Ok, Rügenwalder hat uns (9 Leute aus dem Bereich Ernährung, darunter auch eine Gesundheitswissenschaftlerin, eine Ernährungswissenschaftlerin, eine Bloggerin, ein Trendforscher, ein veganer Koch, eine Betreiberin einer Schul-Catering Firma…usw.) zu einem Roundtable-Workshop eingeladen. Eine sehr interessante Runde. Rügenwalder hatte eine Studie in Auftrag gegeben zum Essverhalten in der Gegenwart und dem Ausblick auf die Zukunft. Wir haben in angeregter Diskussion über die Studie, die Mißstände und Probleme der Gegenwart geredet….und uns dann in einzelnen Gruppen unsere möglichen Zukunftsszenarien erarbeitet. Mit ziemlicher Kongruenz. Es war eine sehr spannende und bereichernde Veranstaltung. Und ja….Rügenwalder arbeitet mit Hochdruck an veganen Varianten ihrer Produkte, und ich finde es gut, dass sich ein mittelständischer Betrieb so intensiv mit diesem Thema beschäftigt, denn wenn wir die Masse erreichen wollen, müssen wir auch auf die Masse zugehen. Und die Masse isst leider Fleisch. Dass Fleischersatzprodukte auf Dauer nicht der Weisheit letzter Schluss sind, wissen wir längst. Aber auf dem Weg in eine immer veganer werdende Welt sind diese Produkte ein Steigbügelhalter für das Umdenken und Umorientieren von Millionen. Und let´s face it….der Markt für diese Produkte sind nicht aufgeklärte Veganer….sondern interessierte Fleischesser. Natürlich wissen Leute, die bereits vegan leben, meistens sehr genau, wo sie ihre Zutaten, ihr Gemüse oder sonstige Lebensmittel beziehen….oft kaufen Veganer bei lokalen oder regionalen Manufakturen. Und das ist auch gut so. Aber diese Manufakturen sind weder jetzt noch in der Zukunft in der Lage, Millionen von Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen. In einem Land mit über 80 Millionen Menschen wird es immer eine Art Industrie geben müssen, die sich um Ernährung „kümmert“. Die Frage ist, ob diese Industrie nicht mittel- bis langfristig auf eine nachhaltige, gesunde und ethisch korrekte, transparente Produktion umschwenken kann. Und wir alle hielten das für möglich und nötig. Und auf diesem Weg befindet sich unter anderem Rügenwalder. Wir können nicht davon ausgehen, morgen in einer veganen Welt aufzuwachen. Aber in einer veganeren Welt als jetzt werden wir nie aufwachen, wenn wir nicht über jeden möglichen Weg zu diesem Komparativ nachdenken. Und dabei helfen uns nicht nur einzelne Mitstreiter, Blogger oder Lifestyle-Kneipen….sondern auch mittelständische und grosse Betriebe, die anfangen, zu verstehen, wo der Hase langläuft, anstatt ihn zu schlachten. Und last, but not least: Geld verdienen wollen und müssen wir alle. Um jegliches wirtschaftliches Denken und jede Art von Konsum abzulehnen, sind wir ins falsche Land und den falschen Kontinent hineingeboren worden.
Um das klarzustellen: ich kaufe natürlich trotzdem keine Produkte von Rügenwalder. Aber ich kenne jetzt schon eine Menge Leute, die sich über diese Produkte an das Thema rantasten, Und nur darum geht es.
Es ist ein Weg und ein Prozess….und er ist in vollem Gange.
Soviel dazu.

Und los!