SOKO Tierschutz klärt auf. Was sind Marderhunde?

 

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Nerz und Fuchs sind den Leuten bekannt, auch von Chinchillas weiß man, dass ihr Schicksal regelmäßig am Körper eines menschlichen Pelzträgers endet. Aber von welchem Tier stammen die ganzen Krägen der Vorstadt-Eskimos? An den Krägen und Kapuzen befinden sich die Felle von Marderhunden. Die Pelzindustrie hört diesen Namen gar nicht gerne, denn das Wort Hund erinnert an Bello zu Hause. Deswegen wurde die Tierart ähnlich wie das Eichhörnchen und der Haushund prompt unbenannt. Die Pelzbranche nennt das Tier Finnracoon – also finnischer Waschbär.   Der Marderhund ist aber tatsächlich ein Hund. Die Marderhunde gehören biologisch zu den „echten Hunden“, den Canini, die Waschbären zur Gruppe der Kleinbären (also Bären). Offenbar fürchtet sich die Pelzbranche so sehr vor dem Wort Hund, dass man das Risiko einen „Kleinbären“ abzuschlachten und zu häuten als geringer ansieht.   Marderhunde sind nachtaktiv, leben in Wäldern und gehen lebenslange Partnerschaften ein. Die Tiere sind sehr schlau und ernähren sich aus einem kunterbunten Mix aus Insekten, Obst und Nagern. Die ursprünglich aus Asien stammenden Marderhunde wurden in Europa für die Pelztierzucht eingeführt.   Aber gibt es nicht ein Einfuhrverbot für Hundefelle? Ja, allerdings nur für die des Haushundes. Alle anderen Hunde dürfen nach wie vor als Pelz in die EU und nach Deutschland importiert werden. Die meisten Marderhunde werden in Pelzfarmen in Finnland, Polen und China gehalten, wobei China den Hauptteil der Produktion in Anspruch nimmt.   Das Revier eines Marderhundes in der freien Natur ist etwa 10 km² groß. Der „Lebensraum“ eines Marderhundes in der EU entspricht laut geltendem Recht 8000 cm². Der ungleich kleineren Legehenne stehen in der EU immerhin 750 cm² zu Verfügung. Und bei dieser handelt es sich nicht um ein Wildtier. Der EU-Gesetzgeber zwingt ein Wildtier mit Hilfe der Pelzlobby dazu, auf weniger als einem Quadratmeter zu leben, also auf dem knappen Platz der Oberseite einer durchschnittlichen Waschmaschine.

  Hundeernte

In China, dem Hauptproduzenten der Marderhunde, gibt es nicht einmal diese schwachen Vorgaben, und ein Tierschutzgesetz hindert die Farmer auch nicht an besonders „wirtschaftlichen“ Käfigen.   Marderhunde werden in der EU in der Regel durch einen Stromschlag in Maul und After getötet. In China werden die Tiere üblicherweise mit einem Knüppel erschlagen oder mit CO2 erstickt. Auch das Lebendhäuten von Marderhunden wurde in der Vergangenheit dokumentiert.   War Ihr Kragen ein Hund?