Bericht aus Brüssel / 05.02.2015

Bericht aus Brüssel / 05.02.2015

Mastkaninchen-Züchter bezichtigen MEP Stefan B. Eck der extremistischen und terroristischen Manipulation

Am 05.02.2015 fand im Europa-Parlament in Brüssel eine von der Fraktion EFDD organisierte Konferenz zum Thema Kaninchenzucht unter dem Titel „Kaninchenfleisch: Europäische Perspektiven und Probleme“ statt, um mit Kaninchenzüchtern und Vertretern von Zuchtverbänden über geeignete Maßnahmen der EU zu diskutieren, die wirtschaftliche Krise, in der sich viele Mastbetriebe europaweit befinden, zu überwinden.

Die einzelnen Redebeiträge lieferten tiefe Einblicke in die derzeitigen Probleme, mit der die Branche zu kämpfen hat. Der Vertreter der Mastbetreiber in der italienischen Region Lazio (Italien ist der drittgrößte Produzent von Kaninchenfleisch nach China und Venezuela) forderte in seinem Redebeitrag von der EU unverzügliche Hilfsmaßnahmen (EU-Gelder und Schritte gegen die Importe von Kaninchenfleisch aus China), da aus Kostengründen schon jetzt die tierschutzrechtlichen Bestimmungen von vielen Züchtern nicht mehr eingehalten werden könnten. Selbst ein anwesender italienischer Veterinär, der für die Kaninchenzüchter tätig ist, forderte umgehende Verbesserungen hinsichtlich der Kaninchenhaltung, da die derzeitigen Bedingungen in keiner Weise den gesetzlichen Tierschutzansprüchen genügen würden.

Nach den Redebeiträgen ergriff MEP Stefan B. Eck das Wort und erklärte den anwesenden Züchtern klipp und klar, dass er als Vizepräsident der „Intergroup for Animal Welfare and Conservation“ alles daransetzen werde, um die Krise in der Mastkaninchen-Branche zu vergrößern und sich für ein Verbot jeglicher Kaninchenzucht einsetzen wird. Die Zucht und Mast von Kaninchen sei eine der schlimmsten Formen von Tierquälerei!

Die anwesenden Kaninchenzüchter waren durch diesen unerwarteten verbalen Angriff eines EU-Abgeordneten so schockiert, dass einzelne sogar verwirrt applaudierten, die Mehrheit jedoch – wie zu erwarten war – mit protestierenden Lautäußerungen reagierten.

Ein Züchter aus der Region Puglia (Mittelitalien) meldete sich entrüstet zu Wort und warf Stefan Bernhard Eck „extremistische und verbal-terroristische Manipulation“ vor.

In weiteren Gesprächen nach der Konferenz wiederholte MEP Eck gegenüber den italienischen Züchtern nochmals seinen Standpunkt:
KANINCHENMAST – NEIN DANKE!