Andreas Bär Läsker

Wenn man versucht, auf der Straße jemandem hundert Euro zu schenken, wird einem das in 90% der Fälle nicht gelingen, weil die meisten Leute irgendeine Falle vermuten würden. Wenn ich heute einen VW Golf mit Vollausstattung, Baujahr Anfang 2016, Laufleistung 5800 km, für 3790 Euro anböte, würde jeder irgendeinen Trick wittern, das Auto würde keiner kaufen. Es würde von Betrug, Diebstahl oder sogar organisiertem Verbrechen ausgegangen.

Wenn aber ein Kilogramm Schweinenacken zwischen 3 und 4 Euro kostet, teilweise noch weniger, fragt keiner nach, sondern kauft gleich 3 Kilo.
Warum denken die Deutschen beim Essen nicht nach? Wenn im Supermarkt ein Kilo Schweinefleisch 3 Euro kostet, dann hat der Supermarkt Geld verdient, manchmal noch der fleischverarbeitende Betrieb (Großmetzgerei), der Schlachthof, mindestens 2 Transportfirmen und der Mastbetrieb. Man kann also davon ausgehen, dass der „Erzeuger“ kaum mehr als 1-1,50 Euro für das Kilo bekommt.
Das normale Schwein wiegt ca. 110 Kilo, daraus werden etwa 80 Kilo verschiedenstes Fleisch. Das heisst also, das Schwein hat einen Wert von maximal 100-150 Euro. Es wird in der Rekordzeit von unter einem Jahr zur Schlachtreife gemästet, früher sagte man, ein gutes Schwein muss einmal Geburtstag haben, heute sind es meistens nur 9 Monate Lebenszeit. Wenn wir jetzt nur mal über den Daumen rechnen, dann sind 9 Monate etwa 270 Tage. Rein theoretisch liegt das Budget für Futter also bei schön gerechneten 150 : 270, also ca. 55 cent pro Tag. Dann wäre aber kein Verdienst mehr drin, denn schließlich muss der Mastbetrieb ja noch andere Mosten decken, Stallungen, Personal, Strom, Wasser, Antibiotika…?
Und selbst wenn man davon ausginge, dass man 55 cent am Tag zur Verfügung hätte, um ein Schwein zu ernähren….mit welchem unfassbaren Schrott muss man denn ein Tier füttern, das so groß ist und wird, mit einem so lachhaften Budget? Und was für ein unerträgliches „Leben“ hat dieses Tier gehabt?
Ihr esst das Fleisch von den gequältesten Kreaturen dieses Planeten und freut Euch über den günstigen Preis?
Ihr habt den Preis längst x-mal mit Euren Steuern bezahlt… denn nichtmal diese niederträchtige Art der Tierhaltung ist ohne massive Subventionen möglich….und ihr bezahlt obendrauf mit dem Verlust Eurer Gesundheit und dem Anteil an irrwitziger Umweltverschmutzung den Preis wieder und wieder.

Und bevor jetzt wieder Myriaden von Leuten den Spruch mit dem „Metzger von nebenan“ und den totgestreichelten Bio-Schweinen vom Hanni und Nanni – Hof bringen:

Über 98% allen in Deustchland angebotenen Fleischs stammt aus der Massentierhaltung, dem größten Verbrechen der Menschheit.