Wie gehen Menschen moralisch damit um, Milliarden von empathiefähigen Lebewesen als Fleisch – Milch und Eierautomaten zu behandeln?

 

Wie gehen Menschen moralisch damit um, Milliarden von empathiefähigen Lebewesen als Fleisch – Milch und Eierautomaten zu behandeln?

Wie kann es sein, dass ein ganzes Hähnchen 1,79 Euro kostet? Ein Liter Milch 0,55 Cent, 10 Eier 0,99 Cent?

Diese Fragen werden immer häufiger in sogenannten „Reportagen“ gestellt, die die Öffentlichkeit über das Schicksal von „Nutztieren“ (in keiner anderen Sprache als der deutschen ist die Bezeichnung „Nutztier“ so deutlich mit der Legitimierung der Tierausbeutung verbunden) aufklären soll:
Unermessliches Tierleid auf der einen Seite, die mafiösen Machenschaften der Fleischlobby mit ihren ekelerregenden Lebensmittelskandalen auf der anderen Seite.
Mittendrin der Verbraucher, der im Supermarkt steht und stets nach dem billigsten Stück Fleisch, dem günstigsten Liter Milch und den billigsten Eiern schreit.

Der kurzzeitige audiovisuelle Thrill, durch den sich jeder an dem ergötzen kann, was er in der Realität weder hört, noch sieht:
Von Augen und Ohren verborgen, aus der Wahrnehmung unseres Alltags verbannt:
Ein voyeuristischer Blick in die Heimat von Geisterarmeen, deren Körper (-flüssigkeiten) und Absonderungen wir uns einverleiben und die uns wie Maschinenwesen eine nie versiegende Nahrungsquelle garantieren, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen.
Gemeinsames, erlebtes Entsetzen als Freizeitunterhaltung.
Und danach die nächste Grillshow, die nächste Kochsendung, die alles wieder vergessen machen soll.

Ein Blick in diese Tierfabriken, euphemistisch auch „Bauernhöfe“ genannt, ist ein Blick in die tiefen Abgründe der modernen, vollindustrialisierten Menschheit:
Spaltenböden, Automatisierung des Fütterns, das Beschleunigen des Wachstums, die Mast, Verkürzung der Lebenszeit, Antibiotika-Management, die Ökonomisierung der Sprache:
Alles, wirklich alles ist dem Ertrag und der Gewinnmaximierung untergeordnet.
Zudem „leben“ die „fleischproduzierenden Einheiten“ (Tiere) auf niedrigstem Niveau. Die Massenzuchtanlagen mit ihren Haltesystemen sind hermetisch abgeriegelt, um jeden Kontakt mit der Umwelt und zwischen dem Tier und dem Konsumenten zu verhindern.

Die Kommunikation, das Gefühl, die Empathie, der individuelle Umgang mit dem Tier hat keinen Platz mehr im Universum des beschleunigten Mästens.

Und dazu wirkt sich das, was in den Fleischfabriken, auf dem Transportweg der Tiere zu den Schlachtfabriken, bei der Schlachtung und Weiterverarbeitung geschieht, massiv auf die Lebensqualität und Gesundheit der Konsumenten aus: multiresistente Keime, die Verschmutzung des Grundwassers durch die Gülle, Luftverschmutzung, Regenwaldvernichtung, Landraub, Monokulturen und so weiter…

Doch, dass die große Mehrheit damit leben und so tun kann, als seien die Orte des großen Schlachtens für sie nicht von Bedeutung, bestätigt sich jeden Tag aufs Neue.
Selbst wenn sie einen Blick in den Abgrund geworfen haben, ändert das meist nichts an ihrem Verhalten.
Es ist zu etwas Alltäglichem geworden;
zu Wahrnehmungstrümmern, die irgendwo im Gehirn geparkt werden, wo sie scheinbar nicht weiter stören.

Dass es keinen Unterschied zwischen dem treuen Blick des Hundes und dem neugierigen Blick des Schweins oder der Kuh gibt, wird geahnt; bewusst werden, bewusst bleiben darf es nicht.

Gleiches gilt für unser Wissen, dass Tiere Lebewesen wie wir sind; emphatische Wesen, die Schmerz, Furcht, Angst und Liebe empfinden, die mit Vernunft und der Fähigkeit zur Voraussicht und Planung leben wie wir, die an ihrem Leben hängen und den Tod fürchten wie wir.

Die allumfassenden Kontrolle der Lebewesen als Fleisch, Milch, Eier (auch hier nicht zu vergessen: Pelz und Daunen) produzierende „Einheiten“ kann nur aufrechterhalten werden, weil mit dem Tier auch der Mensch in diesem System in seiner Individualität entwertet und zum Massenkonsumenten umdefiniert wurde.

Zugleich wurde die Technik, die gefühllose Welt der Maschinen, zur Gewinnmaximierung idealisiert.

Damit fand eine Umetikettierung der Werte statt:
An die Stelle der Lebensqualität von Mensch und Tier rückte die totale Ökonomisierung, die Anhäufung des Mehrwerts, die durch Konzerne ermöglicht wurde.

Letztendlich eine „Barcodisierung“ des Lebens.

Der Konsum von Fleisch, Milch und Eiern ist der tägliche Beweis der scheinbaren „Überlegenheit“ des Menschen.
Die „Fähigkeit“ jedes einzelnen, sich bewusst das Leben eines anderen Lebewesens einzuverleiben, mächtig und korrupt genug zu sein, um allen Gründen der Vernunft (die fatalen Folgen für den Planeten und somit für alle von uns) und des Herzens (Empathie und Mitgefühl) zu widerstehen, und eine nie enden wollende Kette von Unterdrückung, Ausbeutung, Krieg und Hass in Gang zu halten.

Will ich weiterhin eine(r) der drei „Affen“ sein, die nichts sehen, nichts hören und nichts sagen und will damit finanziell, wie ideell ein seelenloses, maschinell – industriell pervertiertes System unterstützen, dass keinen Anfang und kein Ende kennt und für das ein Lebewesen nichts wert ist?

Oder möchte ich eigentlich etwas ganz anderes, ändere mich und gehe einen anderen Weg?

Vegan. Beende das Leid in deinem Leben!

P.S. Die Grafik, sowie der Text, sind NICHT Inhalt des Buches „Max & Fine“ („Max & Fiona“)
Wir machen das hier, weil wir ausgesprochen kreativ sind!
www.maxundfine.de