Veterinäramt befreit letzen Zirkusbären

17.3.16

+++ UPDATE 19 Uhr: BREAKING NEWS: ERFOLG! Ben muss nicht in den Zirkus zurück! Zirkusbär Ben bleibt in Obhut des Landratsamtes Deggendorf! Das hat das Verwaltungsgericht Regensburg per Eilbeschluss entschieden. Die zuvor von den Richtern beanstandeten Fehler einer mündlichen Anordnung konnte das Landratsamt ausbügeln. Der Besitzer kann nun gegen den Beschluss beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Beschwerde einlegen. >>> www.br.de/…/gericht-beschluss-ben-baer-zirkus-zurueck-100.h…

+++ UPDATE 18 Uhr: Aktivisten sind vor Ort, haben Kontakt zur Station, dürfen vielleicht rein. Zirkusleute sind weg (vorläufig), Polizei noch da! Wir richten die Kerzenmahnwache aus, hatten Eil-Versammlung bei der Polizei angemeldet!

+++ UPDATE 17 Uhr: Unser juristischer Beistand ist derzeit am sondieren der Lage! Wir bleiben dran! Die ersten Aktivist_innen treffen in Kürze vor Ort ein. Es wird eine spontane Versammlung geben. Geplant ist bis zum finalen richterlichen Entscheid mit Wechselschichten in einer Kerzen-Mahnwache vor Ort für Ben und seine Freiheit zu verharren! Unterstützung willkommen! „heart“-Emoticon

+++ UPDATE 15.30 Uhr: Zirkusleute sind seit 7 Uhr vor der Auffangstation in Bad Füssing und wollen den Bär. Haben randaliert. Die Tierpfleger_innen hatten sich mit Ben verschanzt. Wir waren soeben im Ladratsamt Deggendorf, wo diese Aussage verifiziert wurde. Allerdings seien nun 5 Polizist_innen vor Ort und die Lage entspannt, die Zirkusleute befänden sich vor und auf dem Gelände. Das Ordnungsamt hat Widerspruch gegen das heutige Urteil eingelegt, laut Landratsamt sei nicht mit einer Entscheidung vor Montag zu rechnen. Ob es nicht doch dann schneller geht, ist unklar. Einige Aktivist_innen sind bereits auf dem Weg nach Bad Füssing, um Stellung einzunehmen!

++++ UPDATE 13 Uhr: SKANDAL!!! Gericht entscheidet: Zirkusdirektor bekommt Ben zurück! Der Grund für die Entscheidung des Verwaltungsgerichts, den Bären nun wieder seinem Besitzer zurückzugeben: Formale Mängel bei der Beschlagnahmung des Tiers. WIR SIND SCHOCKIERT! Und äußern die DRINGENDE SORGE, dass Ben nach der Rückgabe nach Tschechien gekarrt wird, um ihn dem juristischen Spielraum in Deutschland zu entziehen!

+++ UPDATE 12.30 Uhr: Ein Einsatz von Vetamt und Polizei soll vor Ort im Gange/gewesen sein, bei welchem v.a. der komplette Tierbestand geprüft werden soll, so Zeug_innen vor Ort. Dass ein solcher geplant sei, war uns bereits gestern zugetragen worden. Die Tiere waren daher gestern bei unserer Besichtigung besonders hergerichtet. Wir sind gespannt!

+++ UPDATE 10.15 Uhr: Der Bürgermeister hat in Presseberichten von heute Früh wohl verlauten lassen, dass der Zirkus Louis Knie/Alberti in Zukunft nie wieder gastieren dürfe! Ein Teilerfolg, wir hatten das explizit eingefordert. Dennoch wurde der derzeitige Auftritt nicht gecancelt, um die Stadt vor finanziellem Schaden zu bewahren. Wir bitten um und fordern ein generelles Verbot tierführender Zirkusse auf kommunalen Flächen für alle Zukunft! Spart Stress, Kosten, Zeit und vor allem Tierleid!

+++ HINTERGRUND: www.facebook.com/AnimalsUnited.eV/photos/a.212592052095590.56426.163319610356168/1066380420050078

Hier indet ihr alle bisherigen Pressemitteilungen zum Thema: www.hidrive.strato.com/share/7gfxe9akmj


 

PRESSEMELDUNG: Krimi in Plattling geht weiter: Bürgermeister lässt Skandal-Zirkus auftreten, dieser bekommt verwahrloste Hunde wieder und will Zirkusbär Ben zurückklagen – Tierschützer deutschlandweit sind schockiert, AnimalsUnited ruft zu Protesten auf!

Zirkusbär Ben konnte nach der erfolgreichen Beschlagnahmung durch die Behörden am Montag vorrübergehend in einer Auffangstation untergebracht werden, wo er bis zur endgültigen Klärung aller juristischen Fragen bleiben soll. Die Deggendorfer Veterinärbehörde befürwortet eine Unterbringung des Bären in einem Bärenpark in der Nähe, auch, um den Bären weiterhin im Auge behalten zu können. Die bundesweite Tierschutzorganisation ANIMALS UNITED unterstützt diese Ansicht und spricht sich für möglichst kurze Transportwege aus, um dem Bären Stress zu ersparen. Derweil hat Zirkus Louis Knie/Alberti Klage eingereicht, um Zirkusbär Ben wiederzubekommen. Nun muss ein Gericht entscheiden. Die zwei am Montag ebenfalls beschlagnahmten verwahrlosten Hunde, die in einem fensterlosen, vermüllten Wohnwagenanhäger in kleinen Transportboxen gefunden worden waren, sind mittlerweile wieder im Zirkus, wie die Zirkussprecherin gestern gegenüber einem Kamerateam verlauten ließ. Sie waren nach der Beschlagnahmung sofort im Tierheim untergebracht worden. „Sollten die Hunde wirklich zurückgegeben worden sein, ist das ein absoluter Skandal und höchst unverantwortlich. Ein Skandal, der sich einreiht in die Riege der Skandale der letzten Tage. Was muss noch geschehen, dass die Behörden nachhaltig intervenieren? Es kommt einem vor, als operierten Zirkusse in einem rechtsfreien Raum in Deutschland“, so Viktor Gebhart von ANIMALS UNITED.

In der Gemeinde Plattling wurde die vergangenen Tage über eine mögliche Aufhebung der Gastspielgenehmigung für Zirkus Louis Knie/Alberti diskutiert. Die Stadtverwaltung hatte laut Eigenaussagen juristisch prüfen lassen, wofür u.a. die „Zuverlässigkeit“ des Unternehmens geprüft worden sei. Gestern dann die Entscheidung, Bürgermeister Erich Schmid (CSU) erklärt auf einer spontanen morgendlichen Pressekonferenz, der Zirkus dürfe auftreten – aus Angst vor Regressansprüchen und da er durchaus Verständnis habe für den „doch respektablen Zirkus“. „Fahrlässiger geht es nicht. Sachbeschädigung, Diebstahl, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Gefährdung von Leib und Leben der Mitarbeiter der Polizei, des Landratsamt, der Veterinärbehörde, verbale- und körperliche Angriffe auf die Beamten und zwei unserer Aktivisten, vorsätzliche Zerstörung städtischen Eigentums, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr – die Liste der Straftaten, die sich am Montag bei der Beschlagnahmung zugetragen haben, könnte länger nicht sein. Das ist kein respektabler Zirkus, das sind Verbrecher, die zur Rechenschaft gezogen gehören“, so Viktor Gebhart. Bis dato sei jedoch absolut nichts passiert. „Was ist hier los? Was muss noch geschehen, dass hier endlich eingegriffen wird? Das Vorgehen des Bürgermeisters ist ein Skandal, der Folgen haben wird. Courage sieht anders aus. Wir haben Anzeige wegen Körperverletzung gestellt und werden weitere juristische Schritte einleiten.“ Für die Tierschützer ist die Aussprache eines generellen Wildtierverbotes durch Plattling unabdinglich, um nicht weiterhin mit Skandalen wie diesen zu kämpfen zu haben und echten Tierschutz zu gewährleisten. Zirkus Louis Knie/Alberti sei „ein schwarzes Schaf unter schwarzen Schafen“, so Viktor Gebhart von ANIMALS UNITED. „Er ist keine Ausnahme. Dass sich andere Zirkusse nun distanzieren, ist nicht mehr als Marketing aus Angst vor Profitverlust. Tierquälerei ist unweigerlich ein fester Bestandteil eines jeden tierführenden Zirkus“. Am heutigen Donnerstag findet die erste Show statt. Für Samstag ruft die bundesweite Tierschutzorganisation zu einer Demonstration vor dem Zirkus auf. Tierschützer aus ganz Deutschland hätten sich angekündigt, jeder sei herzlich eingeladen.

Grundsätzlich könnten die Geschehnisse nicht passender kommen. So wird am kommenden Freitag ein neuer politischer Versuch unternommen, auf Bundesebene ein Wildtierverbot im Zirkus zu beschließen. Ende Februar stimmte der Agrarausschuss des Bundesrats bereits für einen neueingereichten Entschließungsantrag des Landes Hessen – am morgigen Freitag fällt die formale Entscheidung im Bundesrats-Plenum, wonach die Bundesregierung nur noch zustimmen müsste. Es wäre somit der dritte Anlauf, denn bereits 2003 und 2011 hatte der Bundesrat eine Forderung nach einem Verbot bestimmter Wildtiere formuliert. Dieses wurde seitdem aber nicht von der Bundesregierung umgesetzt und scheiterte nachhaltig an einigen wenigen Politikern. Viele Kommunen haben sich der Thematik in den vergangenen Monaten daher selbst angenommen, indem sie Zirkusunternehmen mit Wildtieren auf ihren kommunalen Flächen nicht mehr zulassen. Auch die Mehrheit der Bevölkerung steht laut repräsentativer Umfragen hinter einem Verbot. Die Landtags-Grünen beabsichtigen am heutigen Donnerstag im Umweltausschuss einen Antrag zur Abstimmung zu bringen, wonach sich Bayern der hessischen Bundesratsinitiative für ein Wildtierverbot anschließen und somit ein deutliches Signal an die Regierung senden soll. „Die horrenden Bedingungen, unter denen Ben und die zwei verwahrlosten Hunde des Zirkus hier in Plattling gefunden wurden, sind leider keine Ausnahme und bestätigen, dass die Wörter ‚artgerecht‘ und ‚Zirkus‘ absolut nicht miteinander vereinbar sind. Die rechtlich völlig unverbindlichen ‚Zirkusleitlinien‘ sind eine Farce. Wir unterstützen daher den Antrag an den Bundesrat und fordern akut und grundsätzlich einen komplett tierfreien Zirkus. Höchste Zeit, dass die Bundesregierung endlich einlenkt“, so Viktor Gebhart von ANIMALS UNITED. Bis dahin liege es weiter in der Hand der Kommunen, Verbote zu erlassen und auch einzuhalten, sowie in der Hand eines jeden, Tierquälerei über seinen Nichtbesuch abzustrafen. Spaßbringende Alternativen gebe es ja im 21. Jahrhundert zu Genüge.

Was sich in Plattling abspielt ist absolut untragbar, demokratiefeindlich un nicht zu tolerieren und akzeptieren! Wir werden daher am Samstag vor Ort protestieren und rufen alle auf, sich uns anzuschließen! Mehr dazu bald! Haltet euch schon mal den Samstag frei! Lasst uns die Stimme der Stimmlosen sein! Für Tierrechte. Denn Mitleid ist zu wenig!


 

Das Thema kocht immer weiter hoch, Ben beschäftigt die Republik und vor allem die Stadt Plattling nachhaltig! ‪#‎CircusOHNE‬

Wurde gestern noch gegenüber der Bürgerinitiative Wildtierverbot Deutschland von der Stadt eine Rücknahme der Gastspielgenehmigung für den Skandal-Zirkus Louis Knie/Alberti trotz der gestrigen Vorfälle als unnötig erachtet, scheint sich heute das Blatt gewendet zu haben. Und das nicht umsonst, denn wir hatten die Presse auf die Nötigkeit der Rücknahme hingewiesen und diese anscheinend genügend Druck bei der Stadt aufbauen können. Nun ist auch von dem von uns geforderten Tierhalteverbot für den Zirkus die Rede, das wir mit Nachdruck betonen!

Unsere Aktivist_innen haben aufgrund der Attacke und der daher rührenden Verletzungen der einen Aktivistin Anzeige bei der Polizei wegen Körperverletzung gestellt. Die Veterinärbehörde hat ebenfalls Anzeige erstattet. Derweil sieht es so aus, dass der Bären-Dompteur getürmt zu sein scheint, wie uns heute vor Ort in Plattling mitgeteilt wurde. Wir werde auch morgen wieder vor Ort sein und das Ganze beobachten. Für kommenden Samstag melden wir eine Demo vor dem Zirkus an, sollte kein Auftrittsverbot von städtischer Seite erfolgen!

Interessant sind den Beitrag betreffend die Äußerungen des Circus Krone, der sich von kleinen Skandal-Zirkussen distanzieren will, aus deren Dunstkreis für gewöhnlich seine hartnäckigsten Unterstützer_innen und Lobbyist_innen kommen. Was diese wohl davon halten mögen, lässt sich nur erahnen. Eine weiße Weste vermögen die Aussagen dem Circus Krone dennoch nicht zu geben, denn gerade hier haben wir mehrfach Tierschutzverstöße dokumentieren und beim zuständigen Veterinäramt zur Anzeige bringen können. Die Worte ‚artgerecht‘ und ‚Zirkus‘ sind absolut nicht miteinander vereinbar. Die unverbindlichen ‚Zirkusleitlinien‘ sind eine Farce. Wir fordern daher akut und grundsätzlich einen komplett tierfreien Zirkus! Zirkus JA, aber OHNE Tiere!

Morgen geht es in die nächste Runde!

Sat.1 – VIDEO: Zirkusbär Ben in SicherheitDer Braunbär Ben ist an einen unbekannten Ort gebracht worden. Nach Vorwürfen wegen Tierquälerei war das Tier gestern in Plattling beschlagnahmt worden. Dabei war es zu Tumulten gekommen.sat1bayern.de


 

UPDATE 12.35 UHR: Der letzte Zirkusbär Deutschlands darf soeben in ein besseres Leben abreisen! Die Beschlagnahmung wird durchgezogen, ein Bärenpark nimmt ihn auf (den Namen geben wir zun Bens Sicherheit vorerst nicht bekannt)!

Krimi in Plattling! Zirkusbär Ben unter tierschutzwidrigsten Bedingungen über Nacht in enger dunkler Box auf Volksfestplatz abgestellt – Behörden greifen heute Morgen nach Druck durch Tierschützer zu und beschlagnahmen das gequälte Tier sowie zwei verwahrloste Hunde! Die Zirkusbetreiber attackieren die Beamten, stehlen den Bärenwagen mitsamt Bär und befinden sich nun auf der Flucht >> UPDATE (12.30 Uhr): Ben ist beschlagnahmt und frei!

Skandal-Zirkus Louis Knie/Alberti wird nicht müde, dieser Tage von sich Reden zu machen: Erst in Fürstenfeldbruck, wo er wider einem seit 2014 geltenden Wildtierverbot eine Gastspielgenehmigung bekam, einen Stadtrat bei dessen Überprüfungsversuchen attackierte und über Nacht seine Affen verschwinden ließ. Gefolgt von einer tagelangen Suche durch Tierschützer und Behörden nach dem ebenfalls unauffindbaren Bären Ben, der letztlich von Polizei und Behörden in einer winzigen dunklen Box hinter Gerümpel in seinem Transportwagen in Gunzenhausen gefunden, jedoch entgegen mancher Berichte nicht befreit und beschlagnahmt wurde – für Tierschützer ein Skandal. Seit gestern steht Bär Ben in eben diesem Wagen in Plattling auf dem Volksfestplatz, wo der Zirkus ab kommendem Donnerstag gastieren will. Die Tierrechtsorganisation ANIMALS UNITED erhebt nach Recherche vor Ort schwere Vorwürfe gegen den Zirkus und erstattete heute Morgen umgehend Anzeige beim zuständigen Veterinäramt in Deggendorf. Die Polizei hatte sich gestern träge gezeigt, war dann doch noch ausgerückt, wollte aber keinen Bär hören und sehen können. Nun heute Früh der von den Tierschützern eindringlich geforderte Zugriff der Behörden – Ben sowie zwei verwahrloste in Transportboxen in einem zugemüllten Anhänger gepferchte Hunde wurden umgehend vom Veterinäramt beschlagnahmt. Ben sollte in einen Auffangstation kommen, die Hunde sind bereits im Tierheim! Dann die plötzliche Wende: Mit Eintreffen der Zirkusleute eskaliert die Situation vor wenigen Minuten. Die Zirkusmitarbeiter attackieren die Beamten, entwenden den Bärenwagen, durchbrechen die Absperrungen und sind nun auf der Flucht vor der Polizei!

Die Skandale häufen sich um den ab Donnerstag in Plattling gastierenden Zirkus Alberti/Louis Knie, der am gestrigen Sonntag beim letzten Gastspielort in Fürstenfeldbruck bei München seine letzte Show aufgrund mangelnder Besucherzahlen verfrüht abbrach und bereits mit dem Abbau begann. Hier hatte er trotz eines 2014 ausgesprochenen Wildtierverbots auf den dortigen kommunalen Flächen vom amtierenden Bürgermeister über die Meinung der Bürger und Behörden hinweg eine Gastspielgenehmigung erhalten – ein Politikum, das letzterem seit Tagen massiv Kritik einbringt. Ihren Anfang fanden die Skandale um den Zirkus, als das ortsansässige Stadtratsmitglied Axel Lämmle sich selbst ein Bild vor Ort machen wollte, ob Wildtiere mitgeführt würden. Bei seiner Erkundungstour wurde er verbal und tätlich durch Zirkusmitarbeiter angegriffen. Doch damit nicht genug. Denn während die Attacke in den lokalen Medien immer höhere Wellen schlug, ließ der Zirkus seine beiden Affen in der Nacht nach der Attacke verschwinden, sodass sie am nächsten Tag, als das zuständige Veterinäramt in Begleitung Lämmles wie zweier Aktivisten von ANIMALS UNITED vorbeikam, nicht mehr vor Ort vorgefunden werden konnten. Auch Bär Ben, der erst gar nicht mitgebracht worden war, war plötzlich vom Erdboden verschwunden. Der Zirkus verkündete widersprüchliche Aussagen über den Verbleib der Tiere, auch gegenüber dem Veterinäramt. Nach tagelanger Fahndung stellte sich heraus, dass die Affen in einer Auffangstation untergebracht worden waren, da der Zirkus sich nicht in der Lage sieht, die aktuellen Auflagen zu ihrer Haltung zu erfüllen. Bär Ben jedoch blieb bis zum Zugriff der Behörden vergangenen Freitag nach Hinweisen durch die Tierschützer verschollen. Laut Zeugenaussagen war der Anhänger über mehrere Tage am Auffindeort in Gunzenhausen abgestellt worden, rund 150 km entfernt vom eigentlichen Gastspielort. Da sich von außen keine Einsicht in den Wagen erlangen ließ, wurde er schließlich mit Polizei und Veterinäramt geöffnet und der Bär in völliger Dunkelheit und Enge in tierschutzwidrigsten Zuständen vorgefunden. Ein verpflichtendes Außengehege wurde errichtet, welches jedoch nicht den Sicherheitsanforderungen entsprach, sodass Bär Ben sich auch am Wochenende weiter in dem Verschlag aufhalten musste. Ein unerträglicher Zustand für das arme Tier und ein weiterer Skandal, auch von behördlicher Seite, denn eine Beschlagnahmung sowie Befreiung des geschundenen Tieres fand – entgegen mancher Berichte – bis zu guter Letzt nicht statt. Das Veterinäramt forderte den Zirkus lediglich auf, den Wagen verschwinden zu lassen. Ein untragbarer Zustand, der sich nun auf dem Volksfestplatz in Plattling zu wiederholen drohte.

Die Tierrechtsorganisation ANIMALS UNITED war Zirkus Louis Knie/Alberti auf den Fersen geblieben, überwachte ihn sowohl in Gunzenhausen und Fürstenfeldbruck als auch bei seiner Abstellung des Bärenwagens am gestrigen Sonntag in Plattling. So dokumentierten die Tierschützer, dass, während Teile des Zirkus noch Nähe München stehem, der Bärenwagen sowie ein weiterer alleine, ohne Beaufsichtigung über die ganze Nacht auf dem Volksfestplatz abgestellt wurden. Die Tierschützer, die den Zirkus immer wieder aufgrund unabhängiger tierärztlicher Gutachten bei Veterinärämtern wegen seiner tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen, vor allem des Bären Ben, zur Anzeige bringen, begutachteten die Situation vor Ort und informierten die Behörden. Die Polizei rückte nach anfänglichem Zögern an, konnte jedoch nicht feststellen, ob der Bär im Wagen ist. ANIMALS UNITED erstattete nun heute Morgen Anzeige beim Veterinäramt in Deggendorf, aufgrund des dringenden Verdachts, dass sich der Zirkusbär Ben in einer extra abgetrennten und abschließbaren dunklen und engen Box in dem Transportwagen befindet. Sie begründeten starken Verdacht des abermaligen mehrfachen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz (Verstoß gegen die Vorgaben in den Zirkusleitlinien). Die Behörden rückten sofort aus und konnten kurz darauf bei ihrem Kontrollgang den Zirkusbären wie vermutet im Wagenverließ ausfindig machen. Sie beschlagnahmten das arme Tier sofort, sowie zwei Hunde in verwahrlostem Zustand in einem zugemüllten Anhänger in Transportboxen gepfercht. ANIMALS UNITED stellte Kontakt zu zwei Alternativen Bärenparks her, die sofortige Unterstützung signalisierten und Ben holen wollen. Die ebenfalls befreiten Hunde sind bereits ins Tierheim gebracht worden. Vor Ort spitzte sich die Situation mit den eben eintreffenden Zirkusleuten zu. Dann die plötzliche Wende: Mit Eintreffen der Zirkusleute eskaliert die Situation vor wenigen Minuten. Die Zirkusmitarbeiter attackieren die Beamten, entwenden den Bärenwagen, durchbrechen die Absperrungen und sind nun auf der Flucht vor der Polizei!

„Der aktuelle Vorfall führt einem ein weiteres Mal vor Augen, wie wenig ernst der Zirkus es mit der Einhaltung der Tierschutzrichtlinien und dem Wohlergehen seiner Tiere nimmt. Bär Ben vorsätzlich tagelang in einem derart kleinen Verschlag zu verstecken, ist pure Tierquälerei, das kann wohl wirklich niemand verneinen“, so Viktor Gebhart von ANIMALS UNITED. „Wir freuen uns sehr über den heutigen Zugriff und rufen die zuständigen Veterinärämter und Behörden in die Pflicht, Ben nachhaltig beschlagnahmt zu lassen und in einer spezialisierten Einrichtung wie einem Bärenwald unterzubringen. Wir fordern die Stadt Plattling auf, dem Skandalzirkus unverzüglich die Gastspielgenehmigung zu entziehen und für alle Zukunft von den städtischen Flächen zu verbannen“. Doch das ist den Tierschützern nicht genug. Sie verlangen darüber hinaus ein generelles Tierhalteverbot für Zirkus Alberti/Louis Knie. Für sie ist es höchste Zeit, dass die Behörden nicht mehr die Augen verschließen, denn bei den aktuellen Geschehnissen dürfte das zunehmend schwerer fallen. Sie sehen die Politik in der Pflicht, zu handeln, aber auch die Bürger. „Politische Verbote zum Schutz Schutzloser sind wichtig und unabdingbar, dennoch lässt sich unrechtes Verhalten auch gut über eine sinkende Nachfrage abstrafen, was die geringen Besucherzahlen im vorherigen Gastspielort Fürstenfeldbruck untermauern. Wir bitten alle Familien, lieber den nächstgelegenen Gnaden-/Lebenshof aufzusuchen statt mit Geld und Applaus Tierquälerei zu unterstützen. Dort lernt man mehr über Tiere als dass sie Unterhaltungssklaven sind und man alles mit ihnen machen kann. Ferner ersuchen wir Firmen und private Eigentümer, ihre Flächen nur für tierfreie Zirkusse zur Verfügung zu stellen. Eine lebenslange Inhaftierung und Leid sind niemals mit Vergnügen, Unterhaltung oder Profit zu rechtfertigen“, so Viktor Gebhart, der sich erst am letzten Freitag mit rund 20 Mitstreitern in Fürstenfeldbruck vor dem Zirkus eingefunden hatte, um ihren Wunsch nach tierfreier Unterhaltung von Menschen für Menschen in einer Demo Ausdruck zu verleihen. Denn für die Tierschützer seien Tiere keine Clowns zur menschlichen Belustigung, sondern Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen, die in einem Zirkus grundsätzlich niemals auch nur annähernd erfüllt werden könnten. Nicht nur Wildtiere würden im Zirkus unter Langeweile, Enge, Stress und Dressur leiden, sondern alle Tiere. Von daher sei die Freude groß, dass auch die beiden Hunde befreit wurden. „Peitschen und Ketten sind keine Dekoelemente im Zirkus, den Rest kann sich jeder denken“, so Gebhart. „Wir werden unser Bestes geben, dass Zirkusbär Ben sowie die Hunde endlich freikommen und es auch bleiben“. Vorerst gelte größter Dank den örtlichen Behörden, die so zügig ein- und korrekt durchgriffen.

Die Ausbildung und Vorführung von Bären sei in jedem Fall als nicht tiergerecht einzustufen und abzulehnen. Der Bärenwagen an sich und vor allem der abschließbare Bereich ohne Gitterzugang zu Frischluft erfülle die Vorgaben bei Weitem nicht. Ein Außengehege (einschließlich einem Badebecken) sei unerlässlich. Der Bär müsse sich mindestens 6 Stunden täglich im Außengehege aufhalten und das Badebecken benutzen können. In Plattling sei nachweislich dokumentiert seit nun bald einem Tag weder ein Außengehege noch eine Art Becken zu finden. Grundsätzlich zu betonen sei, dass der Bär bei ungehindertem Zugang zu seinem gesamten Transportwagen bei vorherigen Gastspielorten fortwährend auf einer kreisförmigen Bahn in dem Käfigwagen hin- und her lief. Dies sei als deutlicher Hinweis auf das Vorliegen einer Bewegungsstereotypie zu werten. Stereotypien ( = pathologische Verhaltensweisen ohne offensichtliche Funktion) würden vor allem bei in Menschenobhut gehaltenen Tieren auf und seien häufig Folge zu kleiner bzw. nicht artgemäß ausgestalteter Haltungseinrichtungen oder unzureichender Beschäftigung. Sie entstünden, wenn die Tiere ihre auf dem artgemäßen Antrieb beruhenden Bewegungen (z.B. Laufen, Klettern) unter dauerhaft eingeschränkten Raum- und Strukturverhältnissen ausführen müssen. Über einen längeren Zeitraum vorliegende unzureichende Haltungsbedingungen und daraus resultierende Verhaltensstörungen seien in aller Regel mit einem erheblichen und dauerhaften Leiden der Tiere verbunden und somit als tierschutzrelevant einzustufen, derartige Verhaltensanomalien hätten oft einen Verstoß gegen § 2 Nr. 1 und 2 Tierschutzgesetz als Ursache. Das dauerhafte Einschließen des Bären über Tage in einer winzigen dunklen Box zeichnet für die Tierrechtsorganisation ANIMALS UNITED eine deutliche Ursache.

Nun also doch endlich der langersehnte Erfolg! Ein Bombenerfolg! Ein Erfolg, der von so vielen getragen wird, dass es unmöglich ist, sie alle zu erwähnen! Danke an alle unsere Aktiven, die tagelang recherchierten und immer wieder über Jahre demonstrierten, an die Bürgerinitiative Wildtierverbot Deutschland für den steten Einsatz sowie alle Orgas, Vereine, Initiativen und Privatpersonen, die nicht nachgelassen haben! Es war ein harter Kampf und eine Ehre, ihn mit so vielen Mitstreiter_innen über Jahre zu kämpfen. Immer mehr sind dazugekommen! Lasst uns Luft holen und dann weitermachen, bis der letzte Käfig leer ist. Lasst uns weiter die Stimme der Stimmlosen sein! Für Tierrechte. Denn Mitleid ist zu wenig!

Informiert euch & andere: www.animalsunited.de/unterhaltung
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