Wojciechowski: Die Situation ist inzwischen sehr dramatisch

 

Eureporter: Janusz Wojciechowsk, Sie sind der Präsident der European Parliament’s Intergroup of Animal Welfare. Sie kommen gerade aus einer Sitzung zum Thema Töten – des brutalen Tötens – der Hunde in Rumänien. Sie sind selbst dort gewesen. Können Sie uns erklären, was Siew fühlen, wenn Sie alle diese Beweise/Berichte hören, was vorgeht, und nichts passiert?

Janusz Wojciechowski (MEP): J. Die Situation in Rumänien was die Strassenhunde angeht ist eine lange Geschichte. Und unglücklicherweise ist die Situation inzwischen sehr dramatisch. Es gibt ungefähr 6 Millionen Hunde in Rumänien. Nur 20% von ihnen sind geimpft. Das ist eine gefährliche Situation. Nicht nur für den Tierschutz, für die Behandlung von Tieren. Aber es ist eine gefährliche Situation für die öffentliche Gesundheit. Ich denke, dass die Rumänische Regierung, die Rumänischen Behörden sehr schlecht agieren was dies betrifft.

  • Das brutale Töten von Strassenhunden.
  • Die Privaten Firmen, die das tun, und für die das ein Geschäft ist.

Das ist keine Lösung für die Population der Strassenhunde. Jetzt haben wir den nächsten Schritt zu gehen auf unserem Weg, weil unglücklicherweise unsere Interventionen an die Rumänischen Behörden und die Europäische Kommission nicht effektiv waren.

Eureporter: Was also haben Sie vor?

Janusz Wojciechowski (MEP): Jetzt müssen wir die aktuelle Situation als Gefahr für die öffentliche Gesundheit präsentieren. Das sollte im Verantwortlichkeitsbereich der Europäischen Kommission liegen. Denn bisher bekamen wir die Antwort, dass das nicht Teil der Europäischen Gesetzgebung sei, nicht Teil der Europäischen Kompetenz, dass es ausschliesslich in der Verantwortung des jeweiligen Staates liege. Öffentliche Gesundheit ist EU-Kompetenz. Und wir werden intervenieren. Wir werden Druck auf die Europäische Kommission ausüben, eine besondere Delegation zu senden. Meiner Meinung nach ist das notwendig. Die Europäische Kommssion sollte eine Sonderdelegation schicken, die die Situation in Rumänien als Problem für die öffentliche Gesundheit behandelt. Denn es ist ein ernstes problem. Millionen ungeimpfter Hunde sind eine grosse Gefahr für die öffentliche Gesundheit. Nicht nur in Rumänien, da Tollwut sich auf andere Länder ausweiten könnte.

Eureporter: Sie erwähnte, dass das alles ein Geschäft sei. Die Leute, die die Hunde töten werden sehr gut bezahlt. Es wird gesagt, bis zu 250 € erhalten sie pro getöteten Hund. Und das Durchschnittseinkommen in Rumänien ist 300 € monatlich.
Janusz Wojciechowski (MEP): Ich verfüge über Informationen, dass es manchmal sogar fast 500 € für einen getöteten Hund sind. Es ist ein absolut korruptes Geschäft. Darüber gibt es keine Zweifel.

Eureporter: Ich wurde sehr oft vor die Frage gestellt: “Warum zahlt die EU für so etwas Geld an Rumänien?”

Janusz Wojciechowski (MEP): Das Geld wird ja nicht direkt für Strassenhunde bezahlt. Rumänien hat Geld für den Kampf gegen die Tollwut erhalten. Aber: Ich habe die Europäische Kommission gefragt bezüglich von Geld, das für Tierheime sowie den Schutz der Strassenhunde ausgegeben wird. Die Antwort war, dass kein Geld dafür verwendet wird. Unsere Richtung sollte sein, dass die Europäische Kommission eine Möglichkeit finden muss, die Verringerung der Strassenhunde in Rumänien auf eine humane Weise zu finanzieren. Sterilisationen, Kastrationen und Adoptionen. Und das unter der Überschrift “Öffentliche Gesundheit”. Die Strassenhundepopulation zu reduzieren, auf humane Art und Weise, unter Berücksichtigung Öffentlicher Gesundheit. Es ist die Pflicht der Europäischen Union, eine Pflicht der Europäischen Kommission. Ich rufe alle meine Kollegen vom Europäischen Parlament dazu auf, Druck auf die Kommission in dieser Sache auszuüben.

Eureporter:  Sie haben zu Beginn des Interviews gesagt, dass dies alles schon sehr lange andauert. Sie haben selbst gesehen, was dort passiert. Sie waren selber vor Ort. Nichts ist geschehen, seit Sie vor einem Jahr das letzte mal dor twaren. Warum ist es der EU nicht möglich, Druck in dieser Sache aufzubauen? Zum Beispiel, offiziell zu sagen “Besuchen Sie Rumänien nicht als Tourismus-Gegend?”

Janusz Wojciechowski (MEP): Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, der moralische Druck auf die Rumänischen Behörden würde ausreichen, wäre effektiv. Unglücklicherweise war das nicht der Fall. Denn die Antwort der Rumänischen Behörden ist immer:”Es ist nicht wahr. Alles geschieht in Übereinstimmung mit dem Gesetz. Manchmal gibt es Verstösse wie überall. Aber im Grossen und Ganzen ist die Situation in Ordnung”. Das ist nicht wahr. Denn wir bekommen eine Menge Informationen. Die Situation ist dramatisch. Schrecklich. Das brutale Töten geht weiter. Moralischer Druck ist sehr wichtig. Zum Beispiel Druck auf die Tourismusorganisationen, weil, ich muss wiederholen was ich in meiner früheren Erklärung gesagt habe: Rumänien ist jetzt kein gutes Land um von Touristen besucht zu werden. Weil es oft dazu kommt, dass Menschen Zeugen von brutalen Tötungen auf den Strassen werden. Viele Kinder werden Zeuge dieser Situationen. Es ist eine Gefahr für die seelische Gesundheit der Menschen. Und der Druck ist absolut notwendig. Aber wer müssen rechtliche Aktionen seitens der Europäischen Kommission beginnen. Wir, als Parlamentsmitglieder werden in dieser Hinsicht Druck auf die Europäische Kommission ausüben.