Indien fällt einzigartiges Urteil für Delfine

 

Indien hat Delfine letzte Woche offiziell als nicht-menschliche Personen anerkannt, deren Rechte auf Leben und Freiheit respektiert werden müssen. Delfinarien werden landesweit geschlossen. Indien ist das vierte Land der Welt, das das Fangen und den Import von Walen und Delfinen für kommerzielle Unterhaltung verbietet – nach Costa Rica, Ungarn und Chile. Auslöser für diesen Schritt waren Proteste gegen Delfinarien in Kerala.

Delfine haben ein ähnliches Maß an Selbstbewusstsein wie Menschen. Sie können ihr eigenes Spiegelbild erkennen, Werkzeuge benutzen und sie verstehen abstrakte Konzepte. Sie haben sogar eigene Kommunikationsformen: An individuellen Pfeifgeräuschen können sie Freunde und Familienmitglieder erkennen – ähnlich wie Menschen Namen verwenden.

Es sind genau diese Fähigkeiten, Tricks zu erlernen und das Publikum zu verzaubern, die Wale und Delfine so beliebt für Unterhaltungsshows in Delfinarien und Zoos auf der ganzen Welt gemacht haben. Doch das Publikum ist sich in der Regel nicht bewusst, dass die Tiere dort stark leiden. Die Erfahrung der Gefangenschaft ist gleichbedeutend mit Folter. Orcas und Delfine navigieren mit Sonarsignalen, die in den engen Wasserbecken ständige Echos erzeugen, durch die die Tiere immense Not erfahren. Nicht selten schlagen Delfine ihre Köpfe an die Wände und verletzen sich selbst.

Mit der Entscheidung Indiens, Delfine als nicht-menschliche Personen anzusehen, hat sich die Regierung nicht nur gegen Grausamkeit ausgesprochen; sie hat einen wichtigen Ethikdiskurs angeregt und darauf aufmerksam gemacht, dass es moralisch inakzeptabel ist, denkende und fühlende Lebewesen auszubeuten.

Die Delfine in Indien haben nun einen Status, den wir auch allen anderen fühlenden Lebewesen auf der Welt wünschen.