Tierschützer protestieren vor Dallmayr gegen Stopfleber

 

Dallmayr ist eines der wenigen Geschäfte in München, das noch Stopfleber verkauft. Tierschützer demonstrieren ab sofort jeden Samstag von 16 bis 20 Uhr vor Dallmayr, damit dieses Produkt nicht mehr als Delikatesse gilt.

Stand: 07.11.2015

Der Maisbrei wird mit einem Rohr in den Schlund gepresst | Bild: L214 - Éthique & Animaux http://www.l214.com/

Der Protest gegen „Foie Gras“, also Stopfleber, hat schon eine lange Geschichte, da Tierschützer die Umstände, unter denen dieses Produkt entsteht, verurteilenswert finden. Im vergangenen Jahr sind zuletzt Kaufhof, Karstadt und Edeka aus dem Handel mit Foie Gras ausgestiegen. Bei Kaufhof könnte es auch daran gelegen haben, dass Tierschützer von SOKO Tierschutz einige Samstage vor dem Geschäft protestierten.

Auf Fotos zeigten sie Gänse, die in engen Mastkäfigen sitzen und dazu eine „Stopfmaschine“ – so veranschaulichten die Tierschützer, wie dieses kostspielige Produkt entsteht. In einer Stellungnahme von Dallmayr heißt es, man arbeite nur mit Betrieben zusammen, die man kenne und die ihnen dementsprechend transparent Auskunft geben würden, zum Beispiel über die artgerechte Aufzucht und eine ausgewogene Mast.

„Artgerechte“ Zwangsernährung?

Die Tierschützer fragen sich allerdings, wie eine Zwangsernährung von Gänsen und Enten artgerecht sein kann? Sie weisen darauf hin, dass eine große Fettleber häufig zu Atembeschwerden und Organversagen der Tiere führt. In Deutschland ist die Produktion von Stopfleber bereits verboten. Lebensmittel, deren Herstellung hierzulande nicht erlaubt sei, dürften auch nicht verkauft werden, fordern die Tierschützer und wollen deshalb solange jeweils an den Samstagen vor Dallmayr protestieren, bis auch dort keine Stopfleber mehr angeboten wird.

Das „Delikatessenhaus“ Dallmayr freut sich immer über einen Kommentar zu seiner Produktpalette.

https://www.facebook.com/Dallmayr-Delikatessenhaus-119717…/…


 

Dieses Bild zeigt eine Delikatesse: Foie Gras – also Stopfleber – um genau zu sein. Wofür Gourmets viel Geld zahlen, steht für Tierquälerei deluxe. Denn für das Luxus-Produkt werden Enten und Gänse absichtlich krank gemacht. Bis zu dreimal täglich wird ihnen ein Metallrohr in die Speiseröhre gerammt. Was folgt ist ein Gemisch aus gekochtem Mais und Fett, das die Tiere auf Dauer erkranken lässt. Die Leber kann die großen Mengen an Fett nicht mehr verarbeiten und wächst. Bist zu 10 Mal größer wird sie am Ende sein. Drei lange Wochen dauert die Zwangsernährung von Enten und Gänsen, bis die Leber groß und fett genug ist, um als Foie Gras den Weg in ein Gourmet-Restaurant zu finden. Mechanische Fütterung erlaubt Zwangsernährung am Fließband.

Nur zwei bis drei Sekunden lang dauert die quälerische Fütterung. Durch mechanisierte Systeme können so bis zu 400 Tiere pro Stunde zwangsernährt und sukzessive krank gemacht werden. Enten wird der fettige Futterbrei zweimal täglich für zwölf bis 15 Tage verabreicht. Rund eine Woche länger, also bis zu 21 Tage dauert die Qual für Gänse, die sogar dreimal pro Tag das kalte Metallrohr in ihren Schlund gesteckt bekommen. Dabei wird die Futtermenge von Mal zu Mal vergrößert.

Gänse und Enten werden absichtlich krank gemacht
Wie brutal der Mensch manchmal mit Tieren umgeht, zeigt sich in der Stopfleber-Produktion sehr deutlich. Für ein Produkt, das gemeinhin als Luxus angesehen wird, werden Enten und Gänse absichtlich krank gemacht. Der Fettanteil der Leber beträgt am Ende ihres Lebens über 50%. Schwerwiegende gesundheitliche Probleme sind die Folge. Die meisten Enten und Gänse können auf Grund ihrer enormen Körpermasse kaum noch gehen und verbringen die meiste Zeit sitzend. Die brutale Weise der Zwangsernährung mittels Metallrohr führt außerdem zu schwerwiegenden Verletzungen der Speiseröhre. Das zeigt sich besonders dann, wenn die Tiere nach Verabreichung ihres Futtergemischs hechelnd zurückgelassen werden.

Bei Enten und Gänsen handelt es sich um Wasservögel. Ihre natürlichen Instinkten verlangen danach, ihre Umgebung zu erkunden, sich im Wasser fortzubewegen und zu putzen. All das ist in den dunklen Ställen nicht möglich. In vielen Fällen werden die Tiere nach der Zwangsernährung sogar in kleine Käfige gesetzt, damit sie sich ja nicht zu viel bewegen können. Es ist kaum verwunderlich, dass zehn- bis zwanzigmal so viele Tiere in der Zwangsernährung sterben, als in der herkömmlichen Haltung. Die Sterblichkeitsrate liegt bei zwei bis vier Prozent; in der Haltung ohne Zwangsfütterung liegt sie bei 0,2 Prozent.
Es ist eine unglaubliche Qual, die die Tiere in den letzten Wochen ihres viel zu kurzen Lebens erleiden müssen. Wir müssen endlich etwas dagegen tun und gemeinsam ein europaweites Verbot für Stopfleber und seine Produktion fordern!

Photo/Quelle: http://www.vier-pfoten.at/…/foie-gras-tierleid-deluxe-fuer…/