Es gibt ja eine Menge Gerüchte, ja fast schon Mythen, die sich um die vegane Lebensweise ranken. Zum Beispiel, man MÜSSE sich ja gezwungenermaßen, wenn man nicht so viel Geld hat, das billige Fleisch vom Discounter kaufen, weil die veganen Ersatzprodukte so teuer sind. Die Betonung liegt hier auf „müssen“. Also…erstmal….niemand MUSS Fleisch essen, somit muss auch niemand Fleischersatzprodukte essen.
Aus irgendeinem Grund denken diese widerborstigen Allesesser, die sowas behaupten, dass Veganer den ganzen Tag durch den verzauberten Sojawald in Mittelerde rennen und dreiäugige, Tofuschweine jagen, weil sie sonst innerhalb von weniger als 2 Monden an einem Fluch namens Proteinmangel sterben.
Tatsache ist aber, dass sich die vegane Ernährung deutlichst vielfältiger gestaltet, als die sogenannte omnivore. Denn wer sich mit veganer Ernährung beschäftigt, hat einen klaren Vorteil, weil er etwas Elementares verstanden hat:
Er beschäftigt sich ÜBERHAUPT mal mit Ernährung, und steckt sich nicht alles in den Kopf, was irgendein Supermarkt-Grill, eine Imbissbude oder ein Kühlregal gerade günstig feilbietet.
Und wenn man mal verstanden hat, in welchen Nahrungsmitteln sich Proteine befinden und in welcher Verfügbarkeit und Konzentration, dann ist die wilde Jagd im Sojawald schnell zuende. Kichererbsen, Hülsenfrüchte, Nüsse, Pilze, Brokkoli…..es gibt unendlich viele Proteinquellen in der Natur. Man darf nie vergessen, dass die Tiere, die verspeist werden, oft große, kräftige, muskulöse Wesen sind, die eine rein vegetarische Kost bekommen….und daraus offensichtlich ausreichend Proteine schöpfen.
Und jeder, der seine angeblich durch Steaks und Currywurst angefutterte Super-Männlichkeit unter Beweis stellen will, kann ja gerne mal mit einem Gorilla-Silberrücken in den Ring steigen, der sich by the way nur von Blättern und Obst ernährt. Ist bestimmt ein sehr männliches Gefühl, einfach mit einem Handgriff gelangweilt an die nächste Wand geworfen zu werden.
Aber zurück zum Mythos „vegan ist teuer“. Das ist nicht mehr und nicht weniger als eine billige Ausrede, die lediglich unserer Erde und damit uns allen teuer zu stehen kommt.
Wenn man unbedingt exakt genauso weiter essen will wie vorher, also quasi dem „karniozentrischem System“ folgend (in der Mitte des Lebens und des Tellers liegt IMMER ein Stück Fleisch oder Fleischersatz, um das irgendetwas herumdrapiert wurde), dann mag das stimmen.
Aber wenn man sich aus dem Füllhorn der Nahrungsmittel bedient, die uns zur Verfügung stehen, ist vegane Ernährung sogar wesentlich billiger. Man muss sich nur mal ernsthaft mit Ernährung auseinandersetzen, sich vielleicht mal einen Sack Kartoffeln, einen Sack Reis und einen Sack Bohnen kaufen, und dann erleben, was man allein aus diesen drei spottbilligen Grundnahrungsmitteln für eine Vielfalt schmack- und nahrhafter Gerichte zaubern kann.
Wenn man natürlich nur von Fertigfutter lebt, dann ist die vegane Variante tatsächlich teurer, weil sie noch in zu kleinen Stückzahlen hergestellt wird und noch keine speziellen Discounter existieren.
Ich gebe, seit ich vegan lebe, deutlich weniger Geld für Essen aus, und das liegt nicht nur daran, dass ich sehr wenige fertige Ersatzprodukte zu mir nehme, sondern vor allem daran, dass die vollwertige Ernährung als Veganer sättigender ist und man schlichtweg weniger isst. Und das kann ja bei den meisten Leuten sowieso nicht schaden. Ich hatte mal 165 Kilo gewogen vor 18 Jahren. Durch die Umstellung auf frische, gesunde Ernährung, regelmäßigen Sport vor 17 Jahren….und in der letzten Konsequenz durch die Umstellung auf vegane Kost vor 4 Jahren sind es heute all in all knapp 60 Kilo weniger.
Und ich bin von so viel Schuld befreit….das macht auch noch um einiges leichter…..im Kopf. Ich wünsche einen schönen Sommertag….und denkt mal drüber nach, nachher im Supermarkt.