind, als wir gemeinhin denken.

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ARTE MEDIATHEK | ARTE | Brauchen Tiere Rechte?

http://www.arte.tv/guide/de/055175-000-A/brauchen-tiere-rechte#collection/RC-013862/ARTETV

Dürfen wir das Wohl und Leben der Tiere unseren Zwecken unterordnen? Tiere sind wesentlich intelligenter und empfindsamer als angenommen. Dennoch töten wir Tiere für Fleisch oder akzeptieren, dass Versuche an…arte.tv

Nichts kann jemals die Qual und Misshandlung eines Tieres rechtfertigen

 

 

Der Tag wird kommen, an dem auch den übrigen lebenden Geschöpfen die Rechte gewährt werden, die man ihnen nur durch Tyrannei vorenthalten konnte. Die Franzosen haben bereits erkannt, dass die Schwärze der Haut kein Grund ist, einen Menschen schutzlos den Launen eines Peinigers auszuliefern. Eines Tages wird man erkennen, dass die Zahl der Beine, die Behaarung der Haut und das Ende des Steißbeins sämtlich unzureichende Gründe sind, ein empfindendes Lebewesen dem gleichen Schicksal zu überlassen. Aber welches andere Merkmal könnte die unüberwindliche Grenzlinie sein? Ist es die Fähigkeit zu denken oder vielleicht die Fähigkeit zu sprechen? Doch ein erwachsenes Pferd oder ein erwachsener Hund sind weitaus verständiger und mitteilsamer als ein Kind, das einen Tag, eine Woche oder sogar einen Monat alt ist. Doch selbst, wenn es nicht so wäre, was würde das ändern? Die Frage ist nicht: Können sie denken? oder: Können sie sprechen? sondern: Können sie leiden?

– Jeremy Bentham –
#Govegan #vegan #tierehabenrechte #karnismuserkennen #speziesismus

Warum wir für Tierrechte kämpfen (müssen)

https://editionf.com/Hilal-Sezgin-warum-fuer-Tierrechte-kaempfen

 

Schriftstellerin, Publizistin, Autorin und Tierrechtlerin Hilal Sezgin mit Bock Domino.

Es scheint heute oft so, sei für den Tierschutz schon ausreichend getan. Warum aber weiter dafür gekämpft werden muss, hat Hilal Sezgin aufgeschrieben. Sie ist eine unserer „25 Frauen, die unsere Welt besser machen“ und setzt sich seit Jahren als Schriftstellerin, Publizistin und Journalistin mit dem Thema auseinander und für Tiere ein.

Tierrechtler*innen: Wofür kämpft ihr eigentlich noch?

Tierschutz im Grundgesetz, Biosiegel hier und Tierschutzlabels da… Immer wieder werden wir Tierrechtler*innen gefragt, wofür wir eigentlich noch kämpfen. Und wieso kritisieren wir so oft ausgerechnet diejenigen, die sich doch anscheinend Mühe geben, in ihrer Tierhaltung wenigstens ein bisschen was besser zu machen? Denn seien wir mal realistisch – an diesem Punkt der Gegenrede senkt sich die Stimme der Fragenden meist, und es ist schwer zu erkennen, ob sich nicht auch ein wenig Triumph ins Mitgefühl mischt: Die gesamte Menschheit wird niemals vegan werden! Für vegan und Tierrechte zu kämpfen, heißt – so die Kritiker*innen – potentielle Verbündete abzuschrecken und Kraft zu verschwenden.

Wirklich? Zuerst zum Grundsätzlichen: Tierrechte sind die Rechte individueller Tiere ( nicht: Arten) auf ihr eigenes Leben. Also darauf, dass sie nicht willkürlich getötet werden, dass ihnen keine vermeidbaren Schmerzen zugefügt werden, dass man ihre Lebensmöglichkeiten nicht beschneidet, indem man sie zum Beispiel einsperrt – oder ihnen die Kinder wegnimmt, oder sie bereits so züchtet, dass sie wie Milchmaschinen auf vier Beinen herumlaufen und ihr Skelett und Stoffwechsel die eigene „Milchleistung“ kaum bewältigen können. Jedes empfindungsfähige Wesen hat das Recht zumindest auf den selbstbestimmten Versuch, ein Leben mit allen relevanten Komponenten zu leben.

Wir Menschen sind nicht befugt, zu verstümmeln, einzusperren und zu töten

Ich schreibe so vorsichtig „Versuch“, weil natürlich nicht jedes Leben lang und voller Glück ist, von Anfang bis Ende. Krankheit, Unfälle, widrige Klimabedingungen und Tod können ein Wesen überall ereilen. Und deswegen ist auch von „Willkür“ die Rede: Manche Schäden sind nicht vermeidbar. Raubtiere jagen „mit gutem Recht“ andere Tiere, weil sie nicht anders können. Selbst das behutsamste menschliche Leben kostet andere Leben oder zumindest deren Ressourcen, und sei es, dass wir beim Waldspaziergang auf eine Schnecke treten. Dass so etwas aber passieren KANN und dass jede Kuh, jeder Karpfen, jedes Huhn ohnehin irgendwann stirbt, heißt nicht, dass wir Menschen befugt sind, es gleich jetzt schon zu verstümmeln, einzusperren oder zu töten.

Im Grunde will also der Tierrechtsgedanke eigentlich nur die Darwinsche Erkenntnis, dass Menschen und (andere) Tiere nahe Verwandte sind, in den Bereich des Moral-Politischen verlängern. Es gibt nun einmal keine absolute Grenze zwischen uns, was Leben, Freiheit, Körperlichkeit, Angst, Freude, Liebe zum Nachwuchs, Lust an der Bewegung angeht. Gewiss, es gibt entscheidende Unterschiede in den Bereichen Sprache, Kunst, Fantasie, Technik – darum fordern wir ja auch keine Schulpflicht für Tiere, keine Ameisenmuseen (für Ameisen) oder dergleichen. Aber in Bezug auf die anderen erwähnten Lebensbereiche, die uns alle als biologische, körperliche, bedürftige, verletzliche, eigen-willige und fühlende Wesen betreffen, eben nicht.

Nun habe ich so ausführlich erklärt, was der Tierrechtsgedanke bedeutet, und bin bisher die Antwort schuldig geblieben, warum wir uns dann nicht an der Bio- und Tierschutzlabelei beteiligen. Auch Biohaltung oder Tierwohlinitiativen sehen ja nur ein Minimales an mehr Platz, ein bisschen mehr Stroh, mehr Wasser und ein paar wenige Wochen längeres Leben für die Tiere vor. Sie bieten leider keine wirkliche Verbesserung für die Tiere, sondern nur eine geringfügige Entschlechterung. „Bio-Fleisch“ ist von artgerechter Haltung so weit entfernt wie Donald Trump von schönen Haaren, und der Begriff „Tierschutz-Fleisch“ ist ohnehin der größte Hohn. Denn spätestens wenn das Tier tot auf dem Teller liegt, ist ja klar: Dieses Tier wurde nicht hinreichend geschützt.

Gerecht wird es erst, wenn die unschuldigen Leben freigelassen werden

All diese „Tierwohl“-Label sind so etwas wieder Ablasshandel unserer Zeit, denn der/die Konsument*in kann sich besser fühlen, dem Tier geht’s nach wie vor dreckig. Eigentlich habe ich die Hoffnung, dass bereits deutlich geworden ist, warum wir Tierrechtler*innen so etwas nicht bejubeln können… Aber vielleicht noch nicht. Stellen wir uns also vor, wir Tierrechtler*innen wären so etwas wie Amnesty International. AI kämpft gegen Folter, willkürliche Freiheitsberaubung, Todesstrafe. Und stellen wir uns ebenfalls vor, ein Regime verspricht, die Todeszellen der politischen Gefangenen etwas größer zu machen; mit Fernseher vielleicht und abschließbarem Klo. Würde AI deswegen die Sektkorken springen lassen? Würde jemand einen Preis oder ein Menschenrechtssiegel erhalten, der seinen willkürlich Gefangenen ein Klo und einen Fernseher hinstellt? Wäre das nicht höchst armselig von AI, für solche „Reformen“ den Schulterschluss mit den Machthabern zu suchen, und wären wir nicht ebenso armselige Tierrechtler*innen, wenn wir jemandem gratulierten, der ein Schwein statt auf 0,75 Quadratmeter auf 1,25 qm hält und es danach, wie all die anderen Schweine, im juvenilen Alter in den Schlachthof fährt?

Vielleicht gibt es auch hier Leute, die sagen: Ein Fernseher für die letzten Monate, das ist doch etwas! Mag sein. Aber es muss auch Leute geben, die nicht auf den Fernsehbildschirm, sondern aufs Gesamtbild gucken und sagen: Leute, denkt dran, egal wie viele Fernseher ihr noch reinstellt: Was ihr da tut, ist falsch. Grundfalsch. Gerecht wird es erst, wenn ihr die Unschudligen freilasst. Nicht gewaltsam tötet. Frieden ist erst erreicht, wenn alle sicher vor der willkürlichen Gewalt der Mächtigen sind.

Oh doch, das Engagement für eine vegane Welt ist realistisch

Apropos Frieden, und damit noch mal zu dem Einwand, das Engagement für eine vegane Welt sei nicht „realistisch“. Auch der Weltfrieden wird, nach allem, was wir über unsere eigene Spezies wissen, wohl nie erreicht. Und ist es nicht trotzdem, vielleicht sogar gerade deswegen nötig, immer wieder für ihn zu kämpfen? Wo wären wir, wenn sich nicht immer Menschen in scheinbar aussichtsloser Lage für den Frieden eingesetzt hätten, und eine noch wie viel brutalere Tierausbeutung wäre heute üblich, wenn nicht seit Jahrhunderten immer wieder Menschen für Tiere eingestanden wären?

Ihre Namen sind heute zumeist vergessen, von der hegemonialen Geschichtsschreibung sozusagen verschluckt; doch es waren oft dieselben, die gegen die Versklavung der Menschen kämpften; es waren Frauen darunter, die für das Recht der Frauen stritten, zu studieren… Es ist sicher kein Zufall, dass sich so viele dieser vermeintlich aussichtslosen, und tatsächlich doch lebensnotwendigen Kämpfe immer wieder überschnitten; doch dies ist eine andere Geschichte, die ein anderes Mal zu erzählen gilt.

Wer sich etwas in das Thema einarbeiten möchte, dem sei noch diese Dokumentation zu Bioschweinen empfohlen. Oder auch jene über die ersten 24 Stunden der Hühnerküken.

Warum sollten Tiere Rechte haben?

 

www.PETA.de/Tierrechte

Beinahe alle von uns haben früher Fleisch gegessen, Leder getragen und Zirkusse und Zoos besucht. Wir kauften unsere geliebten „Haustiere“ im Zooladen, hielten uns Meerschweinchen und wunderschöne Vögel in Käfigen. Wir erkundigten uns nicht nach tierversuchsfreien Produkten, aßen Burger in Fastfood Restaurants und gingen angeln. Was unser Handeln für die Tiere bedeutete, haben wir niemals in Betracht gezogen. Doch trotz all diesen Gewohnheiten fragen wir uns immer wieder: ist das richtig? Sollten Tiere Rechte haben?

In seinem Buch „Animal Liberation – Die Befreiung der Tiere“ schreibt Peter Singer, dass das Prinzip der Gleichheit nicht die gleiche „Behandlung“, sondern die gleiche „Berücksichtigung“ erfordert. Dies ist ein wichtiger Unterschied, was die Rechte der Tiere anbelangt. Oft fragen die Menschen, ob Tiere Rechte haben sollten und die Antwort ist schlichtweg: „Ja!“ Sicherlich verdienen es Tiere, ein Leben frei von Leid und Ausbeutung zu leben. Jeremy Bentham, Gründer der reformierenden utilitaristischen Schule der moralischen Philosophie, sagte, dass bezüglich der Rechte eines Lebewesens die Frage nicht sein darf “Können sie denken?“ oder „Können sie sprechen?“, sondern „Können sie leiden?“. In diesem Zusammenhang weist Bentham auf die Fähigkeit zu leiden als ausschlaggebende Charakteristik hin, die einem Lebewesen das Recht auf gleiche Berücksichtigung gibt. Die Fähigkeit zu leiden ist nicht nur eine weitere Charakteristik, wie die Fähigkeit, sich in Sprache auszudrücken oder die Fähigkeit, höhere Mathematik zu behandeln. Alle Tiere können auf die gleiche Weise und im gleichen Ausmaß wie Menschen leiden. Sie empfinden Schmerz, Freude, Frustration, Einsamkeit und Mutterliebe. Jedes Mal, wenn wir etwas tun, das in ihre Bedürfnisse eingreift, sind wir moralisch dazu verpflichtet, die Tiere zu berücksichtigen.

Unterstützer der Rechte der Tiere glauben, dass Tiere einen ihnen innewohnenden Wert haben – ein Wert, vollkommen unabhängig von ihrem Nutzen für den Menschen. Wir sind der Ansicht, dass jedes Lebewesen mit dem Willen zum Leben, ein Recht auf ein Dasein ohne Schmerz und Leid hat. Tierrechte sind nicht nur eine Philosophie – sie sind eine soziale Bewegung, die die traditionellen Ansichten der Gesellschaft, nämlich dass alle nichtmenschlichen Tiere lediglich für die Nutzung des Menschen bestimmt sind, herausfordert. Ingrid Newkirk, Gründerin von PETA USA, sagte: „Wenn es um Schmerz, Liebe, Freude, Einsamkeit und Angst geht, ist eine Ratte gleich einem Schwein, einem Hund, einem Jungen. Jeder von ihnen schätzt sein Leben und kämpft dafür.“

Es sind lediglich Vorurteile, die uns gestatten, anderen genau die Rechte abzuerkennen, die wir für uns selbst möchten. Ganz egal ob auf Rasse, Geschlecht, sexueller Orientierung oder einer Spezies basierend, Vorurteile sind moralisch nicht akzeptabel. Wenn Sie keinen Hund essen würden, warum dann ein Schwein? Hunde und Schweine haben die gleichen Fähigkeiten, Schmerz zu empfinden, doch nur unsere Vorurteile gegen diese Spezies gestatten es uns, eines dieser Tiere als Begleiter und eines als Abendessen anzusehen.

Was spricht schon dagegen, Tiere zu nutzen?

Es gibt keine „humane“ Möglichkeit, Tiere zu nutzen
“Aber warum sollten wir keine Tiere nutzen, solange sie gut behandelt werden?“ Wie oft habt ihr diese Frage schon gehört? Die meisten Menschen sind sich einig, dass unser Umgang mit Tieren human sein sollte.

Tiere in der Nahrungsmittel-Industrie
Schauen wir uns beispielsweise die Nahrungsmittelproduktion an: Fast alle Tiere, die in zu diesen Zwecken gezüchtet werden, leben in Massentierhaltungen. Die Frage nach dem Warum lässt sich leicht beantworten: weil es billiger ist. So können für das gleiche Geld mehr Tiere als auf einem kleinen Hof, wo vielleicht alle Tiere Zugang zum Freien hätten, gezüchtet werden. Natürlich werden viele Tiere durch die überfüllten und dreckigen Bedingungen in Massentierhaltungen krank und sterben, aber es bleibt dennoch wesentlich kosteneffektiver, Fleisch, Milch und Eier auf diese Weise zu „produzieren“.

Aus der Perspektive des Landwirts
Denkt doch einmal aus der Perspektive eines Landwirts darüber nach. Wenn euer Konkurrent Schweine- oder Hühnerfleisch in riesigen Hallen voll von Tieren produziert, sind seine Kosten natürlich niedriger als auf eurem Hof, wo ihr zwar die gleichen Tiere haltet, dies aber unter humaneren Bedingungen. Selbst wenn euch eure Tiere am Herzen liegen, ihr müsst auch irgendwie eure Miete zahlen und dafür sorgen, dass eure Familie etwas zu Essen auf dem Tisch hat. Natürlich könntet ihr die Massentierhaltung zu Gunsten der Tiere ablehnen – vielleicht bekommen eure Produkte dadurch sogar ein Sigel oder ein Zertifikat – aber wo zieht ihr die Linie? Was tun ihr mit den männlichen Küken und Kälbern, wenn Sie Milch und Eier vermarkten? Ihr könnt nichts mit ihnen anfangen und selbst die Schlachtung würde Euch nicht viel bringen, da die Tiere nicht zu diesem Zweck gezüchtet wurden und deshalb z.B. weniger Fleisch ansetzen. Könnt ihr es euch leisten, all diesen Tieren einen schönen Lebensabend auf eurem Hof zu bieten? Könnt ihr ihre Nahrung und die Tierarztkosten zahlen, obwohl die Tiere Euch kein Geld einbringen? Selbst „humane“ Landwirte können das aufgrund der hohen Kosten nicht leisten.

Kühe in der Fleischindustrie
Kühe in der Fleischindustrie werden normalerweise kastriert und gebrandmarkt. Schweine werden ebenfalls kastriert; oft verstümmelt man ihnen zu Identifikationszwecken die Ohren. Als „tierfreundlicher“ Landwirt könnt ihr theoretisch diese Punkte verbessern und euren Tieren zumindest Schmerzmittel verbreichen, wenn diese Prozeduren vorgenommen werden; aber ihr steht natürlich in Konkurrenz zu anderen, die ihr Geld eben nicht dafür ausgeben. Diese Ausgaben würden direkt von eurem Profit abgezogen. Und vergesst nicht: Auch „Bio-Tiere“ erleben den gleichen Horror während Transport und Schlachtung wie Tiere aus der Massentierhaltung.

„Nutztiere“ sind Produkte intensiver Zucht
Und hier ein weiterer Punkt, den ihr als „tierfreundlicher“ Landwirt bedenken müsstet: Die meisten modernen Zuchtformen von Hühnern, Puten, Schweinen und Kühen, die zur Milchproduktion eingesetzt werden, sind genetisch auf eine maximale Produktion abgestimmt. Das führt zu vielen gesundheitlichen Problemen, die durch das schnelle Wachstum und die abnormale Körpergröße entstehen, z.B. Herzkrankheiten, Infektionen und Knochenbrüchen. Diese Tiere müssen schon im jungen Alter getötet werden oder werden mit steigendem Wachstum unter schweren Verkrüppelungen leiden. Landwirte könnten alte Tierrassen verwenden, die in ihrer Genetik noch nicht so stark verändert sind; allerdings bedeutet das auch, dass er aus jedem Tier weniger „Produkt“ erhält und die Tiere dennoch schon jung töten müsste, um einen maximalen Profit zu erzielen. Tiernahrung ist schließlich teuer! Landwirte können also einige Formen des Tierleids ausschließen, aber ihr wollt damit schließlich euer Geld verdienen und müsst deshalb Kompromisse eingehen, die nicht im Interesse der Tiere liegen.Tiere in der Tierversuchsindustrie
Und was ist mit der Nutzung von „Versuchstieren“ im Labor? Die Bedingungen in Laboratorien bedeuten für die Tiere immer Stress und Angst und die Tests selbst sind oft extrem schmerzhaft oder tödlich. In vielen Fällen werden keine Schmerzmittel eingesetzt, weil das Risiko besteht, dass sie die Versuchsdaten verfälschen könnten. Zwar sagen einige Einrichtungen, sie würden einer Art „Tierschutz-Protokoll“ folgen – aber ein paar Spielzeuge in einem kahlen Affenkäfig sind kein Ersatz für den Umgang mit Familie und Freunden, den er in seinem natürlichen Umfeld hätte. Genau wie in der Nahrungsmittelproduktion leiden Tiere im Labor immer, egal wie „human“ die Vorschriften der jeweiligen Einrichtung auch sein mögen. Zudem liefern Studien an Tieren noch nicht einmal wissenschaftlich verlässliche Ergebnisse für den Menschen.Tiere in der Haustierindustrie
Wie sieht es mit unseren tierischen Begleitern, den sogenannten Haustieren, aus? Können wir Hunde und Katzen nicht halten, ohne dass dies zu Tiermissbrauch führt? Unsere Erfolgsbilanz spricht nicht gerade für uns… Wie viele Hunde- und Katzenzüchter bieten den Tieren, die sie züchten, aber nicht an ein dauerhaftes, liebevolles Zuhause verkaufen können (z.B. weil das Tier die Rassestandards nicht erfüllt) schon ein friedliches, langes Leben bei sich zu Hause? Einige wenige mögen das vielleicht tun, der wirtschaftliche Hintergrund der Tierzucht wird allerdings immer sicherstellen, dass diese Züchter die absolute Minderheit darstellen. Ihnen gegenüber stehen Massenzuchten und Hinterhofzüchter, die „reinrassige“ Tiere am Fließband und so billig wie möglich produzieren. Egal wie gut die Absichten von Hunde- und Katzenzüchtern auch sein mögen, sie verschlimmern stetig die Überpopulation an Tieren und stellen so sicher, dass unzählige Tiere in Tierheimen vergebens auf ein neues Zuhause warten oder in anderen Ländern tausendfach getötet werden müssen.Es gibt keine „humane“ Möglichkeit, Tiere zu nutzen
Es gibt keine „humane“ Möglichkeit, Tiere zu nutzen. Wo die Ziele von Menschen mit den Bedürfnissen von Tieren in Konflikt geraten, sind die Tiere die Verlierer. Niedrigere Kosten und höhere Profite sind eine starke Motivation, selbst wenn die Absichten anfangs gut waren. Die Frage nach Nutzen und Missbrauch wird sich nur dann erledigt haben, wenn wir die Bedürfnisse von Tieren vorne anstellen, indem wir für eine Welt kämpfen, in der Tiere nur zu ihrem eigenen Zweck leben dürfen.

Warum Tierrechte wichtig sind

Für Tierschützer steht in erster Linie die artgerechte Haltung von Tieren im Vordergrund. Die Tierrechtsbewegung geht einen Schritt weiter und fordert eine moralische Berücksichtigung von Tieren in allen Belangen.vebu.de


Die Zeit für Tierrechte ist jetzt…


 

„Gott und die Welt: Menschenrechte für Tiere?
Film von Martin Buchholz | Das Erste
Dürfen wir Tiere züchten, töten und essen, weil wir es können? Nein, sagen Tierrechtler und fordern das menschliche Grundrecht auf Leben und Freiheit für Rinder, Schweine und alle anderen „empfindungsfähigen Lebewesen“. Die Debatte wird immer lauter, weil sie auf unser schlechtes Gewissen trifft. Gegen brutale Massentierhaltung sind alle, doch mit welcher Konsequenz? Reporter Martin Buchholz hat Tierrechtler, Landwirte und Biologen getroffen, die neue Wege suchen im Umgang mit den Tieren, die wir zu „Nutztieren“ erklärt haben.“

Dürfen wir Tiere züchten, töten und essen, weil wir es können? Nein, sagen Tierrechtler und fordern das menschliche Grundrecht auf Leben und Freiheit für Rinder, Schweine und alle anderen „empfindungsfähigen Lebewesen“.