Reisebericht zum Public Shelter in Galati

 

Am 07. April 2016 besuchten wir das öffentliche Shelter in Galati. Schmitz Harald hat mit Nedelcu Victor von Brave Hearts Rescue Kontakt aufgenommen, der es uns dreien gemeinsam mit ihm ermöglicht hat, diesen Shelter besuchen zu dürfen. Wie in einigen anderen öffentlichen Sheltern auch, mussten wir unsere Personalausweise vorlegen, wurden als Besucher registriert und zusätzlich noch im Besucherbuch eingetragen. Victor warnte uns gleich zu Anfang, dass wir viele nicht schöne Dinge zu sehen bekommen werden und fragte, ob wir trotzdem hinein gehen wollen. Für uns war es nicht der erste öffentliche Shelter, doch gerade die sind immer wieder auch eine emotionale Herausforderung. Aber auch das gehört zu unseren Reisen mit dazu. So gingen wir hinein. Deshalb hier auch von uns der Hinweis, überlegt gut, ob ihr euch die Bilder zu diesem Bericht ansehen wollt. Dieser Shelter beherbergt ca. 1.300 Hunde. Darunter sind auch einige Welpen und Junghunde. Die Außengehege sind zum Teil sehr groß, doch leider auch sehr voll. Immer wieder kommt es zu beissereien. Manche gehen harmlos aus, manche leider nicht. Manche Hunde kauern verängstigt in der Ecke oder andere versuchen sich zu verstecken. Schon die kleinsten versuchen sich in den winzigsten Ritzen zu verkriechen. Andere bellen was das Zeug hält, wieder andere versuchen eine kleine Streicheleinheit zu bekommen. Manchmal hätten wir 10 Hände gleichzeitig gebraucht. Victor konnte erreichen, dass ein kleines Welpengehege gebaut werden konnte. Gefüttert werden die Hunde mit Trockenfutter und Schlachtabfällen (Haut und Knochen mit ein paar kleinen Resten Fleisch dran) – auch die Welpen. Obwohl reichlich in die Gehege geworfen wird, streiten die Hunde manchmal sehr heftig um einen Knochen oder ein Stück Haut. Die Hunde sind ansonsten gut gefüttert. Die Gehege im Innenbereich sind nicht so sehr groß, aber haben einen Ausgang zu einem kleinen Freiluftbereich. Die Reinigung der Gehege im Innenbereich verläuft auf einfachste Art. Es wird mit einem Schlauch des Gehege ausgespült, ohne dabei die Tür zu öffnen, oder darauf zu achten, das der Strahl nicht unbedingt auch die Hunde trifft. So springen die Hunde während der Reinigung hin und her und versuchen dem Strahl auszuweichen. Es gelingt ihnen nicht immer. So sind dann auch die Hunde nass. Davon ganz abgesehen, das manche wirklich Angst davor haben oder es einfach nicht mögen. Obwohl der Shelter wirklich schon sehr voll ist, kommen jeden Tag neue Hunde dazu. Am heutigen Tag lagen ungefähr 10 Neuzugänge in Gitterboxen. Die Hunde werden in Galati mit Narkose-Pfeil gefangen, anschließend in Gitterboxen gepackt, in denen sie bis zum nächsten Tag bleiben, bis sie komplett aufgewacht sind. Dann werden sie in die Gehege verteilt. Aber auch diese Boxen sind oft mit mehr als einem Hund belegt. Wir haben in sehr, sehr viele Augen gesehen. Die Blicke verfolgen uns heute noch, traurig, ängstlich, flehend und bettelnd und manche Augen waren schon leer. Besonders die Welpen haben es sehr schwer und jeden Tag sterben Hunde. Aber damit nicht genug. Es lastet zur Zeit eine weitere und schlimme Problematik auf diesem Shelter. Es gibt Aussagen, die da lauten, dass in diesem Monat und im nächsten Monat jeweils 500 Hunde getötet werden sollen. Nachschub gibt es leider noch genug auf den Straßen. Verhindert werden können die Tötungen, in dem genug Futter und Patenschaften für die Tiere vorhanden sind. In Galati stehen wieder Wahlen an. So versucht natürlich jeder Kandidat für sich zu werben. In wie weit tatsächlich Tötungen anstehen, oder dies nur zu Wahlkampfzwecken genutzt wird, ist hier nicht eindeutig zu ersehen. Doch, wir und viele Tierschützer in Rumänien und Deutschland werden nicht abwarten, bis dann doch tatsächlich getötet wird und dann erst versuchen zu handeln. Deshalb haben sich am Freitag, 08. April, viele Tierschützer zu einem Protest im und vor dem Parlament versammelt. Eine Entscheidung des Parlaments wurde dann aber auf den 14.05.2016 vertagt! Wir werden gemeinsam versuchen, die angekündigten Tötungen zu verhindern. Wer hier ernsthaft mithelfen möchte, der kann sich an die am Ende stehenden Links wenden. Wir haben auch eine geschlossene Gruppe gegründet, bei der jeder, der wirklich mithelfen möchte, um Einlass bitten kann.

Wir möchten uns ganz herzlich bei Victor Nedelcu bedanken, der sich für uns die Zeit genommen hat, alles zu zeigen und zu erklären und dafür gesorgt hat, dass wir diesen Shelter besichtigen durften.

Antje, Harald und Marion

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Vermittlungen nach Deutschland: Alex Rexhäuser

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