Tierversuchszahlen – Ärzte gegen Tierversuche sehen keine Trendwende

 

Tierversuchszahlen – Ärzte gegen Tierversuche sehen keine Trendwende

Bundesregierung äußert sich zu Versuchstierzahlen 2013

 

2.997.152 Tiere mussten 2013 in Experimenten leiden und sterben. 2.165 davon waren Affen, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung um 28 % entspricht. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche kritisiert die Schönfärberei der Bundesregierung, welche soeben die um 2,7 % gesunkene Tiergesamtzahl als Trendwende begrüßt. Der Ärzteverein sieht keineswegs einen Trend bestätigt, zumal die Veröffentlichung der umfassenden Versuchstierstatistik bislang nicht einmal erfolgt ist. Stark gestiegen sei auf jeden Fall neben den Affenversuchen auch die Zahl der für Versuchszwecke verwendeten Fische.

 

„Eine Analyse der umfassenden Statistik ist unumgänglich, um Bewertungen vornehmen zu können. Der leichte Gesamtrückgang darf nicht darüber hinweg täuschen, dass qualvolle Versuche in manchen Bereichen geklettert sein werden, wie schon der dramatische Anstieg bei den Affen zeigt. Außerdem weist Deutschland im EU-Vergleich nach Frankreich die zweithöchsten Tierversuchszahlen auf – es besteht also nach wie vor dringendster Handlungsbedarf“, so Dr. Corina Gericke, Vizevorsitzende der Ärzte gegen Tierversuche. „Wir werden Minister Schmidt beim Wort nehmen, der jetzt verkündete, dass noch mehr sogenannte Alternativen entwickelt werden müssen. Bislang hat Deutschland den Tierschutz vehement torpediert. So empfiehlt die neue EU-Tierversuchsrichtlinie ein Verbot von Versuchen mit schwerem Leid sowie eine Einschränkung von Affenversuchen, was die Bundesregierung bei der Umsetzung in nationales Recht vollständig ignoriert hat und damit gegen das Staatsziel Tierschutz verstößt.“

 

Die Ärztevereinigung wird sich, sobald die Statistik der Tierversuchszahlen 2013 veröffentlicht ist, ausführlich zu den Zahlen äußern.

 

Grundsätzlich fordern die Ärzte gegen Tierversuche ein Ende des unethischen und wissenschaftlich fatalen Irrwegs Tierversuch. Stattdessen sollen moderne Forschungsmöglichkeiten zum Einsatz kommen, da mittels Hightech-Verfahren sowie auch Bevölkerungsstudien aussagekräftige Erkenntnisse erlangt werden können. Die Bundesregierung ist aufgefordert, die gesetzlichen Vorgaben erneut zu überarbeiten und endlich den überfälligen Paradigmenwechsel hin zur tierversuchsfreien Forschung umzusetzen.