Großer Erfolg für die VIER PFOTEN Kampagne „Wild? Ich?“: Streuner sind für die EU nun doch keine Wildtiere.

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Die umstrittene Definition im neuen Tiergesundheitsgesetz hätte eine Grundlage liefern können, diese Tiere zu töten. Wir reagierten sofort. Mit Erfolg: Auch wenn die Differenzierung zwischen „Wildtieren“ und „Tieren mit Besitzern“ bestehen bleibt, so wird es eine Klausel geben, die klarstellt, dass Streuner nicht als Wildtiere kategorisiert werden dürfen.

Der aktuelle Entwurf des EU-Tierschutzgesetzes enthält wichtige Schritte für Streuner und Heimtiere.
© VIER PFOTEN

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Unterstützern! Denn nur dank Ihrer Hilfe ist es uns gelungen, rund 30.000 Protestemails an die zuständigen Politiker in Brüssel zu schicken und sie auf das Problem in der Formulierung aufmerksam zu machen.

 

Die neue Regelung wird den Großteil der derzeit gültigen EU-Gesetzgebungen zum Thema Tiergesundheit zusammenfassen. Das Gesetz unterscheidet zwischen Tieren, die als Heimtiere gehalten werden, und solchen, die ohne Besitzer leben, und reduziert damit den rechtlichen Schutz von herrenlosen Hunden und Katzen im Vergleich zu Tieren, die einen Besitzer haben.

 

VIER PFOTEN befürchtete, dass dies eine rechtliche Grundlage liefern könnte, Streuner zu töten. Mit der neuen Klausel gibt es nun eine Lösung für diese Problematik, da Streuner explizit von anderen Tieren ohne Besitzer unterschieden werden.

 

Positive Neuerungen

 

Der neue Entwurf bringt auch weitere Fortschritte für den Tierschutz: Bereits Artikel 1 des Tiergesundheitsgesetzes beinhaltet eine Klausel, die sicherstellt, dass Programme zur Kontrolle von Streunerpopulationen human durchgeführt werden müssen, um Tierleid so gering wie möglich zu halten. Die Implementierung der Programme muss zudem transparent gestaltet und mit betroffenen Stakeholdern abgestimmt sein.
Die progressivste Neuerung ist die verpflichtende Registrierung für alle gewerblichen Züchter und Verkäufer von Tieren. Wir begrüßen diese Initiative, da somit verantwortungsloses Züchten, Überpopulationen und das Aussetzen von Heimtieren eingedämmt werden kann!

 

Darüber hinaus legt das Gesetz einige Grundbegriffe neu fest, die die Umstellung des Tierpasses betreffen und reduziert so die Schlupfwinkel für den illegalen Welpenhandel im Bereich nicht-kommerzieller Transporte.

 

Ein Schritt in die richtige Richtung

 

Trotz aller Verbesserungen bleiben einige Probleme im neuen Entwurf noch ungelöst. VIER PFOTEN ist vor allem besorgt, dass einige Begriffe zu unklar definiert wurden um die entsprechenden Regelungen auch wirklich vollziehen zu können – so zum Beispiel die „humane Behandlung“ von Streunertieren.
Der derzeitige Entwurf entspricht nicht allen Erwartungen von VIER PFOTEN, ist aber definitiv ein großer Schritt in die richtige Richtung für Streuner und Heimtiere in Europa.

 

Indem die Kontrolle und Festlegung von Zuständigkeiten verbessert wird, wird dieses neue Gesetz den Mitgliedsstaaten die Durchführung von systematischen Streuner-Tötungsprogrammen vermutlich erschweren, da diese meist ohne Transparenz oder vorherige Ansprache mit Stakeholdern wie NGOs stattfinden.
Laut dem EU-Berichterstatter ist die finale Abstimmung über den neuen Entwurf im EU-Parlament vermutlich nur noch eine Formsache und soll diesen November stattfinden.