Kurzmeldung aus Brüssel / 06.01.2015

Kurzmeldung aus Brüssel / 06.01.2015

Streunerhunde und Katzen sind keine wilden Tiere!

Das Europäische Parlament und der Europäische Rat besprechen derzeit den Vorschlag für eine „Verordnung zur Tiergesundheit“ im neuen Tiergesundheitsgesetz. Demnach sollen Streunerhunde und Streunerkatzen als Wildtiere definiert werden.

In der vergangenen Legislaturperiode hatte das Parlament für Änderungsbeiträge gestimmt, die herrenlose Tiere auf denselben Level setzen wie Wildtiere. Die Europäische Kommission erarbeitete einen Entwurf für das neue EU-Tiergesundheitsgesetz. Durch eine kleine Änderung in den Bestimmungen der Verordnung (Änderungsbeitrag 51, Artikel 4 Absatz 1 Punkt 5 a (neu) und eine Änderung im Artikel 70 der Verordnung) würden somit Streunerhunde und Streunerkatzen zu Wildtieren erklärt werden.
Durch diese Änderung könnten Streunerhunde und Streunerkatzen zur Verhinderung der Ausbreitung von Tierkrankheiten getötet werden, was eine deutliche Verschlechterung des Rechtsschutzes der Tiere nach sich ziehen würde. Zudem stünde es dem Grundprinzip aus Artikel 13 des Vertrags der Europäischen Union (TFEU) entgegen, wonach Tiere fühlende Wesen sind und dies in der EU-Gesetzgebung zu berücksichtigen ist.

Die beabsichtigte Änderung zum Nachteil der Streunertiere ist untragbar und der EU-Abgeordnete Stefan B. Eck wird diesen Änderungen mit aller Kraft entgegentreten. Streunerhunde- und Katzen dürfen nicht zu „Wildtieren“ erklärt werden!

Zusammen mit seiner Kollegin Anja Hazekamp (Partij voor de Dieren) wird MEP Stefan B. Eck versuchen, möglichst viele EU-Abgeordnete zu bewegen, sich gegen die beabsichtigte Verordnung auszusprechen.


 

BRÜSSEL – MEP ÄUSSERT SICH ZUR FRAGE
„STREUNERTIERE = WILDTIERE?“

Vier Pfoten schrieb vor knapp einem Monat:

„…Ein neues EU-Tierschutzgesetz sorgt derzeit für Wirbel: Darin wird nämlich zwischen Haustieren und Streunertieren unterschieden. Streuner werden gar als Wildtiere klassifiziert, was eine Verschlechterung des Rechtsschutzes der Tiere nach sich ziehen würde. Streunertiere sind keine Wildtiere! VIER PFOTEN kritisiert EU-Gesetzentwurf.
VIER PFOTEN kritisiert diesen vorläufigen Gesetzesentwurf aufs Schärfste, denn damit wäre es sehr einfach, streunende oder freilaufende Tiere im Bedarfsfall bei der Jagd zu erschießen.
Positive Entwicklung: Es wird eine europaweite Chip- und Registrierungspflicht für Hunde gefordert. Dies wäre nicht nur ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel, sondern würde auch das Aussetzen von Hunden und Katzen schwieriger machen…“
Quelle: http://www.vier-pfoten.de/…/kritik-an-neuem-eu-tierschutzg…/

Der Parteilose Europaparlamentarier Stefan Eck hat sich heute auf seiner Facebookseite dafür ausgesprochen, besitzerlose Katzen und Hunde nicht zu Wildtieren erklären zu lassen. Einer geplanten Verordnung sollen nach seinem Wunsch möglichst viele Abgeordnete widersprechen.

Das Foto zeigt ihn mit Kampagnenpostzkarten von Vier Pfoten.