Kitmir e.V.

Vermittlung und Spenden:

 

http://www.kitmir.de

https://www.facebook.com/KitmirEv?fref=ts

 

Wir sind ein Verein zur Minderung des Tierleides auf den Straßen der Türkei insbesondere an der türkischen Riviera. Unsere Hauptaufgabe besteht darin Kastrationen und Kastrationsaktionen sowie die medizinischen Versorgung vor Ort durchzuführen. Des weitern wurden Futterstellen eingerichtet, damit wir neu ausgesetzte Tiere und Welpen zeitnah kastrieren lassen können. Eine weitere Aufgabe besteht darin das wir ausgesetzte nicht auf der Straße überlebensfähige Tiere aufnehmen. Das beinhaltet auch die Aufnahme von kranken, behinderten, angefahrenen und ausgesetzten Tieren und Welpen.

Wie alles begann

Es begann in einem meiner unzähligen Urlaube in der Türkei. Ich bekam einen Welpen geschenkt und wusste nicht wohin damit. Mitnehmen war nicht möglich, da ich vor Ort mit den Tierärzten gesprochen hatte und mir die umständliche Art und Weise der Ausreise erklärt wurde. Wohin mit dem Hund in diesen Monaten bis zur Ausreise ? Meine Verzweiflung war groß, doch dann erzählte mir jemand von der Deutschen im Tierheim in Demirtas. Ich habe den Hund geschnappt und bin nach Demirtas gefahren. Trotz vollem Tierheim hat Anja den Hund für mich aufgenommen und die Papiere für die Ausreise fertig gemacht. Ein halbes Jahr später habe ich meine Tina nach Deutschland geholt.  Über mehrere Jahre habe ich mit Respekt und Hochachtung die Arbeit von Anja vor Ort verfolgt, ich habe versucht zu unterstützen und benötigte Dinge mitgebracht, als Flugpate unterstützt und manchmal saßen wir auch zusammen und haben geweint wenn wieder eines der Tiere, das uns ans Herz gewachsen war, über die Regenbogenbrücke ging.
Als Anja das Tierheim verließ und mit Ihrer Mama zusammen gegen das Elend auf den Straßen, gegen finanzielle Widrigkeiten, gegen Unwetter, Stromausfälle und gegen die Ignoranz der Menschen kämpfte, entschlossen wir uns Anja zu helfen. Die erste und größte Unterstützung erhielt sie von zwei Tierschützerinnen die es ermöglichten, das Grundstück zu kaufen und darauf das Haus zu errichten. Mit weiterer finanziellen Unterstützung Ihrer Familie konnten dann Teile des Grundstücks eingezäunt und das Katzen- und Hundegehege gebaut werden.

Anja bestreitete sämtliche Kosten für Ausreise, Futter, Impfung, Tierarzt usw. aus eigener Tasche mit Hilfe Ihrer Mutter Inge, die bereits 90 Jahre alt ist. Wir haben den Verein gegründet um diese Kosten übernehmen zu können, damit Anja sich finanziell unabhängig um die Tiere vor Ort kümmern kann. Sie hat bereits mehrere Futterstellen eingerichtet die täglich angefahren werden müssen. Sie kastriert jede Katze und jeden Hund den sie einfangen kann. Und es ist noch viel zu tun.

Anja verdient unsere Unterstützung im Kampf gegen das Tierelend auf den Straßen der Türkei. Wir werden unser Bestes geben Anja mit Engagement und Kampfgeist zu unterstützen. Dank der Unterstützung unserer Spender haben wir schon einiges erreicht und wir hoffen auf weiterhin gute Unterstützung und Zusammenarbeit unserer Helfer und Spender.

 Danke im Namen der Straßentiere


Ende der Touristensaison – Tod den türkischen Straßentieren

Ich beobachte das ganze Jahr über voller Verwunderung die Posts und Aussagen einiger Türkei Urlauber auf diversen Seiten des world wide webs.
Immer wieder lese ich, wie gut es doch die türkischen Straßentiere getroffen haben. Dazu werden Bildchen gepostet, die einen gefüllten Futternapf vor einem Hotel oder eine bestückte Wasserquelle am Strand zeigen.

Auch ich war einst eine Touristin in der Türkei und habe meinen Sommerurlaub an der türkischen Rivera verbracht. Auch ich habe gut genährte Straßentiere angetroffen umd die Hotelkatzen jeden Abend mit Futter versorgt.
Dann habe ich eine kleine kranke Hotelkatze gefunden und beschlossen ihr ein Zuhause zu geben.
Warum ich das getan habe???
Weil mir plötzlich auffiel, dass die Hotelkatzen des vorheriges Jahres komplett verschwunden waren… weil ich die Einheimischen befragt habe und tatsächlich (teilweise) ehrliche Antworten erhielt… weil ich nicht wollte, dass diese eine kleine, kranke Katze vergiftet, erschlagen oder anderweitig aus dem Weg geräumt wird.

Ich suchte meiner Katze im September (Touristensaison) einen Pensionsplatz und kam vier Monate später zurück, um sie abzuholen (außerhalb der Touristensaison)
Die Hotels hatten größtenteils geschlossen und der Strand war wie leer gefegt. Trotzdem verband ich das nützliche mit dem sinnvollen und verbrachte eine Woche in Alanya, um dort Urlaub zu machen und meine Katze abzuholen.

Tja, was soll ich sagen??? Urlaub (Erholung) ist etwas anderes, wenn man Tierliebhaber ist.
Die Tiere, die im September noch gut genährt waren, waren es plötzlich nicht mehr. Die Tiere, die im September noch gefüllte Futternäpfe vor dem Hotel fanden, liefen hungrig, stark unterernährt und bettelnd durch die Gegend. Die Tiere, die vier Monate vorher noch am Hotel lebten, waren alle verschwunden. Es war Januar – die Touristensaison war vorbei und die Tiere starben jeden Tag einen grausamen und elenden Tod.

Plötzlich habe ich erkannt, was dort passiert…
Ich entschied mich aktiv den Tierschutz in der Türkei zu unterstützen und habe seitdem Sachen gesehen und erlebt, die mich dazu bringen die Menschheit jeden Tag aufs Neue in Frage zu stellen.

In der letzten Woche wurde ein Hund in Alanya einfach erschossen – mitten in der Stadt, einfach so. Heute muss ich lesen, dass eine Straßenhündin mit Steinen erschlagen wurde, nachdem man ihr die Beine zusammen gebunden hatte… ihre Welpen waren ebenfalls verschwunden (und es waren Viele – kleine, unschuldige und fröhliche Leben).

DAS ist Alltag in der Türkei! Es passiert immer – es passiert täglich. Aber es passiert natürlich so, dass die tierlieben Touristen davon nichts mitbekommen. Bitte seid euch bewusst, dass eure Hotels schließen und die Näpfe weg geräumt werden, wenn ihr nicht mehr da seid. Bitte seid euch bewusst, dass kleine Katzenbabys viel besser ankommen, als ,,alte“,,große“ Stammkatzen. Bitte seid euch bewusst, dass die Hunde sich am Strand vermehren und zuviele davon die Urlauber belästigen, wenn die Saison wieder beginnt. Bitte seid euch bewusst, dass euch etwas vorgespielt wird, weil ihr viel Geld da lasst und die Menschen darauf angewiesen sind.
Bitte seid euch aber bewusst, dass es auch tatsächlich tierliebe Menschen und Hotels dort gibt und ihr nicht Alle verurteilen dürft.

Was ich mit diesem Text bezwecken will?
Ich möchte euch nicht den Urlaub in der Türkei madig machen und ich möchte auch nicht, dass ihr der Türkei fern bleibt, denn das ist der falsche Weg.

Ich möchte euch nur inständig bitten, eure Augen zu öffnen und eure Stimme für die Tiere zu erheben.
Bitte nehmt eure rosarote Brille ab und hinterfragt doch einmal kritisch in eurem Stammhotel, was mit den Tieren vom letzten Jahr passiert ist (Nein, sie sind nicht alle adoptiert worden). Bitte unterstützt die örtlichen Tierschutzvereine (die gibt es in Side, in Antalya, in Alanya, in Izmir….) mit einer kleinen Spende für Futter und Kastrationen. Bitte bringt ein verletztes Tier zum Tierarzt und hofft nicht auf Hilfe durch Dritte (die selber völlig überlastet sind) und bitte, bitte, bitte GREIFT EIN, wenn ihr seht, dass einem Tier Schaden zugefügt wird. Ihr kommt auch sicher nicht ins Gefängnis, denn ihr seid Touristen, die diesem Land helfen zu leben und keiner möchte euch in Unmut stimmen, denn die Türkei ist auf Touristen angewiesen.

Es stimmt mich traurig die täglichen Gräueltaten zu sehen und immer noch Urlaubsberichte zu lesen, in denen behauptet wird, dass die türkischen Straßentiere ein gutes Leben führen.
Jeden Tag stehen Tierschützer auf und geben ihr Leben dafür, das Leben der Straßentiere ein Stückchen besser zu machen. Und trotzdem reicht es nicht…

Wer immer noch der Meinung ist, dass ich hier Unfug schreibe, ist eingeladen ein paar Tage an der Seite von türkischen Tierschützern zu verbingen – Tag und Nacht.
Ich freue mich auf euren anschließenden Bericht.
Danke für’s lesen.
Tina Gernardt