Warum essen wir manche Tiere und andere nicht?

 

Am 9. Februar wurde das Video von La Table Suisse veröffentlicht, ein Schweizer Restaurant, das Hunde- und Katzenfleisch serviert. Im Video stellt ein Küchenchef die ethische Frage, warum Menschen dagegen sind, ‪#‎Hunde‬ und ‪#‎Katzen‬ zu essen, wenn sie regelmäßig andere Tiere verzehren. Das Video verweist auf die Website des Restaurants, auf der Kunden das Menu einsehen und einen Tisch buchen können.

In nur eine Woche wandelte sich das Video zu einem viralen Phänomen, wurde von der Presse in 25 Ländern auf 4 Kontinenten aufgegriffen und hat geschätzte 10 Millionen Menschen erreicht. Manche Berichte vermuteten, dass das Restaurant nur „ein brillanter Scherz“ sein könnte, aber die meisten Medien haben dennoch die Tatsache hervorgehoben, dass „das Video … zu einer wichtigen Frage führt … Ist es wirklich in Ordnung, ein Schwein oder eine Kuh zu essen, während man gleichzeitig dagegen ist, Katzen und Hunde zu essen?“

Gestern hat der VEBU – Vegetarierbund Deutschland eine Pressemitteilung herausgegeben, in der er sich gemeinsam mit Beyond Carnism (und mit der Unterstützung von Swissveg) für das Video verantwortlich zeichnet. Kurz danach haben deutsche und luxemburgische nationale TV- und Printmedien Interviews mit Pressesprechern von VEBU, Beyond Carnism und Swissveg durchgeführt, in der die Ethik des Tiere Essens diskutiert wurde.

Heute veröffentlicht Beyond Carnism eine englische Pressemitteilung, bei der wir unsere Motivation für das ‪#‎LaTableSuisse‬ erklären: Um Bewusstsein für ‪#‎Karnismus‬ zu schaffen. Der Begriff bezeichnet ein unsichtbares System aus Überzeugungen, das Menschen darauf konditioniert, nur bestimmte Tierarten zu essen und andere nicht. Die realistische Darstellung der Katze (die aus Silikon bestand) zielte darauf ab, Zuschauern einen Ruck zu geben, damit sie ihre ‚karnistische‘ (bzw. anerzogene) Sichtweise kurzzeitig aufgeben, so dass sie über die Ethik des Tiere Essens rationaler nachdenken, und schlussendlich Entscheidungen treffen können, die mehr das widerspiegeln, was sie authentisch denken und fühlen, anstelle von dem, was sie gelernt haben, zu denken und zu fühlen.

Obwohl das Video eine starke emotionale Reaktion bei sowohl Veganern als auch Fleischessern hervorgerufen hat, schätzen wir dennoch die Tatsache, dass es den meisten Menschen ermöglicht wurde, den Gesamtzusammenhang zu sehen und die Wichtigkeit des Videos erkannten, in einen lebendigen öffentlichen Dialog zu treten. Und obwohl wir es bedauern über manche Missverständnisse der Schweizer Kultur, die aus dem Video entsprungen sind, zu hören, schätzen wir dennoch, dass die Mehrzahl der Menschen erkannt haben, dass das La Table Suisse kein Kommentar zu der tatsächlich sehr seltenen Schweizer Tradition des Hunde- und Katzenverzehrs war, sondern viel mehr ein Kommentar zu der täglichen, weltweit praktizierten Tradition des Fleischkonsums generell.

Die Website des La Table Suisse (www.latablesuisse.com) enthält nun Informationen über Karnismus und ‪#‎Veganismus‬. Und das Video des La Table Suisse hat ein neues Ende, das Menschen dazu ermutigt, ihre Entscheidung des Fleischkonsums zu hinterfragen.