PRESSEMITTEILUNG: Tierquälerei auf Osterhofener Rossmarkt – Stadt greift Tierschützer an statt Vorwürfe ernst zu nehmen!

 

 

Wie bereits im vergangenen Jahr kritisierte die Tierrechtsorganisation AnimalsUnited auch diesmal den alljährlich am Palmsonntag stattfindenden Rossmarkt in der Osterhofener Innenstadt wegen Tierquälerei. Die ehrenamtlichen Aktivisten waren bei der Dokumentation offensichtlicher Vergehen gegen das Tierschutzgesetz auf dem Markt bedroht und beleidigt worden. Nun wirft ihnen die Bürgermeisterin Liane Sedlmeier vor, die Verstöße nicht direkt vor Ort der Stadt gemeldet zu haben. ANIMALS UNITED zeigt sich über die Reaktion äußert verwundert und entgegnet, dass dies über die Anzeige beim zuständigen Veterinäramt, denn dieses ist schließlich zuständig, nachweislich erfolgt sei und die Tierquäler des Vorjahres trotz Ankündigung der Stadt nie zur Rechenschaft gezogen wurden. Die haltlosen Beschuldigungen der Stadt seien lediglich ein schwacher Versuch, abzulenken statt sich der Vorwürfe und ihrer Beseitigung ernsthaft anzunehmen.

Vor gut vier Wochen fand im Stadtzentrum der Stadt Osterhofen im niederbayerischen Landkreis Deggendorf, wie jedes Jahr, der „traditionelle Rossmarkt“ statt. Bereits im Vorjahr war es zur Misshandlung mehrerer Tiere gekommen. Bürger hatten sich damals bei dem Verein über den Umgang mit den Tieren beschwert und von Tierquälerei berichtet. Auch dieses Jahr machte der Markt, trotz einer als Reaktion auf die Vorwürfe des Vorjahres eigens erstellten Pferdemarktordnung, keine besonders gute Figur. Denn gegen diese wurde laut ANIMALS UNITED in nahezu allen tierschutzrelevanten Punkten verstoßen. So stand nicht allen Tieren ständig Trinkwasser und Futter zur Verfügung. Diverse der auf dem Markt dargebotenen Pferde hatten offene und teils verschorfte Wunden im Bereich von Lippen, Hals und Gliedmaßen. Des Weiteren waren die sensiblen Fluchttiere mehrfach massivem Lärm ausgesetzt – aus dröhnenden Musikboxen, von Blaskapellen auf hinter sich herzuziehenden Wägen und von Glocken direkt am Geschirr neben den eigenen Ohren. Auf der sichtlich zu klein ausgelegten Ponyreitbahn mussten die Tiere stundenlang monoton in einer Richtung laufen, was zu schweren Schäden und Leid bei den Tieren führen kann. „Jeder, der in die gestressten oder apathischen Augen der Pferde und Esel sieht und genau hinschaut, kann erkennen, dass sie keinen Spaß haben“, so die Tierschützer in ihrer ersten Pressemeldung.

Die Stadt Osterhofen reagierte nach erstem Zögern befremdlich. Bürgermeisterin Liane Sedlmeier warf den Tierschützern in einer offiziellen Stellungnahme der Stadt „Stimmungsmache“ vor, da diese die Vergehen angeblich erst jetzt anprangerten. Doch ANIMALS UNITED reagiert prompt: Die Verstöße habe man erst jetzt umfassend vorgebracht, weil das Fotomaterial aufgearbeitet werden musste und man auf eine seriöse und unabhängige tierärztliche Beurteilung gewartet habe, um keine haltlosen Vorwürfe zu streuen. Dabei handelt es sich um einen üblichen Prozess. „Indem die Bürgermeisterin uns mit haltlosen Unterstellungen angreift, anstatt den Vorwürfen nachzugehen, wird jede Diskussionsgrundlage zerstört und die Beseitigung der Missstände verhindert. Wir finden das bedauerlich und unprofessionell. Eine Bürgermeisterin, die sich wirklich um das Wohl der Tiere auf dem Rossmarkt sorgt, versucht nicht einem bundesweit als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannten Verein „Marketinggeilheit“ vorzuwerfen, sondern nimmt die von diesem klar dokumentierten Vergehen gegen das Tierschutzgesetz ernst“, so Viktor Gebhart von ANIMALS UNITED. „Jetzt unsachlich und emotional ohne jede Grundlage gegen uns zu schießen, weil wir uns um Tiere sorgen, dürfte die Stadt nicht einmal bei den eigenen Bürgern gut dastehen lassen, aus deren Reihen ja schließlich der Hilferuf vergangenes Jahr kam.“
Die Aussage, dass „den ganzen Tag über Marktleitung und Veterinäramt vor Ort gewesen“ seien, macht das Ganze für die Aktivisten nicht besser, ganz im Gegenteil, denn umso erschreckender sei es, dass diese offensichtlich wegsahen. Denn die eigens installierte Marktordnung wurde in scheinbar jedem einzelnen tierschutzrelevanten Punkt missachtet, so die Tierschützer, welche ihre Aussagen mit einem ausführlichen tierärztlichen Gutachten untermauern können. Dass man die Stadt nicht direkt vor Ort kontaktiert habe, stimme so nicht. Man habe mit einer Dame der Stadt, die sich allerdings nicht auswies, vor Ort gesprochen. Diese sei aber offenbar nur daran interessiert gewesen, dem Aufschrei der Ponybetreiber nachzukommen, dass nicht fotografiert werden sollte. Dies verdeutliche auch, dass diese sich den Missständen bewusst waren und die Dokumentation gezielt verhindern wollten. „Transparenz sieht anders aus. Es wirkt vielmehr so, als gebe man sich mehr Mühe damit, engagierte Tierschützer einzuschüchtern“, so ANIMALS UNITED. Auch der den Markt betreuende Tierarzt sei vor Ort bezüglich im Hänger ohne Futter und Wasser über Stunden stehender Pferde telefonisch informiert worden, allerdings sei dieser nicht gekommen. Von einer weiteren Interaktion mit Funktionsträgern des Marktes habe man sobald Abstand genommen, da man mehrfach angefeindet und bedroht worden sei, teils auch von deutlich angetrunkenen Personen. Von Ähnlichem berichten auch Zeugen, die sich bei der Tierrechtsorganisation die letzten Tage gemeldet haben. Sie hätten von massiven Feindseligkeiten erzählt, die ihnen bereits seit Jahren entgegenschlugen. Unter ihnen tierfreundliche Anwohner, ansässige Ladenbesitzer und Standbetreiber.

„Auch in Zukunft werde Osterhofen an seinem traditionellen Palmsonntags-Rossmarkt mit Pferdeumzug festhalten“, so die Presseerklärung der Stadt. ANIMALS UNITED findet das engstirnig. „Tradition ist kein Argument, wenn sie auf Kosten der Tiere geht“, so Viktor Gebhart. „Es gibt weitaus unterhaltsamere traditionelle und profitable Veranstaltungen, mit denen sich ein Palmsonntag im Kreise seiner Familie verbringen lässt, ohne dabei Tieren aktiv oder passiv Schaden zuzufügen. Höchste Zeit für ein wirklich fröhliches Fest ohne Tierausbeutung und Tierleid in 2016!“ Gemeinsam mit Osterhofens Tierfreunden wollen die Tierschützer dies verwirklichen und bieten sich der Stadt weiterhin als helfende Hand an.

Foto einer Person.

AnimalsUnited

IM EINSATZ FÜR TIERE – Osterhofener Rossmarkt, 29.3.15: Tierleid, Hass, Bedrohungen!

Vergangenes Jahr ging ein Aufschrei durch die niederbayerische Presse: Auf dem alljährlichen Osterhofener Rossmarkt war es zu massiven Tierquälerei-Vorwürfen kommen. Wir von AnimalsUnited hatten aufgrund eines Zeugen, der uns verstörende Bilder zukommen lassen hatte, die Medien eingeschaltet, da das zuständige Veterinäramt sich nicht hatte bewegen wollen. Weitere Zeuginnen und Zeugen meldeten sich und die Medien rissen nach Pressemitteilungen durch uns das Thema an sich. Schließlich lenkte das Veterinäramt ein und die Tierquäler_innen wurden aufgespürt und angeblich zur Rechenschaft gezogen. Wir hatten versprochen, dieses Jahr vor Ort zu sein, die diesjährigen Geschehnisse zu überwachen und zu dokumentieren sowie zu protestieren. Wir haben unser Versprechen gehalten. Wir sahen und dokumentierten wieder viel Tierleid, ernteten Hass und waren einigen massiven Bedrohungen durch die Tierausbeuter_innen ausgesetzt. Mehr zu unserem Einsatz dieses Jahr und der daraus resultierenden Konsequezen bald!

Denn Tiere sind keine Ware, sondern Lebewesen mit Gefühlen und Bedürnisse wie wir! Wir fordern ein Ende solcher Märkte!