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Dog Town

 

15.03.16

Via Dog Town:
Liebe Unterstützer, liebe Freunde,

wir wissen, dass ihr schon gespannt auf den Lagebericht wartet.
Da wir am 10.03. zu weiteren Verhandlungen in Dog Town gewesen sind und den ganzen Sonntag lang getagt haben, am Montag viel zu bewältigen und abzustimmen war, können wir diesen Bericht erst heute veröffentlichen.
Wir denken, ihr habt dafür Verständnis.

Dog-Town-Treffen in Frankfurt/ Main am vergangenen Sonntag, dem 13.3. Erschienen waren ca. 30 Dog-Town-UnterstützerInnen, darunter auch Petra Zipp von Tasso, worüber wir uns sehr gefreut haben.
„Wir“ – das waren Claudiu Dumitriu, Barbara Nauheimer und Jasmin Ellger, sowie Barbara Imgrund aus der zweiten Reihe stellvertretend für das Kampagnenteam.

1. Bericht von den Verhandlungen in Dog Town vom 10.3.2016
Zunächst berichteten Claudiu, Jasmin und Barbara N. von ihrem Treffen mit Herrn Dwidari, dem Eigentümer von Dog Town, und seinem Sohn Radwan in Dog Town am vergangenen Donnerstag, dem 10.3.
Zu Beginn des Treffens in Dog Town war auch der Bürgermeister der Gemeinde Uzunu anwesend, der sich sehr erfreut darüber zeigte, dass Dog Town wieder in Betrieb genommen werden soll, hieße das doch für seine Gemeinde wiedergewonnene Arbeitsplätze. Er versicherte uns, dass es bezüglich von Genehmigungen seinerseits keinerlei Probleme gäbe.

Entgegen anderslautender Darstellungen haben wir Herrn Dwidari als durchaus kultivierten Gesprächspartner kennengelernt. Während unseres dreistündigen Rundgangs durch die Anlage und der daran anschliessenden vierstündigen Verhandlung erklärte er sich ohne Weiteres bereit, uns eine vollumfängliche Vollmacht zu erteilen, damit wir eine – idealerweise in Deutschland und Rumänien agierende – Anwaltskanzlei damit beauftragen können, eine Liquiditätsprüfung vorzunehmen, Einsicht in die Bücher zu erhalten und Dog Town mit Grund und Boden und allen Liegenschaften prüfen zu lassen.

Wir können nicht nachvollziehen, weshalb Herr Dwidari als unseriöser Geschäftspartner geschildert wurde – darauf aber baute ja die Argumentation auf, die Zihlmanns als Begründung dafür angaben, warum sie letztlich aus dem Projekt ausgestiegen sind. Herr Dwidari lässt sowohl in puncto Kaufpreis als auch in puncto Konditionen für den Mietkauf mit sich reden; er weiß durchaus, dass er inzwischen 15 Monate Leerstand hinter sich hat und er uns als seinem derzeit einzigen Interessenten entgegenkommen muss. Wir dürfen an dieser Stelle auch erwähnen, dass er sehr getroffen von der rufschädigenden Art und Weise war, wie er öffentlich an den Pranger gestellt wurde.

Die Konditionen im Einzelnen:
Neben der bereits veröffentlichten Variante, die Anlage bei Bereitstellung einer Kaution in Höhe von drei Monatsmieten und einer Mietvorauszahlung von einem Jahr, in Höhe von 126.000 Euro, für zunächst monatlich 10.500 Euro zu mieten; dabei würde die Miete zu 50% auf einen möglichen Kauf innerhalb der nächsten zwei Jahre auf den Kaufpreis von 1,9 Millionen Euro angerechnet werden, kamen noch andere Varianten zur Sprache:

– Neben dem Sofortkauf für 1,7 Millionen Euro statt 1,9 Millionen Euro wäre auch ein Teilkauf in Höhe von 1 Millionen Euro möglich. Bei einem Teilkauf überließe Herr Dwidari die nicht gekauften Areale für einen Zeitraum von 5 – 7 Jahren kostenlos zur Mitbenutzung.

Bezüglich des Kaufpreises ist anzumerken, dass ein rumänischer, unabhängiger Immobilienmakler anhand ihm überlassener Pläne vorab eine grobe Wertschätzung der Anlage vorgenommen und die Preisvorstellungen des Besitzers für realistisch erachtet hat.

Eine juristische Überprüfung der Eigentumsverhältnisse (eventuelle Hypotheken, Grundschulden etc) wird stattfinden. (Siehe dazu Treffen in Frankfurt am 13.3.)

– Bei Garantiezahlung in Höhe von 500.000 € für die Mietnutzung über einen Zeitraum von 5 Jahren, würde die Miete im ersten Jahr 6.000 Euro und in den weiteren Jahren 5.000 Euro im Monat betragen. Mietkauf innerhalb von 2 Jahren für 1,9 Mio Euro : Die Miete des ersten Jahres würde statt zu 50 %, zu 100 % angerechnet werden, die Miete des zweiten Jahres zu 50 %.

– Bei Mietung des Objektes könnte bei einer Vorauszahlung in Höhe von 54.000 Euro (Mietvorauszahlung von 6 statt 12 Monaten) die Miete im ersten Jahr 9.000 Euro, ab dem zweiten bis vierten Jahr 12.000 Euro und danach 15.000 Euro pro Monat betragen. Mietkauf innerhalb von 2 Jahren für 1,9 Mio Euro : Die Miete des ersten Jahres würde statt zu 50 %, zu 100 % angerechnet werden, die Miete des zweiten Jahres zu 50 %.

Zudem steht die Spende eines tierlieben Großsponsors im Raum – er will eine Million Euro für den Kauf von Dog Town zur Verfügung stellen.

Neben den Mietkosten fallen jedoch nicht unerhebliche laufende Kosten an. Zu den Betriebskosten können wir bisher nur Schätzungen/ Hochrechnungen abgeben. Die Smeura mit 5.400 Hunden benötigt im Monat 77.000 Euro, um den Betrieb aufrechtzuerhalten; wenn man also von der halben Anzahl Hunde ausgeht, käme man auf 35.000 bis 50.000 Euro (wir waren uns alle einig, dass hier die Kosten sicherheitshalber lieber zu hoch als zu niedrig anzusetzen sind, um unangenehmen Überraschungen Vorschub zu leisten). Weiteres dazu siehe
unter 4.

2. Juristische Prüfung
Nach diesem Bericht brachten die Teilnehmer des Treffens in einem lebendigen Gespräch zum Ausdruck, dass sie weiter auf der Seite von Dog Town stehen und ihre Spenden nicht zurückziehen möchten. Als Grundbedingung dafür, dass es weitergeht, einigten wir uns einstimmig darauf, dass so rasch wie möglich Einsicht in die Bücher genommen und Dog Town mit Grund und Boden und allen Liegenschaften sowie erforderlichen Genehmigungen zur Führung eines Tierheims geprüft werden muss. Erst dann können wir eine kompetente Entscheidung treffen, ob wir den nächsten Schritt wagen und in die dritte Verhandlungsrunde um Dog Town gehen.
Mit dieser Prüfung sollte eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt werden, die sowohl in Deutschland als auch in Rumänien tätig ist. Ein Teilnehmer des Treffens, der anonym bleiben möchte, erklärte sich spontan bereit, den dafür notwendigen Betrag vorzustrecken. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle – sicherlich auch in eurem Namen – ganz herzlich bedanken. Von Frau Petra Zipp wurde uns Rödl & Partner als in beiden Ländern agierende Kanzlei empfohlen, die bereits Erfahrungen mit juristischen Tierschutzbelangen hat. Diese Kanzlei werden wir in den nächsten Tagen mandatieren.

3. Beschluss der Vereinsgründung
Solange unser Projekt noch kein Verein ist und wir kein eigenes Vereinskonto haben, hat sich Fair-Play-For-Strays e.V. freundlicherweise bereit erklärt, sein Konto für Dog-Town-Spenden zur Verfügung zu stellen. Um handlungsfähig zu werden und Dog Town betreiben zu können haben wir die Vereinsgründung eingeleitet. Der Name des Vereins, auf den wir uns einigten, lautet Dog Town Project. Der Verein, den wir als rumänischen Ableger gründen müssen, um in Rumänien handlungsfähig zu sein, wird ebenfalls diesen Namen tragen.
Um den deutschen Verein gründen zu können, sind eine Satzung und sieben Gründungsmitglieder notwendig. Da es diese Satzung noch nicht gibt, wird ein weiteres Treffen in nächster Zukunft anzuberaumen sein, bei dem die Satzung verabschiedet, der Vorstand gewählt und der Verein („e.V.“) offiziell gegründet wird. Hierzu laden wir schon jetzt jeden ein, der sich vorstellen kann, als Gründungsmitglied zu fungieren. Vorab fanden sich zehn Gründungsmitglieder:

Dumitriu, Claudiu
Nauheimer, Barbara
Ellger, Jasmin
Imgrund, Barbara
Hartwig, Jenny
Johri, Samira
Fink, Tina
Busch, Birgitt
Fabian, Patrick
Szczypiorski, Anja

Für den rumänischen Verein sind nach rumänischem Recht nur drei Gründungsmitglieder notwendig. Hier müssen wir noch abklären, wie viele davon Deutsche sein dürfen resp. wie viele mindestens rumänische Staatsbürger sein müssen.
Den Jahresbeitrag für die ordentliche Vereinsmitgliedschaft veranschlagen wir auf 30 bis 35 Euro pro Person (wir werden ihn bei der Vereinsgründung definitiv festsetzen). Auch die so generierten Gelder werden dazu beitragen, die Betriebskosten zu decken (Weiteres dazu siehe 4.). Der Verein erhält die Anerkennung der Gemeinnützigkeit zunächst für drei Jahre und wird damit Spendenbescheinigungen zur Vorlage beim Finanzamt ausstellen können.

4. Betriebskosten und Aufnahme des Betriebs
Um nicht von Anfang an das volle finanzielle Risiko zu fahren, werden wir den Betrieb zunächst mit einer kleineren Anzahl Hunde aufnehmen – die monatlichen Betriebskosten, die für den Vollbetrieb fällig wären, könnten wir unmöglich aus dem Stand heraus stemmen. So aber lässt sich schrittweise der Betrieb aufbauen und sehen, ob das Projekt tragfähig ist.
Die Betriebskosten werden zunächst über Spenden-, Förderer- und Sponsorengelder sowie Vereinsmitgliedschaften bestritten. Als mittel- bis langfristige Maßnahmen, um zur Deckung dieser Kosten beizutragen, ist des Weiteren geplant:

Übernahme von Tierpatenschaften

Hallen könnten untervermietet werden (siehe hierzu unter Nutzungskonzept)

Vereine und Organisationen zahlen bei der Abgabe eines Tieres, eine anteilige Gebühr für Unterbringung und Versorgung

Für mittellose Menschen mit Tieren in Not ist die Abgabe kostenlos

Schutzgebühr bei der Vermittlung der Tiere (zur Sicherheit des Tieres und um einen Teil der pro Tier anfallenden Grundkosten abdecken zu können)

Eine Kooperation mit dem Tierschutzshop besteht bereits. Der Tierschutzshop unterstützt das Projekt sowohl finanziell als auch mit Futterspenden. Weitere Kooperationen werden angestrebt.

Spendenaktionen u.a. durch kooperierende Vereine, Messeauftritte, bei Tierschutzaktionen, Strassenständen, Fundraising, Dauerspendenaufrufe durch „betterplace“, Dog-Town-Kollektion – Verkauf sinnvoller Produkte für Tiere, der Erlös kommt Dog Town zugute

Vermietung von Standflächen für Sonnenkollektoren

Zuschuss von der EU beantragen für Kastrastionsprogramme

Verbreitung und Einbindung von Menschen des öffentlichen Lebens. Mit dabei sind bereits: Patrick Fabian/Fussballspieler, Sandy P.Peng/Tattoo-Model

Nutzungskonzept Dog Town

Über das weiterführende Konzept von Dog Town haben wir uns ebenfalls Gedanken gemacht.

Mit Dog Town wollen wir seriöse und tiergerechte Lösungen anbieten, die es engagierten Tierschützern und Organisationen ermöglichen, Hunde aus Tötungsstationen und Horrorsheltern zu retten, ohne sich in finanzielle Notlagen zu begeben oder auf unseriöse Geschäftsmodelle zurückgreifen zu müssen, kranke und notleidende Tiere zu versorgen, Tiere zu vermitteln und nicht vermittelbaren Tieren ein Zuhause zu schenken. Unser Anspruch basiert auf einer antispeziezistischen Ethik, dass jedes Leben ist ein wertvolles Leben ist.

Verwaltung und Abwicklung: Dog Town wird unter einem gemeinsamen Management und mit einem gemeinsamen Angestelltenpool Tiere von Tierschutzorganisationen annehmen (sodass es nicht zu Graben- oder Machtkämpfen kommen kann). Diese Organisationen und Vereine geben die Tiere in Dog Town ab, um sie dort nach einheitlichen Standards betreuen und versorgen zu lassen; sie kümmern sich selbst um die Vermittlung, denn Dog Town will ja nur Durchgangsstation sein.

Privatleute, die Tiere in Notsituationen vorfinden, können diese ebenfalls abgeben und Hilfe erhalten

Neben der Beherbergung und Vermittlung von Hunden soll Dog Town vor allem ein medizinisches Kastrationen- Zentrum werden. Mit Dog Town Fahrzeugen sollen Strassen- und Besitzertiere geholt und und einige Tage lang in Dog Town stationär beobachtet werden, um postoperative Komplikationen auszuschließen (viele kastrierte Straßentiere versterben an Nachblutungen, Infektionen etc.). Danach werden die Tiere wieder an ihren Fund-/ Wohnort zurückgebracht.
Die Zusammenarbeit mit einem Pool von Tierärzten, auch zur Fortbildung ortsansässiger Tierärzte wird angestrebt. Eine modern konzipierte Tierklinik bietet rumänischen TierärztInnen die Möglichkeit zur Praxiseröffnung und Niederlassung. Schulungen und Weiterbildungsprogramme für TierärztInnen und StudentInnen der Veterinärmedizin sowie für TierarzthelferInnen könnten erfolgen und Kooperationen aufgebaut werden.

Gemeindevertreter und die Bevölkerung soll über die Notwendigkeit von Kastrationen zum Populationsmanagement und Verminderung des Tierleids aufgeklärt werden.

Schulungen für MitarbeiterInnen von Tierheimen könnten stattfinden.

Hundefänger könnten Lehrgänge in humanen Einfangmethoden absolvieren ( Das Gesetz verlangt „qualifizierte“ Hundefänger; derzeit sind völlig berufsfremde Personen im Einsatz.)

Dog Town soll auch anderen herrenlosen oder notleidenden Tieren wie Katzen, Eseln, Pferden Zuflucht bieten. Auf dem Gelände sind Ställe und weitläufige Freiflächen vorhanden; weitere angrenzende Weideflächen und Auslaufwiesen
können wir anmieten.

Angedacht ist auch Besitzertieren eine bestmögliche medizinische Behandlung zu bieten.

Senkung der Chipgebühr: In Rumänien herrscht Registrierungspflicht – doch das Chippen ist so teuer, dass sich die selbst oft bitterarmen Menschen das nicht leisten können. Wir möchten über die Zusammenarbeit mit Sponsoren und Chipherstellern erreichen, dass das Chippen erschwinglich oder sogar kostenlos wird, damit nicht mehr so viele geliebte Haustiere auf der Straße landen.

Dog Town verfügt über Konferenzräume. Hier könnten Politiker, aber auch Schulklassen , Jugendgruppen, AbsolventInnen eines Freiwilligenjahres Tierschutzunterricht erhalten.

Schulungsprogramme für die rumänische Öffentlichkeit: Wir wollen den Menschen – v.a. den Kindern, die täglich das Morden auf den Straßen sehen – vermitteln, dass Tiere eine Würde und Gefühle haben und keine Sachen sind, die man zerstören darf.

Freiwilligenarbeit im Rahmen eines Volontär-Programms (Tierschutz-Volontär)

Ihr seht, dass wir uns die Sache nicht leicht machen – wir wissen sehr gut, welche Verantwortung dieses Projekt bedeutet und möchten Vorwürfen, wir würden leichtfertig an Dog Town herangehen, keine Nahrung geben. Wir sind mehr denn je der Meinung, dass Dog Town zu verwirklichen ist. Aber Dog Town ist nichts ohne euch, euren Rückhalt und ja – auch eure Spenden. Wir hoffen, dass wir euch mit diesem Bericht überzeugen konnten, eure Spende nicht zurückzuziehen, sondern im Gegenteil, möglichst zahlreich beim (noch anzuberaumenden) Gründungstreffen von Dog Town Project zu erscheinen und möglichst zahlreich dem Verein beizutreten.
Wir, das Team, haben in den letzten Wochen und Monaten ziemlich viel von unserer Kraft in Dog Town investiert. Es war von Anfang an klar, dass wir das nur übergangsweise leisten können, denn wir alle sind berufstätig – auch wenn Jasmin Ellger, dreieinhalb Monate ihren vollen Arbeitseinsatz (bei kompletten Verdienstausfall), dem Projekt zur Verfügung gestellt hat –
oder mit anderen wichtigen Aufgaben betraut, die nicht vernachlässigt werden dürfen. Claudiu setzt sich unermüdlich für die Rechte der Tiere ein. Seine Mehfachbelastung ist enorm.

Jetzt ist es an der Zeit, Arbeit und Verantwortung auf mehr Schultern zu verteilen. Deshalb unser Appell an euch: Nicht nur die Hunde brauchen euch. Sondern wir auch.

Danke

https://www.facebook.com/media/set/…