EU befasst sich mit Tierquälerei bei Angorakaninchen 50 plus

EU-Landwirtschaftsminister Angorakaninchen sollen für Europa nicht mehr leiden

Wie die Kaninchen in China für Kleidung aus Angorawolle gequält werden, hat die Tierschutzorganisation Peta in verstörenden Aufnahmen dokumentiert. Diese Praktiken beschäftigen nun auch die EU-Landwirtschaftsminister.

16.03.2015, von Michael Stabenow, Brüssel
Rammler im Wettbewerb

© Picture-Alliance In Deutschland ist das Angorakaninchen wirtschaftlich nicht mehr von Bedeutung – 90 Prozent der Wolle stammt aus China.

Die grausamen Bilder stammen von 2013. Die von der Tierschutzorganisation Peta verbreiteten Aufnahmen zeigen, wie kreischenden Angorakaninchen das weiche Fell ausgerupft wird. Peta nimmt für sich in Anspruch, dass Bekleidungsketten wie H&M, C&A, Esprit und Gerry Weber sich unter dem Eindruck der Bilder und der folgenden Proteste verpflichtet hätten, bis auf weiteres auf Angora zu verzichten. Auf niederländisches Drängen hin werden sich die für Tierschutz zuständigen EU-Landwirtschaftsminister an diesem Montag mit der Quälerei von Kaninchen, aber auch Waschbären und anderen Pelztieren befassen.

Folgen:

Nach Peta-Angaben stammen 90 Prozent der von Natur aus weißen Angorawolle, die für Pullover, Strumpfhosen oder andere Kleidungsstücke verwendet wird, aus China. Die niederländische Staatssekretärin Sharon Dijksma, die in der Heimat schon seit Ende 2013 die „unannehmbaren Praktiken“ anprangert, hofft nun auf ein gemeinsames europäisches Vorgehen.

In einem Vermerk heißt es, die Quälerei widerspreche nicht nur den Grundsätzen der Weltorganisation für Tierschutz (OIE) und den einschlägigen EU-Schutzvorschriften, sondern auch dem „öffentlichen Anstand“ in Europa. „Die Niederlande wollen verhindern, dass von misshandelten Tieren stammende Produkte auf den europäischen Markt gelangen“, lautet das Haager Credo. Als Modell könnten die in den Niederlanden geplanten Selbstverpflichtungen der Branche zum Verzicht auf die umstrittenen Produkte dienen. So könnten entsprechende Verpflichtungen in ganz Europa verhindern, dass sie künftig noch in die EU gelangten. Außerdem fordern die Niederländer die Europäische Kommission auf, die Misshandlung der Tiere gegenüber den chinesischen Behörden zu thematisieren.