AUSLANDSTIERSCHUTZ – bitte verantwortungsvoll, nicht fahrlässig!

 

Verantwortungsvoller Auslandstierschutz – So erkennen Sie seriöse Vereine – Tiere suchen ein Zuhause – Fernsehen – WDR


Ich denke jedem Leser wird bewusst sein, dass Tierschutz nicht in jedem europäischen Land gleich groß geschrieben bzw. ähnlich definiert wird.
Aus diesem Grunde wird gerade in vielen südlichen Ländern entlang des Mittelmeers Auslandstierschutz betrieben… und das ist auch gut so: Tiere werden vorrangig vor Ort kastriert um die wilde Vermehrung zu stoppen oder unter Umständen ins Ausland (speziell nach Deutschland) exportiert – oftmals mit sogenannten Flugpaten.
Dass es dabei, wie überall in jedem Business, viele weiße und ein paar vereinzelte tiefschwarze Schafe gibt, sollte jedem klar sein.
ABER… dass, die unseriösen Ausnahmen sich an dem massenhaften Import von Straßen- und Tötungsstationshunden finanziell bereichern ist nur die Spitze des Eisbergs.
Ein aktuelles Problem liegt in der DOKUMENTENFÄLSCHUNG!
Es scheint zur Zeit in Mode zu sein kleine Welpen in den Südländern von der Straße zu mopsen um sie dann im Ausland (vornehmlich Deutschland) gewinnbringend gegen Schutzgebühr zu vermitteln. Dabei werden seuchenschutzrechtliche Schutzmaßnahmen leider komplett mißachtet bzw. kriminell umgangen.

Aktuelles Beispiel in unserer Praxis stellt der kleine „Cartman“ dar:
Der kleine Straßenwelpe wurde in Griechenland von ‘Tierschützern‘ aufgegabelt und für Exportierpflichtig erachtet… dabei war er zum Zeitpunkt des Flugs nicht mal 6 Wochen alt, gut versorgt und topfit.
Sein vermeintlicher Impfpass wies jedoch eine komplette Erstimpfung incl. Tollwut auf, die allerdings erst ab der 12. Lebenswoche appliziert werden kann. Darüber hinaus hätte eine anschließende 21-tägige Frist eingehalten werden müssen bis das Tier eine EU-Grenze hätte überschreiten dürfen (aktuell frühestens mit einem Alter von 15 Wochen!!!).
Die Flugpatin berichtete davon, dass dem Welpen erst auf dem Flughafen-Parkplatz der Mikrochip implantiert wurde, der bereits im komplett gefälschten EU-Heimtierausweis eingeklebt war.
Die kleine Fellnase wurde übrigens wegen blutigem Durchfall, Apathie und Inappetenz vorstellig. Tja, PARVOVIROSE verläuft in der Regel tödlich – aber nicht immer…

Ich denke es ist bloß eine Frage der Zeit bis die ‚Importware Tier‘ neben den leider schon üblichen STAUPE-, Kryptosporidien-, Giardien- und PARVO-Souvenirs auch wieder die (auf Menschen übertragbare) TOLLWUT ins Land schleppt.
Die letzten infizierten Tiere in Deutschland (Bamberg) und Frankreich (Paris) waren übrigens beide Tierschutz-Tiere. Durch ein schnelles ‚Handeln‘ (sofortige Einschläferung!!!) der jeweiligen Kollegen konnten die Ausbrüche abgewendet werden.
Um nun genau dieses Szenario zu verhindern wurden tatsächlich Impfbestimmungen, Heimtierausweise und Mikrochip-Transponder ins Leben gerufen!
Aber anscheinend gehen manche Menschen das Risiko der Seuchenverbreitung gerne ein – Umsatz vor Sicherheit.

Nicht jeder Hund und jede Katze im Ausland muss eingefangen und importiert werden. Es gibt viele Tiere, deren Export aus dem jeweiligen Land ihre einzige Chance ist – gerade bei Tieren aus sogenannten Tötungsstationen. Aber bei wildlebenden Populationen sind Kastrationen viel sinnvoller als die Tiere aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen, denn durch den verursachten Stress kommt es sehr häufig zu einem Einbruch des Abwehrsystems und Krankeitsbeginn kurz nach Ankunft im neuen Land.
Im Gegensatz zum kleinen ‚Cartman‘ haben seine in Griechenland verbliebenen Geschwister übrigens durchweg keine Symptome gezeigt und sind rundum gesund.

Ich denke ein Appell auf dieser Seite an die schwarzen Schafe a la ‚bitte weniger Umsatz zugunsten der Seuchenkontrolle‘ ist vollkommen sinnlos.

Deshalb an die echten Tierschützer, die mit Herzblut und Vernunft handeln:
seid transparent und macht genauso weiter!
Ich will hier keine einzelnen Organisationen namentlich erwähnen, aber Viele machen eine hervorragende Arbeit, ohne die wirklich viele hilfsbedürftige Tiere verloren wären.

Und an all die potentiellen Paten und Adoptiveltern: seid kritischer!
Nur weil eine Organisation besonders groß und prominent ist muss sie nicht automatisch auch seriös sein; manchmal kann auch klein tatsächlich fein sein…

Wirtschaftlich gesehn sind vermutlich neben den unseriösen Organisationen auch die geschmierten Kollegen zu nennen, die anscheinend die Heimtierausweise, die Transponder, die Impfaufkleber sowie ihren Stempel stellen. Scheint zu lukrativ zu sein zum Nein-Sagen.
Leider verursachen solch potentielle Kranken-Importe bei deutschen Tierärzten in aller Regel hohe Kosten und versterben trotz umfangreicher Intensivmedzin oftmals dennoch.
Es tut jedes Mal so weh einem solch kleinen Geschöpf nicht helfen zu können.

Anscheinend braucht es noch mehr Bürokratie und Papierkram damit dieses Geschäft mit der Seuchenverschleppung ein Ende findet…

Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit (aus Engelskirchen nahe Köln)


 

Betrug mit Tierschutz-Hunden | Plusminus

Die Vermittlung von Tierschutz-Hunden über ebay und Facebook boomt wie nie zuvor. Zwischen seriöse Vermittler mischen sich auch schwarze Schafe: Sie bieten Hunde zum Kauf an, die es nicht gibt, oder bringen kranke Tiere nach Deutschland.