Ich glaube, die wohl mächtigste Fähigkeit des menschlichen Gehirns ist die Verdrängung. Das ist evolutionär gesehen eine sehr wichtige Entwicklung gewesen, denn auf diese Weise können wir schlimme Erlebnisse oder Schmerzen oder Verluste irgendwie verkraften, was, wenn wir das Beispiel des „Todes durch gebrochenes Herz“ als valides Beispiel nehmen, eine wichtige Fähigkeit unseres Gehirn ist.
Aber sich in einer durch und durch von allenthalben verfügbarer Information so abzuschotten, wie es offensichtlich Millionen von Menschen tun, hat wohl nichts mehr mit diesem Schutzmechanismus zu tun, sondern mit eher einem von unfassbarer Ignoranz, Trägheit, von Egoismus und fiesem Zynismus geprägten Geisteszustand. Ich gebe allerdings zu, dass das nicht zwingend absichtlich stattfand oder stattfindet.
Wenn man aber nunmal an jeder digitalen oder analogen Ecke mit unumstösslichen Tatsachen konfrontiert wird, und diese Tatsachen nicht „verdrängt“, sondern aktiv ignoriert, oder sogar dementiert, dann hat das nichts mehr mit dem ursprünglichen Schutzmechanismus des Verdrängens zu tun.

Es kann beispielsweise nicht verleugnet werden, dass der Klimawandel stattfindet, und daß wir als Menschheit die aktuelle Geschwindigkeit desselben erzeugt haben und sowohl gegenwärtig als auch zukünftig bestimmen.

Und es ist nunmal so, dass die Faktoren, die wir alle kennen und alle gerne als Hauptschuldige anführen, nämlich die Abgase unserer Autos (und natürlich hauptsächlich die der bösen Amis und der noch böseren Chinesen) und die Kohlekraftwerke und die ungefilterten Abgase aller anderen Industriebetriebe leider alle zusammen nicht einmal die Hälfte der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verursachen.
Der Rest wird, auch wenn es für einen oder anderen nicht vorstellbar ist, von der weltweiten, sinnlosen Tierzucht verursacht.

Jetzt können wir leider nur bedingt etwas gegen den weltweiten Transportverkehr, den Auf- oder Abbau von Kohlekraftwerken oder den Ausbruch von Vulkanen tun. Was wir aber tun können, ist, aufzuhören, Tiere zu essen. Sofort. Mit keinerlei Nachteilen für uns, aber unmittelbaren und spürbaren Vorteilen für uns alle und unsere Welt. Und dabei könnten wir, quasi im Vorbeigehen, den Welthunger massiv eindämmen und mittelfristig besiegen. Und unseren, für uns alle lebenswichtigen Regenwald retten. Und unendlich viel Wasser sparen.

Und das, indem wir einfach aufhören, wie besinnunglos irre, ferngesteuerte, süchtige Teilzeit-Zombies tierische Produkte in uns reinzustopfen, den lieben langen Tag Latte Macchiato zu trinken, Hamburger und Currywurst zu essen, Berge von Steaks auf unsere Grills zu werfen oder selbst eine schlichte Brezel noch in Käse „einzukleiden“.

Denn wir benötigen diese Art von Nahrung nicht. Es gibt keinen einzigen Grund, Nahrung tierischen Ursprungs zu uns zu nehmen. Das letzte der „Argumente“ ist tatsächlich das nie endenwollende „Aber es schmeckt mir doch so gut“.

Wir schreiben das Jahr 2025 (das ist in 10 Jahren, für diejenigen, die auch das Rechnen inzwischen „verdrängen“):

„Papa,wieso habt Ihr es denn um Gotteswillen zugelassen, dass der halbe Planet überschwemmt ist, dass meine Freundin an einer kleinen Fleischwunde sterben musste wegen den resistenten Keimen, die durch Euren Antibiotikamissbrauch entstanden sind….und das, obwohl Ihr doch alle seit Jahren wusstet, dass Ihr keine Tiere essen müsst?“

„Tja…mein Kind…..es hat einfach so gut geschmeckt!“

Diese Antwort wollt Ihr wirklich geben?

Nicht Euer Ernst?