Kirmes verbannt das Pony-Reiten

 

Der zunehmende Protest hat Wirkung gezeigt: Das „Ponykarussell“ ist dieses Jahr auf der Rheinkirmes in Düsseldorf nicht mehr dabei.

Bei der Rheinkirmes wird eine beliebte, aber zuletzt umstrittene Attraktion erstmals fehlen. Die Veranstalter, die St-Sebastianus-Schützen, haben das „Ponykarussell“ von der Schaustellerliste gestrichen. In der Attraktion konnten Kinder auf lebenden Ponys im Kreis reiten. Die Absage ist eine Reaktion auf zunehmende Kritik von Besuchern. „Das Publikum akzeptiert immer weniger, dass Tiere auf einer Großkirmes in dieser Weise eingesetzt werden“, sagt Kirmes-Sprecher Wolfgang Osinski. „Daraus haben auch die Sebastianus-Schützen als Veranstalter die Konsequenzen gezogen.“

Gegen die traditionelle Kirmes-Attraktion gibt es in ganz Deutschland seit langem immer stärker werdenden Protest. Auch auf der Rheinkirmes demonstrierten regelmäßig Tierschützer. Aktivisten der Organisation „Peta“ verteilten Flugblätter und kritisierten, dass die Tiere durch das stundenlange Im-Kreis-Gehen und nicht artgerechte Haltung physischen und psychischen Schaden nähmen. Vor der diesjährigen Kirmes starteten Tierschützer eine Online-Petition, die an die Sebastianer und an Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) gerichtet war – und erhielten großen Zuspruch. Die Unterschriften-Sammlung bei der Plattform Change.org fand bereits knapp 10 000 Unterzeichner aus ganz Deutschland.