Dinge, die Veganer ständig hören

 

Ihr könnt es langsam nicht mehr hören? Schon klar, manche Fragen und Sprüche hört man als Veganer echt ständig. Nur hilft es euch, eurem Gegenüber und den Tieren am wenigsten, wenn ihr deshalb einfach dichtmacht. Wir haben die passenden Antworten für die häufigsten Fragen, mit denen ihr immer schön freundlich bleibt.

„100% vegan geht nicht, also kannst du es auch direkt sein lassen“

Es ist unmöglich zu leben, ohne Schaden zu verursachen. Wir sind alle schon mal versehentlich auf eine Ameise getreten oder haben eine Mücke eingeatmet, aber das bedeutet nicht, dass wir vorsätzlich unnötigen Schaden zufügen sollten. Es mag z.B. passieren, dass wir versehentlich einen Menschen mit dem Auto anfahren, aber das ist ja noch lange kein Grund, Menschen vorsätzlich umzunieten. Der anerkannte Humanist Albert Schweitzer, der in seinem Leben viel für Menschen und Tiere getan hat, würde sich die Zeit nehmen, stehen zu bleiben und einen Wurm vom heißen Asphalt aufzunehmen und auf kühlen Boden zu setzen. Der Probleme und Verantwortung bewusst, die eine erweiterte Ethik mit sich bringt, sagte er: „Ein Mensch ist erst dann wirklich moralisch, wenn er der ihm auferlegten Verpflichtung folgt, allem Leben zu helfen, dem er helfen kann. […] Er fragt nicht danach, inwieweit dieses oder jenes Leben Sympathie verdient […] und auch nicht danach, wieweit es in der Lage ist, zu fühlen.“ Wir können nicht alles Leiden beenden, aber das bedeutet nicht, dass wir überhaupt keines beenden sollten. In der Welt von heute mit ihren praktisch unbegrenzten Möglichkeiten haben wir eine riesige Auswahl, was Nahrung, Kleidung, Unterhaltung und Bildung angeht, ohne dass wir dafür Tiere quälen oder töten müssen.

„Stört es dich, wenn ich vor dir Fleisch esse?“

Nein! Denn eigentlich ist es egal, ob ihr dabei seid, wenn euer Gegenüber Fleisch vor euch oder hinter eurem Rücken isst. Für die Tiere hat es so oder so die gleiche Konsequenz, daher ist das WO eigentlich egal. Es sei denn euer Gegenüber isst vor euch Fleisch, nur um euch zu ärgern. Das ist daneben.

„Würdest du in einem nicht-vegetarischen Restaurant essen?“

Ja klar! Was man nämlich nicht vergessen darf: Um Fleischesser davon zu überzeugen, keine Tiere mehr zu essen, müssen vegetarische und vegane Lebensmittel und Gerichte einfach zu bekommen und überall dort erhältlich sein, wo Fleischesser einkaufen. Nur wenn Vegetarier und Veganer vegetarische und vegane Lebensmittel und Gerichte kaufen bzw. in Restaurants bestellen, wird das tierfreundliche Angebot immer weiter steigen. Heute findet man fleischfreie Lebensmittel schon fast überall – und DAS ist ein großer Schritt in eine richtige Richtung.

„Ich könnte niemals ohne Käse leben.“

Das Leben ist voller Herausforderungen, die uns ans Limit und ans Ende unserer Komfortzone bringen und an denen wir wachsen. Davon auszugehen, dass ihr zu schwach seid, um dem Käse-Jieper standzuhalten, ist also sehr pessimistisch. Es haben schon genug andere Käse gedropped, dann schafft ihr das ganz sicher auch. Mit unseren Top-Käsealternativen gelingt der Umstieg noch leichter.

„Du weißt gar nicht, was du verpasst!“

Auch, wenn wir heute gar kein Fleisch mehr essen, haben es die meisten von uns vorher getan. Wir haben uns nur irgendwann dazu entschieden, damit aufzuhören – einige aus ethischen Gründen, andere aus gesundheitlichen und wiederum andere aus Umweltschutzgründen. Dass Veganismus eine Geschmacksrichtung ist, ist ohnehin totaler Quatsch. Gewürze machen den Unterschied! Außerdem: Kein Geschmack der Welt kann Tierquälerei rechtfertigen.

„Warum müssen Veganer einem immer wieder aufdrücken, dass sie vegan sind?“

Sind wir doch mal ehrlich: Im Umkehrschluss bedeutet das doch auch, dass alle, die einem das nicht aufdrücken, auch keine Veganer sind. Und das ist Quatsch. Es gibt jede Menge Veganer, die nicht bei jeder Möglichkeit fallenlassen, dass sie vegan leben. Sie leben einfach ihr (veganes) Leben. Ihr könntet also alle genau jetzt von Inkognito-Veganer umgeben sein.

„Wieso wollen Veganer Produkte, die aussehen wie Fleisch?“

Wer sich das ernsthaft fragt, hat scheinbar noch nie Fleischsalat gegessen. In die Form de Schnitzels, des Bällchens oder der Wurst muss auch das Stück Fleisch auch erst noch gebracht werden. Daher sind diese keineswegs typisch für Fleisch. Oder habt ihr schon mal das Bällchen-Tier gesehen? Die Form ist einfach praktisch. Und nur ganz nebenbei: Die Form der Wurst soll sich angeblich an der Gurke orientieren. Die „typischen Namen“ dienen dann eher der Orientierung. Es gibt ja auch einige Veganer, die aus ethischen Gründen kein Fleisch mehr essen wollen, den Geschmack von Fleisch aber mögen.

„Das Tier ist doch schon tot. Wenn du es nicht isst, ist es umsonst gestorben.“

Die Fleischindustrie kann nur aus einem einzigen Grund bestehen – nämlich wegen der Nachfrage nach Fleisch. Wenn ich dieses Stück Fleisch jetzt nicht esse, wird in Zukunft berücksichtigt, dass ich kein Fleisch esse und die eingekaufte Menge Fleisch wird reduziert. Davon abgesehen sind die Tiere nicht „schon tot“, wenn sie in Tierfabriken ohne Betäubung kastriert werden oder ihnen der Hals aufgeschlitzt wird. Um auf dem Teller zu landen, werden Tiere ohne Schmerzmittel verstümmelt, werden Körper an Köper in Käfigen, Kisten und riesigen Hallen zusammengepfercht und nicht selten bei vollem Bewusstsein geschlachtet und zerteilt. Tiere fühlen Schmerzen – genauso wie wir! Sie erleiden das alles nur, damit Menschen Eier, Milch und Fleisch essen können.

„Bei der Ernte von Obst, Gemüse und Getreide sterben auch Tiere.“

Ohne Schaden für irgendein Lebewesen können wir alle leider nicht leben. Eine vegane Lebensweise bedeutet leider auch nicht, keinem einzigen Lebewesen irgendeinen Schaden zuzufügen. Und dennoch: Die vegane Lebensweise bedeutet eine massive Verringerung von Leid, Tod und Schaden an Mensch, Tier, Natur und Umwelt. Wenn du dir wirklich Gedanken über die Vernichtung von Lebewesen machst, dann sei dir gesagt, dass eine vegane Lebensweise deutlich weniger Vegetation zerstört als eine omnivore oder vegetarische Ernährung. Würden wir also keine Tiere wie z. B. Kühe essen, die erst einmal 8 Kilo Pflanzen verzehren müssen, um diese in ein halbes Kilo Fleisch umzuwandeln, könnten wir sehr viel mehr Pflanzenleben retten (und würden weniger Land zerstören), indem wir die pflanzliche Nahrung direkt verzehren.

„Als Veganer kann man seinen Eiweiß-Bedarf nicht decken!“

Vorab: Eiweiß kommt nicht nur in Eiern vor. Eiweiß ist ein anderes Wort für Proteine. Und Proteine sind außer in Zucker, Alkohol und Fett fast überall drin! Es ist also praktisch unmöglich, zu wenig davon zu sich zu nehmen. Wer sich dennoch unsicher ist, kann einen Blick in unseren Gesundheitsguide werfen.

„Menschen haben schon immer Fleisch gegessen.“

Der Mensch ist ein Omnivor – ein Allesesser. Das hat uns mal einen Überlebensvorteil gebracht, heute befähigt es uns zu wählen, ob wir Fleisch und tierische Produkte konsumieren und dafür den Tod und Leid dieser Tiere in Kauf nehmen oder nicht. Und wenn man die Wahl hat, dann sollte man sich für Mitgefühl entscheiden.

„Willst du einem Löwen etwa auch das Fleischessen verbieten?“

Die Unfähigkeit eines Tieres, unsere Regeln zu verstehen und sich daran zu halten, ist genauso bedeutungslos wie bei einem Kind oder einem Menschen mit einer Entwicklungsstörung. Tiere sind nicht immer in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, was eine Änderung ihres Verhaltens angeht. Erwachsene Menschen jedoch besitzen die Intelligenz und Fähigkeit zu wählen, ob sie etwas tun wollen, das andere verletzt oder nicht. Und wenn man die Wahl hat, macht es Sinn, sich für Mitgefühl zu entscheiden.

Letztendlich geht es vor allem um eines: Freundlich bleiben. Schließlich wollt ihr zeigen, wie positiv der vegane Lebensstil ist und nicht den Eindruck vermitteln, dass Veganer Wichtigtuer und unfreundlich sind, oder?

Hier könnt ihr an unserem kostenlosen 30 Tage Vegan-Kickstart teilnehmen und alles über die vegane Lebensweise erfahren.