Warum müssen wir den Fleischverbrauch reduzieren?

 
Sagen wir mal so: „Über kurz oder lang bleibt uns gar nichts anderes übrig!“

Wir wollen bei der Beantwortung der Frage gar nicht auf Tierschutz oder Gesundheit eingehen. Wir lassen auch die Tatsache beiseite, dass der sog. Homo Sapiens, zu dem wir alle zählen, in den letzten 70.000 Jahren immer Fleischesser war. Ethik hin, Moral her, es gibt einen ganz anderen Aspekt, an dem wir aus ökologischen Gründen nicht vorbeikommen. Die Ökologie hat nämlich eine ganz dumme Eigenschaft. Sie ist ein Ausgleichsfetischist. Wenn eine gewisse Toleranzgrenze überschritten ist, dann schleudert sie den Dreck, den man ihr aufgebürdet hat, auf einen Schlag mit voller Wucht zurück.

Viele Menschen sind tatsächlich der Meinung, dass Regenwälder wegen des Pflanzenanbaus für Vegetarier abgeholzt werden. Denen sei gesagt, genau das Gegenteil ist der Fall. Bisher wurden 70% der Regenwälder nur wegen der Fleischproduktion zerstört.

Ob ein Mensch 1 kg Fleisch oder 1 kg Getreide / Gemüse mit Öl isst, hat in etwa denselben Ernährungseffekt. Der große Unterschied besteht jedoch in der Herstellung der Produkte. Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, muss man je nach Fleischart im Schnitt die 15-fache Menge Getreide füttern. Anders erklärt, damit ein Schwein 100 kg Fleisch ansetzen kann, muss es etwas 1500 kg Getreide fressen. Wegen des riesigen Fleischkonsums sind Länder wie Deutschland aber gar nicht mehr in der Lage, die benötigten Getreidemengen anzubauen. Also importieren wir die Futtermittel aus Drittländern. Pro Jahr sind das z.B. 5 Millionen Tonnen Sojamehl aus Südamerika. Aber auch dort sind die benötigten Ackerflächen schon lange nicht mehr vorhanden. Um zusätzliche Anbauflächen zu gewinnen, gibt es nur eine einzige Möglichkeit: die Abholzung der Wälder.

Die Wahl eines Steaks statt einer Gemüsepfanne hat folgende Auswirkungen. Im Gegensatz zur Gemüsepfanne hat das Steak 15 x so viel Pestizide, Kunstdünger, Treibstoff, Wasser und Anbaufläche verbraucht. Es verursachte bei der Herstellung 15 x so viel Umwelt-, Wasser- und Klimazerstörung. Hinzu kommen Hormone und Antibiotika mit den bekannten Nebenwirkungen, Ölverbrauch und Abgasschäden wegen der langen Transportwege aus Asien und Südamerika. Last but not least, die von den Tieren in der Viehzucht ausgestoßenen Menge an klimaschädlichen Körpergasen ist mittlerweile höher, als die ausgestoßene Menge des gesamten, weltweiten Verkehrs. Damit sind alle Fahrzeuge zu Lande, zu Wasser und in der Luft gemeint.

Über kurz oder lang bleibt uns ohnehin nichts anderes übrig, als unseren Fleischverbrauch zu reduzieren. Die Frage ist nur, ob es dann nicht schon zu spät ist. Wir hören immer von den Wirtschaftweisen. Der Weltwirtschaftsgipfel in Davos hat jedoch wieder einmal bewiesen, dass die Welt von Wirtschaftsnarren regiert wird, die immer noch an das grenzenlose Wachstum glauben. Liebe Polit- und Wirtschaftsnarren, es gibt nur ein einziges Gebilde, das grenzenlos wächst – es ist die Dummheit der Menschen. Ihr stellt es täglich unter Beweis.