…und plötzlich fielst Du in die Welt

 

…und plötzlich fielst Du in die Welt

Und plötzlich fielst Du in die Welt
Ganz angsterfüllt, so zart und klein
Zu schwach und keine Zitze frei
Dies sollte Dein Todesurteil sein

Weit abseits von Deinen Geschwistern
In einer stinkenden Ecke ohne Licht
Hatte Dein Erzeuger Dich erspäht
Doch helfen wollte er Dir nicht

Er griff nach Deinen kleinen Beinchen
Warst ihm eine Last, gänzlich unbegehrt
In seiner Welt aus kalter Perfektion
War ihm Dein Leben gar nichts wert

Er riss Dich hoch, Du schriest vor Angst
Und regungslos war sein Gesicht
Als er Dich hernieder schlägt
Und Dein Genick am Gitter bricht

Seine geübte Hand kann gefühllos töten
Kein Leben mehr in Deinem Leib
Und unter einem Tierschutzsiegel
Stand die Kadavertonne längst bereit

Auch das Schicksal Deiner Brüder
Stand damals schon präzise fest
Denn schon nach einem halben Jahr
Holte sich Gevatter Tod den Rest

Zusammengetreten und angeschrien
Es roch nach Qual, es roch nach Stress
Wurden sie zur letzten Reise getrieben
Der Verbraucher sagt: „Ich liebe es!“

Am Ziel stank es nach Angst und Tod
Zwei Deiner Brüder sind elendig verreckt
Denn Zeit ist Geld, auch beim Bolzenschuss
Der Konsument murmelt kurz : „Weils besser schmeckt!“

Deine Mutter zerbrach nach etwa 3 Jahren
Ihr Leben rentierte sich für den Erzeuger nicht mehr
Ihr Körper war ausgelaugt, ihr Herz gebrochen
Also musste der Todestransporter her

Für weiße Teller und polierte Gabeln
Werden Millionen täglich blutig dahingerafft
Nach einem Leben in Qual und Dreck
„Denn Fleisch ist ein Stück Lebenskraft!“

Ist Lebenskraft für taube Ohren,
Für dreiste Münder Gaumenkitzel
Für blinde Augen Augenschmaus
…ist ein weltweites, unverzeihliches Gemetzel