Das Märchen vom „Jagdtrieb“

 

Das Märchen vom „Jagdtrieb“
Wie Jäger ihre kranken Triebe vertuschen

Jäger versuchen ihr pathologisches Tun gerne damit zu rechtfertigen, dass in ihnen noch der archaische Jagdtrieb und die Urinstinkte zum Schutz der steinzeitlichen Horde stecken. Anthropologisch gesehen ist das totaler Blödsinn. In der Geschichte der Menschheit war die Besorgung der Nahrungsmittel niemals triebgesteuert. Ein Trieb ist etwas Irrationales. Hunger, Durst und die Angst vor dem nächsten Winter sind aber verdammt rational. Bis zur Entstehung der Massenproduktion war die Nahrungsmittelbesorgung einzig und allein abhängig von den lokalen Bedürfnissen und den Gegebenheiten. Was nützen einem Naturvolk im Dschungel Fleischberge, wenn sie sie nichts aufbewahren können, weil alles relativ schnell verdirbt. Diese Menschen jagen bis heute nur dann, wenn sie etwas brauchen. Menschen in Zonen mit extremen Wintern, Dürreperioden oder Wild- und Fischwanderungen hingegen jagen und fischen so, dass sie über die kritischen Zeiträume kommen, in denen sie keinen Nachschub besorgen können. Das hat nichts mit Jagdtrieb zu tun, das ist rein rationale Überlegung.

Schon an diesen wenigen Beispielen sieht man, dass die „echte“ Jagd, die das Überleben sichert, niemals triebgesteuert sein kann. Urjäger Emilio Feuerstein und die verbliebenen Naturvölker hatten und haben anscheinend mehr Verstand in der Birne als neuzeitliche Triebjäger.

Was ist dann der Hintergrund für den Begriff Jagdtrieb? Ganz einfach, juristisch gesehen dürfte es arglistige Täuschung sein. Jagdtrieb kaschiert den Begriff „Tötungstrieb“. Nun mag es Jäger geben, die tatsächlich glauben, etwas Gutes zu tun. Sie betrachten sich als Naturschützer. Schon der Begriff Naturschutz ist in dem Zusammenhang absurd. Das einzig Natürliche sind doch die verbliebenen Wildtiere. Ansonsten ist unsere Natur so natürlich wie eine Fotovoltaik-Plantage. Monokulturen aus Fichten-, Weizen- oder Mais-Monokulturen, Boden- und Grundwasser Verseuchung ist das, was unsere Diddlmaus-Jäger verteidigen, damit sie im Gegenzug ihrem blutigen Verlangen nachgehen dürfen. Ähnlich reziprok rechtfertigen viele Sexualtäter ihre Delikte. Aus der Vergewaltigung machen sie eine selbstlose Dienstleistung. Pädophilie sehen sie als Ergebnis gegenseitigen Verlangens. Die Diskrepanz um Hege und Pflege beginnt doch schon damit, dass Otto und Ottilie Jagdpächter die ganze Woche im Büro oder evtl. im Haushalte sitzen. Wie soll sie denn wissen, was im Revier vor sich geht, wenn sie nur am Wochenende ein paar Stunden Zeit haben. Selbst dann geht es zuerst einmal darum, mit dem SUV Gassi zu fahren, in der Jagdhütte, zu grillen und zu feiern. Ist der kater am Morgen dann nicht zu massiv, steigt man auf die Kanzel, und knallt eben die ab, die gerade vorbeikommen.

Die schreibtischverweichlichten Jäger mit ihren Nivea gestählten Patschhändchen gehen doch nicht zur Jagd im eigentlichen Sinn. Der Begriff Jäger ist mittlerweile ein Synonym für Spaß-, Hobby- und Serienkiller. Dabei dürfen wir den sexuellen Aspekt, das Jagen als Fetisch, nicht unterschätzen. Dem Begriffs „Abschuss“ dürfen wir zweifellos zwei Bedeutungen zuordnen. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass Jäger und Jägerinnen beim Abschuss eines Tieres sexuelle Erregung bis hin zur Erfüllung verspüren können. Die heutigen Jäger gehen nicht, um sich zu ernähren. Das ist bis auf die berühmten Ausnahmen, die die Regel bestimmen, nur Makulatur. Sie gehen um zu töten, sich am Sterben zu ergötzen, ihre subtilen Machtgelüste über andere Lebewesen zu befriedigen, als Jagdpächter ein wenig auf Großgrundbesitzer und Landlord zu machen, und sich als Herr bzw. Herrin über Leben und Tod zu fühlen. Im Grunde genommen sind sie armselige Würstchen. Krampfhaft versuchen sie ihr Geltungsbedürfnis, fehlendes Charisma und psychopathische Programmierung über sadistische Ersatzhandlungen zu kompensieren. Nur, das funktioniert nicht. Eine Geisteskrankheit kann man nicht heilen, indem man ihr freien Lauf lässt.