DIE ZEITSCHRIFT TINA FRAGT: „WAS SOLL DER ERBÄRMLICHE ZIRKUS“?

 

 

Mit einer wöchentlichen Auflage von 470.000 Stück zählt die Zeitschrift ‚tina‘ zu den auflagenstärksten Frauenzeitschriften in Deutschland. Somit erreicht sie mit Sicherheit auch sehr viele Mütter, die durch den aktuellen Artikel dazu angeregt werden mit ihren Kindern über das Thema „Tiere im Zirkus“ zu sprechen.

Wir begrüßen es sehr, dass tina sich so klar und deutlich gegen Tiernummern im Zirkus ausspricht und haben den Text zur besseren Leserlichkeit nochmals für Euch abgetippt:

(Text: tina, Ausgabe Nr.1 vom 7. Jan.2015)
>> Hinter einer Glasscheibe schauen zwei braune Augen in die Welt. Oder vielmehr in den kleinen Ausschnitt, der ihnen bleibt. Ein Menschenaffe, der Robby genannt wird und fast sein ganzes Leben hier im Zirkus Belly lebt – in diesem Käfig.
Es wird aufgesperrt, wenn es zum Auftritt geht. Dann wird ‪#‎Robby‬ in einen Anzug gesteckt, vom Zirkusdirektor Klaus Köhler an einer Leine um den Hals herausgeholt. Der ‪#‎Zirkus‬ beginnt. Großes Trara, denn jetzt fährt der große Menschenaffe mit dem Roller durch die Manege! Danach soll er Cola aus der Flasche trinken, wie ein Mensch. Er blickt seinen Meister an, als ob das sein muss. Ja, es muss. Dafür ist er da. Damit sein Publikum applaudiert. Aber das tut es immer weniger. Mann muss kein ausgemachter Tierschützer sein, um zu spüren, dass hinter Show Unrecht und ein großes Warum stehen:
Warum lassen Tiere, die im echten Leben Herrscher sind, Könige des Urwalds, stärker,, schneller als der Mensch, die das Leben in der Wildnis beherrschen, sich von einer Frau im Glitzerröckchen durch die Manege jagen?

Was muss passiert sein, damit ‪#‎Tiger‬, die absolute Einzelgänger sind und aggressiv werden, wenn man sie enengt, eng auf eng mit ‪#‎Löwen‬ in einem Käfig müde durch die Gitter starren und in der ‪#‎Manege‬ nebeneinander sitzend Männchen machen?
„Keiner kann mir erzählen, dass ihr Wille allein mit guten Worten und Leckerlis gebrochen wird. Da wird geschlagen, bestraft“ sagt Thomas Piersch. Er ist Wildtierexperte der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, die seit Jahren für ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen kämpft. Er ist nicht allein.

70% der Deutschen sind für ein Verbot, so Pietsch. Unverständlich, dass die Regierung nicht handelt, zumal die Beliebtheit von Zirkussen seit Jahren zurück geht. Unsere Nachbarn ‪#‎Belgien‬, ‪#‎Österreich‬, ‪#‎Finnland‬ und ab 2015 ‪#‎Niederlande‬ und ‪#‎Großbrittanien‬* sind da weiter, dort wird es verboten. „Bei uns gibt es nur lasche ‪#‎Leitlinien‬ zu artgerechter Haltung, die selten reichen, damit ‪#‎Amtstierärzte‬ handeln und gequälte Tiere konfiszieren können“, so Pietsch.
So wie im Fall Robby. „Der nicht mal weiß, dass er ein ‪#‎Schimpanse‬ ist, weil er nie einen Artgenossen sah, nicht mal die Möglichkeit zu klettern hat und doch nicht wie ein Mensch behandelt wird, sich immer falsch fühlt“.
Die Tierschutzorganisation ‪#‎PETA‬ hat für #Robby längst einen Platz in der ‪#‎AAP‬ Station in den Niederlanden, wo er mit anderen Schimpansen sich endlich nicht mehr falsch fühlen müsste. Das wäre ein Leben. Wo ist das Gesetz ? <<

*Anmerkung: In Großbritannien wurde die Verabschiedung des Gesetzes bisher bei jeder Abstimmung von einem konservativen Abgeordneten blockiert. Das Verbot ist NOCH nicht NICHT beschlossen!