Tierquälerei im Schweinestall Staatsanwalt ermittelt gegen Ex-Bauernpräsident

 

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22 Jahre hatte der Bock als Gärtner fungiert. So lange hatte der Schweinezüchter Klaus Kliem als Präsident die Interessen des Thüringer Bauernverbands geleitet. Seinen eigenen Betrieb, die Schweineanlage der Landwirtschafts-gesellschaft mbH Aschara im Unstrut-Hainich-Kreis, deren Geschäftsführer er aktuell ist, stilisierte er durch seine Position zum Vorzeigebetrieb hoch. Dieses Märchen dürfte jetzt beendet sein. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen bestätigte, dass ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche des Agrar-Unternehmens läuft.

Medien berichten von abgemagerten und apathischen Tieren, von Schweinen, die sich nur mit den Vorderpfoten robbend durch den Stall bewegten sowie von Kannibalismus. Nach Angaben des Thüringer Sozialministeriums gibt es bereits tierschutz-, arzneimittel- und lebensmittelrechtliche Verfahren gegen die Sauenzuchtanlage Wiegleben GmbH und Aschara Landwirtschaftsgesellschaft mbH. Eine mögliche Folge könnte ein Tierhaltungs-Verbot sein. Das Veterinäramt wird bei seinen Prüfverfahren vom Landesamt für Verbraucherschutz unterstützt. Das Ministerium bestätigte, dass 34 Schweine wegen ihres schlechten Zustandes „notgetötet werden mussten“ oder verendeten.

Die Anschuldigen dürften mehr als stichhaltig sein, weil sogar der Thüringer Bauernverband ein distanzierendes Statement dazu abgab: „Mit „Erschrecken und Enttäuschung hat der Thüringer Bauernverband die Berichte zur Kenntnis genommen. Verstöße gegen den Tierschutz und gegen gesetzliche Bestimmungen seien nicht zu rechtfertigen“.

Quellen u.a. Bauernverband, in Südthüringen.de