Aschheim stimmt mit überwältigender Mehrheit gegen Megaschlachthof

 

Soeben ist die Entscheidung gefallen: Die Aschheimer und Dornacher Bürger_innen haben beim heutigen Bürgerentscheid mit überwältigender Mehrheit gegen die geplante Neuansiedlung des Megaschlachthofs gestimmt. Selbst mit der Marketingfirma des Skandalunternehmens „Wiesenhof“ und der eigens ins Leben gerufenen „Pro Initiative“ konnten die Baubeteiligten um Projekt-Initiator Oppenheim das Vorhaben nicht geschickt genug vermarkten, jegliche Werbeversuche scheitern heute in letzter Instanz kläglich. Das Gespann aus Schlachthofbefürworter_innen, Bürgermeister Glashauser und großen Teilen des Gemeinderats wurde mit dem heutigen Wahlergebnis abgestraft. Den kompletten Wahlzeitraum von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends harrten Aktivist_innen der Tierrechtsorganisation AnimalsUnited mit Sitz in München vor den zwei Wahllokalen in Aschheim und Dornach aus, um die ankommenden Abstimmungsberechtigten aufzuklären, mit viel Zuspruch, Danke und letztlich Erfolg: Die finale Schlacht um den Schlachthof ist geschlagen und findet ein gutes Ende!

Bereits im Juli hatten die Tierrechtler_innen mit rund 60 Leuten vor dem Rathaus demonstriert, bei der Lobbyveranstaltung der Baubeteiligten Mitte September mit kritischen Fragen die Marketinglügen entlarvt und die vergangene Woche rund 6.000 Flyer in die lokalen Briefkästen verteilt. Auch und gerade am heutigen Sonntag wollten sie daher keinesfalls fehlen. Trotz eisiger Morgentemperaturen fanden sich die Aktivist_innen von AnimalsUnited bereits um kurz vor 8 Uhr morgens sowohl vor dem Kulturellen Gebäude in Aschheim als auch dem Feuerwehrgerätehaus in Dornach ein, um aufzuklären und zu informieren. Dass auch jeder, der gegen den Schlachthof sei, die drei Kreuze an der richtigen Stelle mache. Dafür flyerten sie Handzettel, die an die Postwurfsendung der „Pro Initiative“ von Herrn Oppenheim angelegt sind und Letztere argumentativ widerlegen sollen. Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen, viele Bürger_innen hätten ihren Dank ausgesprochen, etliche Autofahrer_innen den Tierschützer_innen Daumen nach oben gezeigt.

„Verkehr, Lärm, Gestank und Dreck für die Region, undurchsichtige Machenschaften eines internationalen Investorengeflechts sowie eine fragwürdige Betreiberstruktur sind Punkte, die Ascheim aufhorchen und stutzen lassen haben. Trotz des intensiven Marketingbemühens der Baubeteiligten haben sich die Aschheimer_innen nicht täuschen lassen und sich gegen die Invasion des Naherholungsgebietes, Umweltbelastungen, Gesundheitsrisiken, den Imageverlust des Gemeindestandorts und somit auf lange Sicht vor Folgekosten für die ganze Gemeinde entschieden“, so Viktor Gebhart von der Tierrechtsorganisation AnimalsUnited, für den, wie für viele weitere, jedoch ein anderer Punkt in der ganzen Diskussion ausschlaggebend war: Das Tierleid. „Millionen Tiere sollten in dem neuen Schlachthof brutalst ihr Ende finden. Die Aschheimer_innen haben am heutigen Sonntag ein Zeichen gesetzt – für ihre Gemeinde, für die Zukunft ihrer Familien, für die Natur und vor allem für die Tiere und gegen profitorientierte Interessen einiger weniger. Ein Präzedenzfall, dem andere Gemeinden folgen müssen und werden“, so der Tierrechtler. Die Widerstandsbewegung vor Ort habe enorme Aufklärungsarbeit geleistet und auch AnimalsUnited habe ihr Bestes gegeben. Grundsätzlich sei der jetzige Zustand aber vielmehr ein „Aufgeschoben“ statt ein „Aufgehoben“. Letztlich gelte es, nachhaltig weiter zu denken, „denn wer Fleisch essen will, der muss auch Schlachthöfe in Kauf nehmen. Hier liegt die Macht der Konsument_innen, dass nicht nur in Aschheim kein Monsterschlachthof gebaut wird, sondern nirgends mehr“, so Gebhart.

Jede_r einzelne Bürger_in trage mit den eigenen tagtäglichen Entscheidungen am Supermarktregal zu dieser Entwicklung bei. Es spiele dabei keine Rolle, ob das Schlachthaus in Aschheim oder woanders gebaut werde, niemand wolle ein solches in der Nachbarschaft haben, aber zeitgleich nicht auf den Schweinebraten verzichten. Für die Tierrechtler_innen ein nicht nachvollziehbarer geistiger Spagat, „emotionales Multitasking“. Denn jedes Jahr würden über 60 Milliarden sogenannter Nutztiere getötet, um sie zu verzehren, die Milliarden an Fischen und anderen Meeresbewohner_innen noch nicht einmal miteingerechnet. Die meisten dieser Tiere fänden einen grausamen Tod nach einer kurzen und qualvollen Existenz. Für die Aktivist_innen von AnimalsUnited steht daher fest: „Jede_r hat die Wahl, nicht nur auf den Zetteln des Bürgerentscheids, sondern jeden Tag am Supermarktregal“.

Danke an alle, die gewählt haben! Unser besonderer Dank gilt den Initiator_innen des lokalen Widerstands in Aschheim!