Die verdrängte Seite des Fleischkonsums: Die Realität der Massentierhaltung

 

Veganer entscheiden sich in den meisten Fällen aus ethischen Gründen dafür, keine tierlichen Produkte mehr zu konsumieren: Sie möchten nicht länger für das Leid und den Tod von Tieren mitverantwortlich sein. Wir – die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt – geben euch bei Codecheck einen Überblick darüber, wie das Leben der Tiere in der Massentierhaltung aussieht. Weitergehende Informationen dazu sowie zu den einzelnen Tierarten findet ihr hier.

Vegan für den Tierschutz

In Deutschland leben und sterben jedes Jahr über 830 Millionen Tiere in der Massentierhaltung (Stand 2013) – Fische sind hier noch nicht mit eingerechnet. Die Bedingungen, unter denen sie gehalten werden, weisen für alle Tierarten einige Gemeinsamkeiten auf: Anstatt die Ställe an den Bedürfnissen der Tiere auszurichten und sie entsprechend zu gestalten, werden selbst die grundlegendsten Bedürfnisse der Tiere weitgehend ignoriert.

Dazu gehört, dass sie in den engen Ställen kaum ihren Bewegungsdrang ausleben können, z. B. das Lauftier Kuh. Die Tiere werden gewaltsam an die Haltungsformen angepasst – beispielsweise werden ihnen die Schnäbel, Ringelschwänze, Hörner und zum Teil auch die Zähne gekürzt oder abgetrennt. Die unnatürlichen Haltungsbedingungen führen häufig zu Verhaltensstörungen wie stereotypen Bewegungen oder gegenseitigen Verletzungen, die bis zum Kannibalismus reichen können – so beißen sich beispielsweise viele Schweine gegenseitig in die (bereits gekürzten) Ringelschwänze.

Da die Tiere trotz dieser ungenügenden Haltungsbedingungen leistungsfähig bleiben sollen, steht die Verabreichung von Antibiotika bei allen Tierarten häufig auf der Tagesordnung. Um ihre „Leistungen“ zu steigern, werden den Tieren außerdem spezielle Eigenschaften angezüchtet, die häufig Qualen verursachen.Beispielsweise züchtet man Hühnern zur Fleischproduktion ein extrem schnelles Wachstum und die Ausbildung von überdimensional viel Muskelmasse an Brust und Schenkeln an. Die zur Eierproduktion genutzten Hennen legen mit rund 300 Stück pro Jahr unnatürlich viele Eier – ursprünglich legten Hühner zur Fortpflanzung höchstens 40 Eier jährlich.

Solche Qualzuchten führen zusammen mit den schlechten Haltungsbedingungen häufig zu schweren Krankheiten: Die Tiere erleiden Herz-Kreislauf-Versagen, sind wegen einer gestörten Knochenentwicklung unfähig zu gehen oder leiden an Entzündungen der (Geschlechts-)Organe. Letzteres ist vor allem bei Legehennen und Milchkühen keine Seltenheit.

Weiter gehts hier:

Die verdrängte Seite des Fleischkonsums: Die Realität der Massentierhaltung — Teil 3: Vegane Lebensweise