Toleranz

 

 

Das ist es, was von Veganern gerne gefordert wird. Sie sollen zusehen, wie andere Menschen Fleisch, Milch und Eier essen. Dabei ist es für die Mitmenschen natürlich das angenehmste, wenn sie still respektierend dasitzen oder nett lächelnd einen guten Appetit wünschen. Doch so einfach ist das nicht. Denn wenn man einmal begriffen hat, was hinter diesen „Lebensmitteln“ steckt, ja WER hinter diesen Lebensmitteln steckt, kann man nicht mehr zurück.

Man wird kein Schnitzel mehr sehen. Anstatt dessen sieht man eine Schweinemutter, die in einen Kastenstand gesperrt ist und sich wochenlang nicht ein einziges Mal umdrehen kann, damit wir ihre Kinder später unbetäubt kastrieren, ihre Schwänze abschneiden, sie in winzigen Ställen ohne Tageslicht mästen und schließlich umbringen können, um 5 Minuten Gaumenkitzel zu erleben.

Man wird Sahne nicht mehr als Zutat für eine Soße oder einen Kuchen betrachten, sondern als Produkt, das dafür verantwortlich ist, dass Millionen von Kühe jahrelang zwangsgeschwängert und von ihren Kälbchen getrennt werden, damit man ihre Milch stehlen kann. Das Märchen von der grünen Almwiese, auf dem fröhlich grasend Kühe und Kuhkinder stehen, hat sich schon lange in ein Bild aus dreckigen Ställen mit Anbindehaltung, Kälberiglus und Kälbern verwandelt, deren einziger Lebensinhalt es ist, darauf zu warten, mit nur wenigen Wochen einen Bolzenschuss in den Kopf bekommen (ES SIND BABY`S ,VERDAMMT!), weil es Menschen gibt, die ihr Fleisch wollen.

Man wird guten Gewissens nie wieder ein Ei anrühren können, weil auch dort Bilder aufblitzen. Bilder von männlichen Küken, die direkt nach dem schlüpfen lebendig in einen Schredder geworfen werden, weil man sie nicht brauchen kann. Bilder von Hennen, denen die empfindlichen, nervendurchzogenen Schnäbel abgeschnitten werden, weil sie sich in den engen Ställen sonst gegenseitig verletzen würden. Auch hier ist die Illusion vom „Bauern nebenan“, der sich an so etwas nie beteiligen würde, längst erloschen.

Man wird bei den Worten „Fleisch von glücklichen Tieren“ nur noch müde und traurig lächeln können. Nur weil ein Lebewesen 2-3 Quadratmeter mehr Fläche zum stehen hat und ein paar Monate älter werden darf, hat das noch lange nichts mit Glück zu tun. Außerdem gibt es niemanden, der gerne stirbt. Niemanden! Das „Glück“ ist spätestens dann vorbei, wenn das Tier den blutverschmierten Schlachtgang entlang geführt wird, begleitet von den Todesschreien der Artgenossen.

Ist es nicht blanker Hohn, für all dies Toleranz zu verlangen? Für etwas, was so viel Leid und Qual und Tod verursacht?
Und ist es nicht paradox, Toleranz einzufordern, aber selbst für andere Lebewesen keinen Respekt übrig zu haben?

Was wir wirklich brauchen, sind Menschen, die ihre Augen und Herzen aufmachen und echte Toleranz zeigen.
Und zwar für ALLE Lebewesen dieser Erde.