Das ist ein Bild, mit dem deutsche Geflügelbauern tatsächlich für ihren Berufsstand und vor allem für Tierwohl werben wollen

 

Das ist ein Bild, mit dem deutsche Geflügelbauern tatsächlich für ihren Berufsstand und vor allem für Tierwohl werben wollen. Ich bin da fast sprachlos. Sind diese Menschen tatsächlich einfältige, abgestumpfte Dorftrottel, die nicht abschätzen können, was solche Bilder für eine Wirkung haben?

Das wäre fast schon eine Beruhigung, denn die Alternative ist richtig bitter. Die lautet nämlich, dass es da draußen tatsächlich Verbraucher gibt, die diesen gruseligen Tierteppich als artgerechte Haltung durchgehen lassen. Ohne einen Vergleich bemühen zu wollen, muss doch jeder empfindungsfähige Mensch sehen, wie konzentriert diese Lebewesen gehalten werden. Dabei läuft diese Form der Einkasernierung sogar unter Bodenhaltung und hat nicht mal annähernd den schlechten Ruf der Legebatterien.

Wenn man mich fragen würde, ob ich in einem Käfig eingesperrt werden will oder es bevorzuge, mit so vielen Artgenossen in einem Raum zu stehen, dass ich nicht mal den Boden erkennen kann und in ständigem Körperkontakt mit ihnen stehe, ich hätte da Entscheidungsschwierigkeiten.

Dabei kann sich auch niemand mit dem Metzger von nebenan herausreden, denn spätestens für normale Supermarktprodukte wird diese Art der billigen Tierquälerei favorisiert. Und die Bio-Lüge platzt sowieso, denn wenn man diesen Opfern ein bestimmtes Futter lieblos in die Massenhaltung wirft, dann bekommt man sogar entsprechende Siegel.

Ich würde mich in Grund und Boden schämen, und zwar bei jedem Hühnerbein, -herz oder was auch immer auf der persönlichen perversen Speisekarte en vogue wäre. Einfach weil mich dieser Konsum zu einem empathielosen Luxusjunkie machen würde. Aber das kann ich natürlich nicht Leuten erklären, die tatsächlich schlucken, dass unter solchen Umständen Tiere liebevoll und einzeln betreut werden. Die glauben nur, was sie glauben wollen, und was ihre tägliche Blutspur etwas weniger unmenschlich und kalt erscheinen lässt.