Das Leiden der Mütter

 

Das Leiden der Mütter

Wenige Menschen kennen die beengten, reizarmen und unwürdigen Lebensumstände einer sogenannten Zuchtsau in deutschen Ställen. Eine „Zuchtsau“ hat für die Tierindustrie nur einen Sinn: möglichst viele Ferkel zu produzieren. Für die künstliche Besamung wird dieses intelligente und reinliche Tier in einen Kastenstand gesperrt, in dem sie sich nicht einmal umdrehen kann. In diesem wird sie dann bis zu vier Wochen nach der Besamung gehalten – und muss tagein, tagaus am selben Fleck stehen, liegen, essen, koten und urinieren. Danach folgen Wochen in einer kargen Gruppenbucht, die Füße schmerzen vom harten Spaltenboden. Wegen Langeweile, Stress und Rangkämpfen verletzen sich die Tiere oft gegenseitig. Kurz vor der Geburt wird die Sau dann in eine sogenannte Abferkelbucht gesperrt. Erneut ein Metallkäfig, der es ihr nicht erlaubt, sich umzudrehen. Die Tierindustrie verteidigt diese Quälerei; sie diene als Schutz für die Ferkel, die sonst von der Mutter erdrückt würden. In Wahrheit steckt Arbeitserleichterung und Wirtschaftlichkeit, also Profit, dahinter. Denn in der freien Natur, mit genügend Platz, erdrückt eine Mutter ihre Ferkel nicht.