Fleischproduktion – 20 von 30 bayerische Schlachthöfe verstoßen gegen Tierschutz

 

Die Studie zeigt auch, dass die bisherigen Kontrollen nicht ausreichen, um Tierschutz sicherzustellen. Trotz amtlicher Tierärzte, die in jedem Betrieb täglich den Schlachtvorgang überwachen, fand Reymann heraus, dass in vier Unternehmen „offensichtliche Gewaltanwendung“ stattfand. Die Schwänze der Rinder wurden beim Zutrieb verdreht, schmerzvolle Elektrotreiber trafen die Tiere – falsch angewendet – im Gesicht oder am Rücken, Falltore verletzten sie. In einem Betrieb trat das Personal sogar auf die Tiere ein.

Fleischproduktion – 20 von 30 bayerische Schlachthöfe verstoßen gegen Tierschutz

Rinder und Schweine werden unzureichend betäubt, getreten oder auf andere Weise gequält. Die Kontrollen reichen offenbar nicht aus.sueddeutsche.de|Von Süddeutsche.de GmbH, Munich, Germany

 

Von den 20 Betrieben haben nur zwei das Tierschutz-Audit bestanden. In allen anderen gab es Missstände.
Um den Tierschutz in bayerischen Schlachthöfen sei es nach den Befunden aus dem Bericht nicht gut bestellt. Das sagt Matthias Moje vom Max-Rubner-Institut in Kulmbach. Er kommt in seiner Analyse der Dissertation für den Bayerischen Rundfunk zum Ergebnis, dass über die Hälfte der untersuchten Schlachtbetriebe weniger als 75 Prozent der gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Betäubung erfüllten. Das, so Moje, müsse für die bayerischen Behörden ein Alarmsignal gewesen sein. Die Studie wurde im März 2016 veröffentlicht und liegt dem Ministerium sowie dem LGL vor.

Alle Betriebe sind der behördlichen Kontrolle unterworfen. Hier vermutet Moje, Experte für Tierschutz, das Problem. Augenscheinlich funktioniere die Kontrolle durch amtliche Tierärzte nicht. Anders ließe sich das Ergebnis der Untersuchung nicht erklären, so Moje.

Tierschutzrecht: Verstöße zahlreicher Schweineschlachtbetriebe | BR.de

Zahlreiche Schweineschlachtbetriebe in Bayern verstoßen gegen Tierschutzrecht. Dies geht aus einer Dissertation hervor, die BR Recherche…br.de|Von Eva Achinger und Ingo Lierheimer , Bayerischer Rundfunk