Sarajevo will Straßen von Streunerhunden „säubern“

Sarajevo will Straßen von Streunerhunden "säubern" (Bild: thinkstockphotos.de)

 

Nach der Ukraine und Rumänien sollen ab sofort auch in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo eigene Hundefänger ausgeschickt werden, um angeblich gefährliche Streunerhunde zu „beseitigen“. Tierschützer im Land sind verzweifelt.

Ungefähr 11.000 herrenlose Hunde soll es schätzungsweise in Sarajevo, der Hauptstadt Bosniens, geben. Das örtliche Tierheim hat nach eigenen Angaben aber nur 220 freie Plätze warum diese bisher nicht belegt wurden und wer dafür verantwortlich ist, bleibt offen. Bei einer Versammlung von Vertretern der Tierheime und der Veterinärbehörde wurde man sich laut verschiedener Lokalmedien nur darüber einig, dass eine schnelle Lösung für das „Streunerproblem“ her müsse.

Unzählige Hunde sollen eingeschläfert werden

Drei Hundefängerteams wurden auf Initiative des Umweltministers bereits gebildet und mit Fahrzeugen ausgestattet. Sie sollen künftig auf Beschwerden aus der Bevölkerung reagieren und die Streuner einfangen. Der Geschäftsführer jener Firma, die in Sarajevo Tierheime gebaut hatte, will allerdings nur Hunde aufnehmen, die nicht krank oder aggressiv sind. Alle anderen sollen eingeschläfert werden. Bosniens Tierfreunde sind entsetzt und berichten bereits von massiven Verstößen gegen das Tierschutzgesetz durch die Hundefänger.

Minister: „Hunde sind Problem des ganzen Landes“

Der Wirtschafsminister bezeichnete die Streuner gegenüber klix.ba  als „Problem des ganzen Landes“. Nur dank der Tierschutzorganisationen sei noch nicht das totale Chaos ausgebrochen. Als Problem sieht der Minister die Ausbreitung der Tollwut. „Sarajevo ist eine Stadt der Hunde geworden. Wir haben zwar Gesetze, diese werden aber nicht angewandt. Es muss endlich Sanktionen für diejenigen geben, die ihren Job nicht richtig machen.“