Statement von Attila Hildmann zum Bericht von Minister Schmidt

 

Lieber Herr Minister Schmidt:

Sie sagen „Für Kinder und Jugendliche ist vegane Ernährung auf keinen Fall geeignet.“. Mich würde interessieren, wie Sie zu diesem Pauschal-Urteil kommen?Vergessen wir nicht, dass vegane Ernährung DIE LEBENSMITTEL enthält, die von hause aus von der überwiegenden Mehrheit von Lebensmittel-Experten als GESUND angesehen werden: frisches Obst und Gemüse, Nüsse, Blattsalate, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreideprodukte und vieles mehr. IHR EIGENES MINISTERIUM empfiehlt auf seiner Homepage „fünfmal am Tag, Obst und Gemüse zu verzehren, skandalöser Weise sogar für Kinder (http://goo.gl/Lt78Co ). Diese Aussagen passen ja irgendwie nicht zusammen, das werden sie auch selbst merken. Sie müssen eine vegane Ernährung auch nicht „vegan“ nennen. Nennen Sie sie einfach eine Ernährung, wo man vielleicht „fünfmal“ am Tag Obst und Gemüse ist….oder sind sie dann doch eher Fan der aktuellen Zustände? Eine steigende Zahl Jugendlicher ernährt sich aktuell von Fastfood, Burgern, Tiefkühlpizzen, Softdrinks, lecker Schokolade und Gummibärchen aus gekochten Knochen „smile“-Emoticon GENAU DIESER Ernährungsstil hängt laut vieler Wissenschaftler mit einer katastrophalen gesundheitlichen Bilanz in unserem Land zusammen. Zuletzt hat die WHO eine klare Aussage bezüglich einem gesteigerten Krebsrisiko und dem Konsum von Fleisch veröffentlicht. Rotes Fleisch findet sich jetzt in einer Gruppe mit Plutonium, Röntgenstrahlung und Asbest! Laut einer Studie des Robert Koch Instituts sind 15% der Jugendlichen in Deutschland übergewichtig, Tendenz stark steigend! Viele legen schon in jungen Jahren den Grundstein für die sog. Zivilisationskrankheiten, unter denen unsere Gesellschaft leidet: eine halbe Millionen Deutsche stirbt jedes Jahr an ernährungsbedingten Krankheiten! Viele Menschen, die auf tierische Produkte zurückgreifen, haben eine geringere Versorgung an wasserlöslichen Vitaminen (Vegetarierstudie) und einen höheren Bauchumfang. Falls Sie sich aufs Vitamin B12 bei den Veganern versteifen: geht man in eine Apotheke sind 99% der Vitaminpräparate nicht für Veganer, sondern für den Durchschnittsdeutschen, der sich scheinbar doch nicht so gesund ernährt, sonst bräuchte er das alles nicht. Lebensmittelprodukte mit angereicherten Vitaminen sind gang und gäbe, selbst in einem isotonischen Getränke finden sich diese in einer beachtlichen Menge. Wem das nicht genügt, der kann auch Vitamin B12 supplementieren. Was Massentierhaltung, den Raubbau an der Natur und Umwelt, Tiertransporte, Megaschlachthöfe etc. betrifft sind wir sicher verschiedener Meinung. Ich halte die aktuellen Zustände für absolut pervers, und ihre Aussage gießt nur Öl ins Feuer einer Industrie und Lobby, die dafür verantwortlich ist. Als Steuerzahler erwarte ich, dass Sie ihrem Amt gerecht werden und ausgewogen argumentieren, statt Panikmache zu betreiben. Grundsätzlich halte ich es schon für leicht fragwürdig, dass Sie als Minister für Ernährung arbeiten, aber selbst die Juristerei erlernt haben, die so gar nichts mit Ernährung zu tun hat. Besinnliche Festtage, Attila Hildmann! www.attilahildmann.de

 

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rp-online.de|Von RP ONLINE