Willkommen in der Anbindehaltung:

 


Stell dir vor, irgend jemand, den du nicht kennst, hat dich am Hals,Füßen oder an den Schultern festgebunden.
Du bist dadurch tagaus – tagein mit deinem ganzen Körper an ein – und denselben Platz fixiert.
Du stehst auf deinen Beinen, und wenn du müde bist, legst du dich, mit der Fixierung an deinem Körper, zu Boden, und auch wenn du aufs Klo musst, kommst du nicht raus.
Du kannst dich weder umdrehen, noch herumlaufen.
Oftmals stehst oder liegst du so das ganze Jahr über dort, auf diesem hartem Betonboden, und langsam tun dir alle Knochen weh.

Schrecklich, oder?

Denn eigentlich bist du bewegungsfreudig, gesellig, klug und neugierig.
Doch dein Sozialverhalten beschränkt sich auf die ein bis zwei Nachbarn, die längsseitig parallel zu dir stehen.
Ein natürliches Verhalten, bei dem ihr euch richtig anschauen, anfassen und auch mal streiten könnt, ist dadurch nicht möglich.
Die optischen Reize beschränken sich auf das immer gleiche Umfeld, du blickst nicht selten nur vor eine Wand und stumpfst ab, wirst traurig und nicht selten wünschst du dir, einmal den blauen Himmel zu sehen, die frische Luft zu spüren und in die Sonne zu blinzeln.

Willkommen in der Anbindehaltung:

„Die vermeintliche Rechtlosigkeit der Tiere, der Wahn, das unser Handeln gegen sie ohne moralische Bedeutung sei, dass es gegen die Tiere keine Pflichten gäbe, ist geradezu eine empörende Rohheit und Barbarei.
Erst wenn jene einfache und über alle Zweifel erhabene Wahrheit, dass die Tiere in der Hauptsache und im Wesentlichen ganz dasselbe sind wie wir, ins Volk gedrungen sein wird, werden die Tiere nicht mehr als rechtlose Wesen dastehen. Es ist an der Zeit, dass das ewige Wesen, welches in uns, auch in allen Tieren lebt, als solches erkannt, geschont und geachtet wird.“
~Arthur Schopenhauer~