Kurzbericht aus Limassol (Nachtrag) / 16.03.2015

Kurzbericht aus Limassol (Nachtrag) / 16.03.2015

Die Streunerkatzen von Zypern

Während seines Aufenthaltes in Zypern befasste sich MEP Stefan Bernhard Eck am 16.03.2015 mit der Thematik der Streunertiere in diesem südeuropäischen Inselstaat. Eine Tatsache fiel direkt auf: In Zypern – zumindest an den Orten, die Stefan Eck besuchte – gab es zwar unzählige Streunerkatzen, aber keinen einzigen Streunerhund.

Die Streunerkatzen waren alle in einem guten gesundheitlichen Zustand und in keiner Weise menschenscheu, was darauf schließen lässt, dass sie wohl in der Regel keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Im Stadtkern von Limassol, die zweitgrößte Stadt Zyperns, gehören sie zum Straßenbild. Sie tummeln sich auf öffentlichen Plätzen, an den Strandpromenaden und in den Hotelanlagen. Selbst in den Restaurants dieser Hotels werden sie vom Personal geduldet und von den Hotelgästen gefüttert.

Laut Auskunft von Kyriakos Kyriakou, dem Vorsitzenden der Animal Party Cyprus, ist es per Gesetz verboten, Streunertiere im Zuge einer Populationsregulierung zu töten.

Herrenlose Hunde sind in Tierheimen untergebracht, für Katzen gibt es sogenannte Refugien, die meist von Tierfreunden/innen oder Vereinen (die die Tiere auch sterilisieren lassen) betrieben werden. Leider kommt es aber auch hin und wieder vor, dass Streunertiere durch Privatpersonen, die sich von ihnen belästigt fühlen, durch Gift oder andere grausame Methoden getötet werden, was aber, wenn es zur Anzeige kommt, strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht. So wurde beispielsweise ein Tierquäler, der kürzlich einen Hund mit seinem Auto zu Tode geschleift hatte, zu einer Freiheitsstrafe von zwei Monaten verurteilt.

Für ein flächendeckendes Kastrationsprogramm scheint es dem Krisenland Zypern momentan an finanziellen Mitteln zu fehlen, so dass dies von den ansässigen Tierschutzvereinen übernommen werden muss.

Insgesamt scheint es den Streunertieren in Zypern deutlich besser zu gehen als in anderen südeuropäischen Ländern, jedoch gibt es noch viele „Schieflagen“ wie z.B. die nach wie vor stattfindende Jagd auf Singvögel und in einzelnen Fällen inakzeptable Haltungsbedingungen im „Nuztierbereich“.

Was den Singvogelmord auf Zypern betrifft, hat sich MEP Stefan B. Eck vorgenommen, bei einem weiteren Besuch (Ende 2015 oder Anfang 2016) dieses Thema auf höchster politischer Ebene – gedacht ist ein Gespräch mit Staatspräsident Nikos Anastasiadis – zur Sprache zu bringen.