7 Milliarden. Welternährung ganz ohne Tierprodukte? Völlig unmöglich. Oder?

 

Diese Frage wird regelmäßig gestellt und ich gebe zu, dass ich früher auch nie darüber nachgedacht habe, dass und wie viel Nahrung die sogenannten Nutztiere verbrauchen. Tatsächlich verbrauchen die Tiere mehr Nahrung, als durch sie und mit ihnen erzeugt wird. Man nennt das Veredelungsverlust. Das Verhältnis von Futter:Fleisch ist je nach Tierart unterschiedlich
(http://awfw.org/feed-ratios/)

Hühner: 2x – 5x
Schweine: 4x – 9x
Rinder: 6x – 25x

Wenn schon die Reduzierung so viel Nahrungsmittel frei geben würde, wie viel mehr Menschen könnte man wohl ernähren, wenn man überhaupt ganz aufhörte damit, Tierprodukte zu konsumieren, also Produkte, bei denen ein so hoher Veredelungsverlust entsteht?

Momentan wird pflanzliche Nahrung für rund 67 Milliarden Lebewesen jährlich erzeugt. Ein sehr großer Teil des derzeitigen Ackerbaus findet somit für die Herstellung von Tierfutter statt, während gleichzeitig jedes Jahr 800 Millionen Menschen nicht genug zu essen haben. Wenn wir aufhörten, Unmengen von Tieren gewaltsam auf die Welt zu zwingen, um sie nach möglichst kurzer Turbomast wieder zu zerstören, bräuchten wir pflanzliche Nahrung nur für die 7 Milliarden Menschen. Dort, wo Mais, Soja, Getreide für Tierfutter angebaut wird, könnte statt dessen pflanzliche Nahrung für Menschen erzeugt werden. Es würde sogar Ackerfläche wieder frei. Die Rechnung ist einfach:

Wenn man Ackerbau für nur 7 Milliarden statt wie jetzt für 67 Milliarden hungriger Mäuler bräuchte – bedürfte es dann mehr oder weniger Ackerfläche?

Durch eine simple Umstellung der Essgewohnheiten könnten Ackerflächen wieder renaturiert werden, Wildtieren ihre Lebensräume wieder zurück gegeben werden und es wäre dennoch genug zu essen da für alle Menschen.

„Deutschland importiert pro Jahr vier Millionen Tonnen Sojaprodukte aus den Tropen und Subtropen, wofür dort 1,3 Millionen Hektar fruchtbares Land in Anspruch genommen werden (Stand 2008). 80 Prozent dieser Importe landen in deutschen Futtertrögen.“
https://www.brot-fuer-die-welt.de/…/ZukunftsWG_2_Ernaehrung…

„Allein 35% des weltweit angebauten Getreides sind inzwischen für die Viehwirtschaft bestimmt.“
„Der WWF hat errechnet, dass etwa 30 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche frei würden, wenn der Fleischkonsum in den OECD-Ländern um ein Drittel gesenkt würde.“
http://www.fairplanet.org/…/fleisch-und-hunger-die-fleisch…/

Bitte rechne selbst weiter! Wieviel landwirtschaftliche Nutzfläche würde frei, wenn der Fleischkonsum komplett aufhörte und ebenso der Konsum anderer tierlicher Produkte?

Zu guter Letzt noch ein Hinweis darauf, dass weniger Fleischkonsum auch zu einer geringeren Belastung des Klimas führte:
http://www.geo.de/…/fleischkonsum-und-klima-wir-muessen-weg…

Bitte denke nach.

Welche Argumente sind plausibel, welche eher nicht? Welche versuchen, mit allen Mitteln den Status Quo zu stützen, welche sind auf den ersten Blick unbequem, aber letztlich lösungsorientiert?

Wer argumentiert, um Eigeninteressen zu schützen, und wer argumentiert im Interesse anderer, bzw. im Interesse der Allgemeinheit?

Willst Du Teil der Lösung sein, oder Teil des Problems bleiben?