Kurzmeldung aus Brüssel / 16.02.2016

 

„American way of life“ hat Vorrang! Oder: Wovor hat man Angst?

Gedankenaustausch mit dem amerikanischen Klimabeauftragten (US Special Envoy on Climate Change) Todd Stern

Am 16.02.2016 nahm der EU-Abgeordnete Stefan B. Eck mit 10 anderen Mitgliedern des ENVI-Ausschusses (Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) an einer informellen Diskussionsrunde über das Ergebnis des Pariser Klimagipfels (CPO 21) mit dem amerikanischen Klimabeauftragten der Obama-Administration Regierung Obamas, Todd Stern, teil.

Die anwesenden MdEPs nutzen die Gelegenheit, dem hochrangigen US-Politiker Todd Stern Fragen zu stellen.

Stefan Bernhard Eck stellte eine Frage, die mit großer Wahrscheinlichkeit für US-Politiker*innen tabu ist oder vor deren Beantwortung man in der Öffentlichkeit Angst hat.

„Mr. Stern, I have a special question: it is proofed that intensive lifestock farming is responsible for a high percentage of carbon equivalent emissions. Andi it is kwon, that the americans are heavy meateaters. Can we expect some serious steps from the US-administration in direction to reduce the intensive lifestock farming to tackle down the impact of climate change?“

„Herr Stern, ich habe eine spezielle Frage: Es ist bewiesen, dass die Intensivtierhaltung für einen hohen Prozentsatz von CO2-äquivalenten Emissionen verantwortlich ist. Und es ist bekannt, dass die Amerikaner große Fleischesser sind. Können wir ernstgemeinte Schritte in Richtung einer Verminderung der Intensivtierhaltung erwarten, um die Auswirkungen des Klimawandels zu bekämpfen?“

Todd Stern, der auf alle anderen Fragen mit diplomatischen Geschick geantwortet hatte, schwieg sich hierzu während der Sitzung beharrlich und auffällig aus, als wäre die Frage nie gestellt worden.

Bei einem kurzen „face-to-face“-Gespräch nach dem offiziellen Teil des Treffens mahnte MdEP Stefan Eck bei dem US-Politiker die fehlende Beantwortung seiner Frage an.

Erstaunlicherweise war Todd Stern nun bereit, zu antworten.

Sinngemäße Wiedergabe der Antwort von Herrn Stern:

„Ja, wir kennen die negativen Auswirkungen (der Intensivtierhaltung) auf die Klimaerwärmung und auch den hohen prozentualen Anteil der C02-äquivalenten Emissionen. Aber das ist ein schwieriges Thema, es würde eine Veränderung unseres Lebensstils bedeuten. Wird über dieses Thema auch in Brüssel gesprochen. Und wie könnte man das erreichen?“

MdEP Stefan B. Eck:

„Ja, über dieses Thema wird in Brüssel gesprochen – ich nutze nämlich jede Gelegenheit, darüber zu sprechen. Und zu Verminderung der Intensivtierhaltung wäre die Einführung einer „Fleischsteuer“ möglich. Danke für die Beantwortung meiner Frage.“

Fazit: „The american way of life“ hat bei US-Politiker*innen Vorrang vor der Klimarettung! Oder haben sie vielleicht Angst, bei den übermächtigen amerikanischen Fleisch- und Lebensmittelkonzernen in Ungnade zu fallen? Wass meint Ihr dazu?