Japan aus dem Weltverband der Zoos und Aquarien ausgeschlossen

Japanische Aquarien verzichten künftig auf Taiji-Delfine

Japan hat sich den internationalen Protesten gebeugt. Aquarien werden keine Delfine mehr aus dem Walfangort Taiji beziehen. Dort werden die Tiere jedes Jahr aufs Neue Opfer einer brutalen Treibjagd.

Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer Abstimmung des nationalen Verbands der Zoos und Aquarien. Der Weltverband hatte Japan bereits mit dem Ausschluss gedroht.

http://www.n-tv.de/…/Aquarien-verzichten-auf-Taiji-Delfine-…

 

Japan aus dem Weltverband der Zoos und Aquarien ausgeschlossen

Ein Delfin wird mit einem Kran in die Becken im Taiji Delfin Resort gehoben Foto: Sea Shepherd22. April 2015
Erklärung der Sea Shepherd Conservation Society

Am Earth Day 2015 gibt es große Neuigkeiten von der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA),
dem internationale Dachverband aller größeren Zoos und Aquarien der Welt. Die Organisation hat heute
erklärt, dass sie dem japanischen Verband, der Japanese Association of Zoos und Aquariums (JAZA),
die Mitgliedschaft entzogen hat. JAZA hatte sich geweigert, den ihr angeschlossenen Aquarien die Aufnahme von in Taiji gefangenen Delfinen zu untersagen.
Taiji, Japan, ist berüchtigt für seine brutale Delfinjagd.

In einer Stellungnahme von heute, dem 22. April 2015, schreibt WAZA: „Grundlage für den Ausschluss ist die Feststellung, dass JAZA die Ethik- und Tierschutzrichtlinien des Dachverbandes WAZA verletzt hat. Weiterhin bekräftigte der WAZA Vorstand erneut seine Position, nach der WAZA Mitglieder verpflichtend bestätigen müssen, keine Delfine aus der Fischerei von Taiji zu erwerben.“

Ein großer Tümmler kämpft während des gewaltsamen Auswahlverfahrens der Gefangenschaft Foto: Sea ShepherdSeit 2010 sind Sea Shepherd Cove Guardians jedes Jahr während der 6 Monate andauernden Treibjagdsaison – vom 01. September bis zum März – täglich vor Ort in Taiji. Jede Abschlachtung oder Gefangennahme von Delfinen und Kleinwalen wird im Rahmen unserer „Operation Infinite Patience“ dokumentiert und per Live-Steam verfolgt, um sicherzustellen, dass das Auge der Welt auf Taijis berüchtigter Killerbucht gerichtet bleibt. Unsere freiwilligen Cove Guardians haben immer und immer wieder die untrennbare Verbindung zwischen der Gefangennahme und dem Abschlachten von Delfinen und Kleinwalen aufgezeigt. Delfinkiller und Trainer arbeiten in Taiji Seite an Seite, um die „hübschesten“ Delfine (Tiere ohne sichtbare Narben) handverlesen auszuwählen, die dann in die Gefangenschaft verkauft werden. Dies geschieht zeitgleich mit dem Abschlachten, so dass gerade gefangene und für die Gefangenschaft vorgesehene Delfine den Mord an ihren Familienmitgliedern mit eigenen Augen ansehen müssen. Die Tiere, die man gefangen hat, werden zu den Wassergehegen im Hafen von Taiji transportiert oder direkt in eine von den drei dafür vorgesehenen Einrichtungen in Taiji weitergeleitet. Einige werden schließlich an andere Aquarien in Japan oder nach Übersee verkauft und landen in China, dem Mittleren Osten und anderswo.

Der lukrative Handel mit gefangenen Delfinen ist der wahre Grund für die Treibjagd in Taiji. Das ist der wirtschaftliche Anreiz, der die Treibjagdboote jeden Tag hinausfahren lässt. Schon ein gefangener Delfin kann für 100.000 US-Dollar (ca. 92.000 Euro) und mehr weiterverkauft werden

Sea Shepherd begrüßt die Entscheidung von WAZA, dem japanischen Verband JAZA – aufgrund seiner Rolle in dem furchtbaren Massaker an wildlebenden Delfinen und Kleinwalen in Taiji – die Mitgliedschaft zu entziehen. Doch obwohl wir über diese längst überfällige Erklärung erfreut sind, stehen wir in aller Entschiedenheit gegen jegliche Haltung dieser hoch intelligenten und sozial-komplexen Delfine und Kleinwale in Gefangenschaft – in allen angeschlossenen WAZA Aquarien, ebenso im Rahmen sogenannter „swim-with-dolphin“ Programme und in anderen Einrichtungen überall auf der Welt. All diese Einrichtungen fördern stetig die Nachfrage nach gefangenen Delfinen und damit den Fang wildlebender Tiere, der immer noch überall auf der Welt betrieben wird. Diese hoch intelligenten, empfindungsfähigen und sozial-komplexen Meeressäuger gehören ins offene Meer, wo sie in ihrem natürlichen Verhalten und in ihren natürlichen Familienverbänden leben können – nicht aber in Betonbecken, wo sie gezwungen werden, Kunststücke für Futter aufzuführen und wo sie dem Lärm lauter Musik und Menschenmengen ausgesetzt sind.

Trotzdem ist der Ausschluss des japanischen Verbandes JAZA aus dem Dachverband WAZA ein großer Schritt zur Beendigung von Taijis grausamer Jagd, die jedes Jahr so brutal das Leben tausender wildlebender, wandernder Delfine und Wale fordert. Und obwohl WAZA eine Organisation ist, die für die Delfinarien-Industrie steht, so hat sie heute einen bedeutenden Schritt unternommen, um sich selbst von dem Abschlachten zu distanzieren, das das Wasser von Taiji blutrot färbt – Blut, dass der Dachverband WAZA nicht an seinen Händen kleben haben will. Die Zeiten ändern sich. Eines Tages wird die Bucht für immer im friedlichen Blau daliegen. Dann wird die Profitmacherei durch das Leiden dieser familiären und intelligenten Wesen nur noch eine Praxis sein, die der Vergangenheit angehört.