Aus dem Tagebuch eines Ermittlers

 

„Beißender Geruch schlägt mir entgegen, unzählige Fliegen surren umher. Meine Augen brauchen einen Moment, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ich schließe die Tür der Mastanlage hinter mir. Nun bin ich ganz drinnen, es gibt kein Zurück mehr, schießt es mir durch den Kopf.

In befinde mich in einem langen Gang von dem aus immer wieder Türen nach links und rechts abgehen. Langsam gehe ich den Gang entlang und beginne zu ahnen, was mich hinter diesen Türen erwarten wird. Immer wieder höre ich krächzendes Husten hinter den Türen. Wenn ich nicht wüsste, dass sich in dieser Anlage tausende Schweine befinden, dann würde ich denken, es handle sich um Menschen. Sehr kranke Menschen.

Ich öffne die erste Tür zu meiner Linken. Ich möchte kein Licht anmachen, um die Tiere nicht zu erschrecken. Ich versuche ein Husten zu unterdrücken, doch die Ammoniak getränkte Luft scheint meine Lungen zu zerreißen. Mein Krächzen schreckt die ersten Tiere auf. Sie hiefen sich hoch und ich erkenne erste Augen, die mich ängstlich aus ihren Boxen heraus anstarren. Was will dieser Mensch?, scheinen sie zu sagen. Wird er uns wieder wehtun?

Ich gehe langsam an den Boxen entlang ohne meinen Blick von den Tieren abzuwenden, die sich langsam anfangen zu regen. Ein fataler Fehler. Ich fühle, wie mein Fuß gegen etwas stößt. Etwas Weiches. Mit einem riesigen Satz springe ich zurück und erkenne im Licht meiner Kopflampe einen riesigen Körper vor mir. Ein Schauer läuft mir den Rücken herunter. Ich muss mich zwingen, nicht rückwärts wieder aus der Halle zu laufen.

Langsam tastet das Licht meiner Kopflampe den leblosen Körper vor mir ab. Eine Eisenkette hängt am Fuß diesen geschundenen Wesens. Sein Körper zeigt klare Anzeichen von fortgeschrittener Verwesung, der Bauch ist aufgequollen und von schwarzen und blauen Flecken übersäht.

Selten habe ich einen schlimmeren Gestank wahrgenommen. Ich kann es buchstäblich immer noch riechen. Ich reiße mich zusammen und hole meine Kamera aus dem Rucksack. Ich bin hier, um den vergessenen Seelen in der Massentierhaltung eine Stimme zu geben. Ich bin hier, um den täglichen Horror der Tiere, die für Nahrung gezüchtet und getötet werden, zu dokumentieren.

Auch wenn es mir das Herz zerbricht diese hilflosen Wesen hier in dieser Schweinehölle zurücklassen zu müssen, so weiß ich doch, dass ich sie nicht retten kann. Doch ich kann ihr Leid ans Tageslicht bringen und es zur öffentlichen Debatte machen. Damit wir endlich umdenken. Damit sich endlich etwas ändert. Bitte unterstützt die Arbeit von Animal Equality, damit wir weiterhin Tieren eine Stimme geben können.“

– Ermittler von Animal Equality zu seinen Erfahrungen in einem Gutfleisch-Betrieb