VW Affenversuche

 

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Grausame Atem Gift Versuche sind in Deutschland Alltag
SOKO Tierschutz fordert ein Ende der Geheimhaltung

In Deutschland gelang es nur zweimal Einblicke in die verschlossene und von totaler Geheimhaltung gezeichnete Tierversuchsindustrie zu gelangen: Undercover im Giftigkeitstestlabor Covance in Münster und dem Max-Planck-Institut in Tübingen. Beide Recherchen zeigten eindeutig, dass grausame Tierversuche ohne Sinn eben kein Phänomen der USA oder des aktuellen VW-Skandals sind, sondern Alltag in Deutschland in dutzenden Tierversuchseinrichtungen.
Besonders in Deutschland gibt es zahllose so genannte CRO´s, Labore die sich auf Tierversuche im Auftrag, wie im aktuellen Fall, spezialisiert haben. Dort kann man Tierversuche nach Wunsch beauftragen. Der Kunde hat die Wahl der Qual: Gift in den Atemtrakt, unter die Haut, in die Blutbahn, den Magen oder in die Augen. Dabei besteht die freie Auswahl der Tierart, ob Affe, Hund, Maus oder Fisch jeden Alters vom Neugeborenen bis zu Tieren, die schon seit einem Jahrzehnt für die Versuche missbraucht werden.
Diese Einrichtungen führen an Standorten wie Münster, München oder Hamburg Tierversuche am Fließband durch und geben damit der Industrie, dem Militär oder auch Interessensvertretungen die Argumente um schadhafte Substanzen oder vermeintlich neue Präparate auf den Markt zu bringen. Die verheerende Bilanz der Tierstudien, die nicht nur in der Rücknahme zahlloser Präparate, sondern auch mit dem Tod und der Krankheit zehntausender Menschen jedes Jahr endet, bleibt weitgehend unerwähnt.

Diese Branche ist völlig außer Kontrolle, die Öffentlichkeit ist ausgesperrt. Die staatlichen Einrichtungen sind mit der Kontrolle völlig überfordert und die angeblichen „Ethikkomissionen“ sind von der Tierversuchsindustrie unterwandert und nicken eine fragwürdige Studie nach der nächsten ab. Bezeichnend ist, dass nicht einmal die Kontrolle von Rüstungsexporten in Deutschland dermaßen streng unter Geheimhaltung liegt, wie die der Tierversuche. Selbst die Mitglieder der Tierversuchskomissionen sind geheim.

SOKO Tierschutz fordert einen klaren Schritt zu Transparent, denn die Bürger haben ein Recht zu erfahren, welche Versuche gemacht werden, welche Folgen sie haben, und ob überhaupt verwertbare Ergebnisse erzielt werden. „Die Black Box Tierversuch muss geöffnet werden, denn nur mit öffentlicher Teilhabe ist es möglich diesen Fehlentwicklungen demokratisch zu begegnen und diese zu regulieren“, so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz, der selbst undercover in Tierversuchseinrichtungen war. Tierversuche sind sinnlos, gefährlich und teuer. SOKO Tierschutz fordert von der Politik endlich umzudenken und auf bereits existierende und effektive Alternativen zu setzen, anstatt sich jetzt auf peinliche Weise über etwas zu empören, dass in Deutschland ganz normaler Laboralltag ist.

Fotos: Friedrich Mülln/BUAV